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01.03.2023
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Guten Morgen Detlef Karl Klein,

die Inflationsprognosen waren vor dem Einsetzen der zweistelligen Preissteigerung falsch – und sind es jetzt wieder. Dieselben Menschen, namentlich der Wirtschaftsminister, der Kanzler und die EZB-Präsidentin, die vorher angeblich nichts sahen und nichts spürten, geben jetzt erneut Entwarnung.

Habeck sagte am 23. Februar im RTL/ntv-Frühstücksfernsehen: „Die Preise gehen jetzt runter.“ Es bestehe kein Grund, zur Besorgnis: Noch zahlten die Bürger für Energie- und Lebensmittelpreise, „die im vergangenen Jahr entstanden sind“.

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Robert Habeck © ntv

Die offizielle EZB-Prognose sagt einen Rückgang der Inflation auf 3,6 Prozent innerhalb der nächsten zehn Monate und auf 3,4 Prozent im Durchschnitt für das Jahr 2024 voraus.

 
EZB: Chronische Fehlprognosen
Inflationsentwicklung in der Eurozone (Veränderung gegenüber Vorjahresmonat) und Prognosen der EZB, in Prozent
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Auf Unwissenheit können sich die Beteiligten nicht berufen. Sie wissen, was sie tun. Sie sind keine neutralen Beobachter des Geschehens an der Preisfront.

Der Staat ist einer der wichtigsten Inflationstreiber, nicht nur in Deutschland. Gestern meldeten Frankreich und Spanien überraschend einen erneuten Anstieg der Inflation auf 7,2 Prozent (Höchstwert seit Oktober) beziehungsweise 6,1 Prozent (Höchstwert seit November) gegenüber dem Vorjahr.

 
Inflation: Comeback in Spanien und Frankreich
Inflationsrate in Spanien und in Frankreich seit Anfang 2020, in Prozent
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Die Politiker wollen – und das eint sie über Partei-und Ländergrenzen hinweg – ihre Rolle nicht beleuchtet sehen. Routiniert stellen sie ihre Interessen über die Fakten, wissend, dass die Rechnung nicht bei ihnen, sondern bei den Bürgern landet:

  • Es ist ihr politisches Interesse, die Tarifparteien einzuschläfern und von höheren Lohnforderungen abzuhalten. Habeck, Scholz und Co. wollen auf keinen Fall eine Preis-Lohn-Preisspirale befeuern. Deshalb wird die Inflation klein geredet. Doch viele Beschäftigte haben das Spiel durchschaut und mögen nicht am Ende der Nahrungskette stehen. Verdi-Chef Frank Werneke (Lohnforderung Öffentlicher Dienst, 10,5 Prozent) hat zu neuen Warnstreiks am Freitag im öffentlichen Nahverkehr in mehr als 30 Städten aufgerufen.

 
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Frank Werneke © imago

  • Es ist das Interesse der Politiker, die Funktion der staatlichen Schuldenpolitik als wichtigen Inflationstreiber aus der öffentlichen Debatte fernzuhalten. Sie brauchen die Schulden, um ihre Sozialpolitik zu expandieren und die internen Spannungen der Koalition auszugleichen. Allein in den vergangenen drei Jahren hat sich die Staatsschuld in Deutschland um 20 Prozent oder knapp 400 Milliarden Euro erhöht.

 
Deutschlands Schuldenberg wächst
Öffentliche Gesamtschulden seit 2000, in Milliarden Euro
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  • Es ist das Interesse der Politik, diese Geldschöpfung fortzusetzen. Die neu eingerichteten Schuldentöpfe, die sich verharmlosend Sondervermögen nennen, werden in den nächsten zwei Jahren etwa zehnmal so viele Sonderschulden ermöglichen, wie in der Schuldenbremse des Grundgesetzes vorgesehen sind. Das ist der Geldüberhang, der sich früher oder später in neuerlichen Preisschüben entlädt.

 
Deutschlands Schummel-Schulden
Umfang kreditfinanzierter Konjunkturpakete und Sondervermögen, in Milliarden Euro
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  • Die Regierungspolitiker senden bewusst beschwichtigende Signale in Richtung Notenbank, um diese von einer allzu kräftigen Zinserhöhungspolitik abzuhalten. Eigentlich müssten die Zinsen kontinuierlich weiter steigen. Aber das würde Investitionen und auch den Schuldendienst des Staates massiv verteuern. Die Politiker lieben das billige Geld mehr als ihre Großmutter.

 
EZB: Der Leitzinsanstieg
Entwicklung der Leitzinsen seit 2010, in Prozent
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  • Die Regierung will ihr Wissen um den Inflationstreiber Energiepreise nicht mit der Öffentlichkeit teilen, weil sie die Transformation zu den alternativen Energien jetzt erzwingen möchte. Über 400 Milliarden Euro sind laut einer Studie des BDI bis 2030 alleine im Strombereich notwendig, damit die Energiewende gelingt. Das Geld dafür wird bei der Bevölkerung über den Strompreis eingesammelt.

  • Der grüne Strom braucht die fossile Energie außerdem als Puffer für jene Stunden, Tage und Wochen, in denen kein Wind weht und keine Sonne scheint. Prof. Hans-Werner Sinn sagt:

  Ohne die regelbare konventionelle Energie kann man den Wind- und Sonnenstrom nicht verwerten. “
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Hans-Werner Sinn © dpa

Das aber bedeutet: Gas, Öl, Kohle sind die unehelichen Kinder der alternativen Energien, weshalb die Energieerzeugung in Deutschland auf absehbare Zeit nicht günstiger werden kann. Das inländische Verbot der fossilen Energien führt lediglich dazu, dass sie für teuer Geld importiert werden müssen.

Fazit: Falls die Koalitionsparteien bei ihrer Klausurtagung auf Schloss Meseberg am Wochenende nicht nur schöne TV-Bilder, sondern Erkenntnisgewinn produzieren wollen, gehört die Inflation auf die Tagesordnung. Und falls ARD und ZDF bei der abschließenden Pressekonferenz nicht wieder nur mit Standardfragen Standardantworten provozieren wollen, gehört die Frage nach der Entwertung von Vermögen, Arbeitseinkommen und Kaufkraft gestellt.

Keine Angst: Niemand muss sich dabei auf Steingart berufen. Willy Brandt – der Ex-Kanzler und ehemalige Journalist – steht als Berufungsinstanz für den Volksstamm der öffentlich-rechtlich Verzagten zur Verfügung. Sein Vermächtnis sei ihr Auftrag:

  Journalismus kann abdanken, wenn er harmlos wird. “

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Willy Brandt © Imago

Kapiteltrenner ARD
20230301-image-imago-mb-Rainald Becker, Fernsehjournalist der ARD
Rainald Becker, Fernsehjournalist der ARD © imago

Kulturelle Vielfalt, regionale Tiefe, thematische Breite.

Das ist das Versprechen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Das ist die Begründung für die mediale Grundversorgung, die etwa die ARD bietet, und für die wir 6 Milliarden Euro Gebührengelder bezahlen.

Ist diese Vielfalt überhaupt gegeben? Eine aktuelle Analyse des Medienforschungsinstituts Media Tenor weckt daran erhebliche Zweifel. Die Untersuchung liegt meinem Kollegen Michael Bröcker vor.

 
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk: Steigende Unbeliebtheit
Negative Bewertungen des Medien-Images von ZDF und ARD seit 2020, in Prozent
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Unter den Top-15 Kommentatoren in der Tagesschau waren im untersuchten Zeitraum von 2012 bis 2021 nur drei Frauen. Am häufigsten durfte Rainald Becker kommentieren, gefolgt von Sigmund Gottlieb und Holger Ohmstedt.

Und: Nur 10 Prozent der Berichte in der Tagesschau in den vergangenen zwei Jahren behandelten Themen aus den Bundesländern, jenseits der großen Politik, bei der ZDF-heute-Sendung waren es knapp 15 Prozent.

 
Tagesschau: Fokus auf den Westen
Berichterstattung über den Westen und Osten in der Tagesschau seit 2013
Berichterstattung über den Westen und Osten in der Tagesschau seit 2013
 
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Ereignisse aus Ostdeutschland sind unterrepräsentiert und kamen von 2013 bis 2022 in den Tagesschau-Nachrichten im Schnitt nur in jedem fünften Bericht vor.

Kinder und Jugendliche waren der Untersuchung zufolge nur in 0,8 Prozent der Tagesschau-Meldungen Protagonisten, Rentner nur in 0,3 Prozent der Fälle (Zeitraum 2021 bis 2022).

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Prof. Claudia Kemfert © dpa

Interessant ist auch die linke Schlagseite in der Wirtschaftspolitik. In den beiden wichtigsten Nachrichtensendungen werden die beiden DIW-Ökonomen Claudia Kemfert und Marcel Fratzscher besonders gerne zitiert.

 
Linke Ökonomen vorne
Meistzitierte Ökonomen in ZDF und ARD im Zeitraum Januar 2021 bis Dezember 2022
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Warum das wichtig ist: Weil die ARD-Verantwortlichen, zuletzt ARD-Chef Kai Kniffke im Pioneer-Interview, jede politische Schlagseite bestreiten. Links verkauft sich als Mitte.

Diese Studie nun dient der Wahrheitsfindung. Die gesamte Analyse lesen Sie im heutigen Aufmacher des Hauptstadt-Newsletters hier.

Kapiteltrenner: Berlin-Wahl
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Kai Wegner und Franziska Giffey © dpa

Es hatte sich in den vergangenen Tagen schon angedeutet. Immer wieder hatte Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey betont, dass sie nicht an ihrem Stuhl kleben würde. Nun steht fest: Heute wird Giffey ihrer Partei vorschlagen, Koalitionsverhandlungen mit der CDU aufzunehmen. Sollte dies keine Mehrheit finden, wolle sie als Landeschefin zurücktreten, heißt es.

Kommt es zur Koalition, wäre auch das nicht folgenlos. Giffey selbst wäre dann nicht mehr Regierende, sondern würde womöglich bestenfalls als Senatorin in den dann von CDU-Mann Kai Wegner geführten Senat rücken. Doch die Forderungen von Grünen und Linkspartei für eine mögliche Fortsetzung des rot-rot-grünen Bündnisses waren Giffey zu hoch.

Es müsste sich etwas ändern, es könne nicht so weitergehen wie bisher, das hat Giffey nach dem Wahltag immer wieder gesagt. Jetzt versucht sie nach der Niederlage das rettende Ufer der Großen Koalition zu erreichen.

Kapiteltrenner: Mentale Gesundheit

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Thilo Schumacher © AXA

Krieg, Soziale Medien, Inflation, Klimawandel: Die sogenannte „Omnikrisen-Situation“ drückt aufs Gemüt. Die Deutschen sind traditionell besonders pessimistisch. Im Bundesdurchschnitt bezeichnet sich jeder Dritte als psychisch erkrankt, bei den jungen Frauen sind es 40 Prozent.

Das besagt eine gestern veröffentlichte Studie der AXA-Versicherung, die die mentale Gesundheit der Menschen in 15 Ländern auf vier Kontinenten untersucht hat.

Über die besorgniserregenden Ergebnisse seiner Studie habe ich mit dem CEO von AXA Deutschland, Dr. Thilo Schumacher, gesprochen. Der französische AXA-Konzern ist das drittgrößte Versicherungsunternehmen der Welt.

Deutschland ist laut dieser Studie die am wenigsten zuversichtliche Nation. Worin gründet die Zukunftsangst, will ich von ihm wissen?

  Was wir sehr stark sehen, ist die Sorge um den Anstieg der Lebenskosten, Stichwort Inflation: Neun von zehn Befragten sagen, dass das ein Thema ist, was sie belastet. Danach kommt der Ukraine-Krieg. “

Podcast mit Thilo Schumacher - 01.03.23 BC
Klick aufs Bild führt zur Podcast-Page

Was läuft anderswo besser?

  Die Enttabuisierung der mentalen Gesundheit in Amerika. “

Das geht die Unternehmen etwas an, auch aus betriebswirtschaftlichen Motiven:

  Die Frage wird sein, wie schaffen wir es, dass Menschen möglichst lange gesund und deswegen in der Lage sind, für Unternehmen zu arbeiten? Da gehören Programme der Prävention dazu. “

Warum das wichtig ist: Weil in den kommenden Jahren rund 400.000 Arbeitskräfte pro Jahr ihren angestammten Arbeitsplatz in Richtung Ruhestand verlassen werden. Damit wird der bessere Schutz der mentalen Gesundheit zum wichtigen Produktionsfaktor.

Service: Hier gibt es die Studie zum Download.

Kapiteltrenner: Heizen
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Robert Habeck und Clara Geywitz © imago

Ein neues Verbot geht immer: Wirtschaftsminister Robert Habeck und Bauministerin Clara Geywitz haben ein Verbot für fossile Wärmeträger vorgeschlagen. Der Entwurf der beiden Ministerien zur Reform des Gebäude-Energiegesetzes besagt:

  Der Einbau von Heizungsanlagen auf Basis ausschließlich fossiler Energieträger – vor allem Gas- und Ölheizungen – ist ab dem Jahr 2024 nicht mehr gestattet. “

Der Hintergrund: Anders als beim Strom kommt die Energiewende bei der Wärme nur schleppend voran. Mehr als ein Drittel des gesamten Energiebedarfs in Deutschland wird zum Heizen der Gebäude und zur Versorgung mit Warmwasser verbraucht.

 
Bescheidener Fortschritt bei Wärme und Verkehr
Anteil der erneuerbaren Energien in den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr seit 1990, in Prozent
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Die FDP kritisierte den Vorschlag. Daniel Föst, bau- und wohnungspolitischer Sprecher seiner Partei, verspricht:

  Die FDP wird einem solchen Entwurf nicht zustimmen. “

Fazit: Der Verbieter-Staat hat erneut seinen großen Auftritt. Gegenüber den eigenen Bürgern und Wählern gilt das Motto aus Goethes Erlkönig:

  Und bist du nicht willig, so brauche ich Gewalt. “

Kapiteltrenner: Comeback von Bayer
Bayer
Bayer © dpa

Im Jahr 2022 erzielte der Chemie- und Pharmakonzern Bayer ein Rekordergebnis.

  • Der operative Gewinn des Konzerns stieg im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 21 Prozent auf 13,5 Milliarden Euro.

  • Der Umsatz stieg um neun Prozent auf 50,7 Milliarden Euro.

  • Der größte Treiber von Gewinn und Umsatz war die Agrarsparte – insbesondere das berüchtigte Geschäft mit Glyphosat – mit einem Umsatzwachstum von 16 Prozent oder 25 Milliarden Euro.

  • Die zentrale Pharmasparte verzeichnete nur einen Umsatzanstieg von 1,1 Prozent auf 19,3 Milliarden Euro.

Inzwischen scheint sich das Blatt für Bayer auch in Bezug auf die Glyphosat-Klagen zu wenden. Das Unternehmen konnte im abgelaufenen Jahr auch die ersten Gerichtsverfahren für sich entscheiden. Dies sorgt dafür, dass Vergleiche nicht mehr so einfach durchgehen werden.

Weniger rosig war jedoch der Ausblick des scheidenden Konzernchefs Werner Baumann:

  • Der Umsatz soll auch 2023 noch einmal „um zwei bis drei Prozent wachsen“.

  • Doch für den bereinigten operativen Gewinn (EBITDA) prognostiziert er einen Rückgang auf 12,5 bis 13 Milliarden Euro.

 
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Werner Baumann, CEO von Bayer © Anne Hufnagl

Dennoch, die Akquisition von Monsanto trägt langsam Früchte, die auch geerntet werden können.

Mein Kollege Daniel Bayer hat den Pharma-und Düngemittel-Riesen unter die Lupe genommen. Hier geht es zur Analyse.

Kapiteltrenner Pioneers
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Klick aufs Bild führt zum Klartext-Bus

Kapiteltrenner: Tesla
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Elon Musk © imago

Heute veranstaltet Tesla in seiner Gigafactory in Texas seinen Investor Day und es gibt drei frohe Nachrichten für Elon Musk:

  1. Laut Bloomberg ist Musk mit einem Nettovermögen von umgerechnet 176,2 Milliarden Euro wieder der reichste Mensch der Welt.

  2. Nachdem im vergangenen Jahr die Tesla-Aktien eingebrochen sind, legte die Aktie seit Jahresanfang um 65 Prozent zu. Die Preisstrategie in China scheint aufzugehen: Zuerst wurden die Preise um bis zu 5.300 US-Dollar in China gesenkt, was der Nachfrage gut tat.

  3. Auch die Produktion in Brandenburg läuft auf Hochtouren. In Grünheide sind innerhalb einer Woche 4000 Elektroautos vom Typ Model Y hergestellt worden. Die Produktion soll nun von einem Zweischichtbetrieb auf Dreischichtbetrieb umgestellt werden.

Mehr Infos? Lesen Sie die ausführliche Analyse zur Strategie von Tesla von Automobilexperte und Pioneer-Expert Prof. Ferdinand Dudenhöffer.

Kapiteltrenner Fake News
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Rupert Murdoch © dpa

Kommentatoren des Nachrichtensenders Fox News hatten behauptet, die US-Präsidentschaftswahlen 2020 seien manipuliert worden, was zur Niederlage von Donald Trump geführt habe. Der Wahlmaschinenhersteller Domino hatte Fox News wegen Rufschädigung verklagt.

Nun gestand Rupert Murdoch, der Besitzer von Fox News, vor Gericht:

  Einige unserer Moderatoren haben Falschbehauptungen über eine angeblich manipulierte Präsidentschaftswahl verbreitet. “

Das Management des Nachrichtensenders erklärte, sie hätten gemäß der Pressefreiheit gehandelt und die von Donald Trump und seinen Anwälten verbreiteten Vorwürfe als legitime Nachricht wiedergegeben.

Wer es besser machen und sich vor vorsätzlicher Falschinformation schützen möchte, ist herzlich am 15. April zum Workshop der Pioneer Foundation in Zusammenarbeit mit der Faktencheck-Redaktion der dpa eingeladen.

Warum das wichtig ist?

Weil Medienkompetenz zur zentralen Herausforderung in vielen Berufen wird. Wer zum Transporter von Fake News wird, riskiert die Reputation seiner Person oder die seiner Firma. Die Früherkennung und Zurückweisung falscher Nachrichten ist kein Hobby, sondern eine Grundfertigkeit des 21. Jahrhunderts.

Wenn Sie also beim Workshop dabei sein möchten, schreiben Sie ein kurzes Motivationsschreiben – wer sind Sie und warum ist Ihnen das Thema wichtig? – an s.schulz@pioneer-foundation.de.

Weitere Informationen zu Ort, Zeit und Referenten finden Sie hier.

Kapiteltrenner James Bond
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Sean Connery als James Bond in „Diamantenfieber“ © imago

James Bond ist nicht nur dem kriminellen Dr. No, sondern auch der Zensur von der Schippe gesprungen. Die 007-Bücher werden zwar vom Verlag Ian Fleming Publications einer Sensibilitätsprüfung unterzogen, doch der Text soll soweit wie möglich in der Original-Sprache und -Denke der 50er und 60er Jahre erhalten bleiben.

Die Verantwortlichen des „Sensitivity Reviews“ gingen einfühlsam mit den Schwächen von James Bond um, die in seiner Zeit Stärken waren. Sein aufreizend zur Schau getragener Männlichkeitskult, der ihn für Millionen Kinobesucher so attraktiv machte, darf erhalten bleiben. James Bond darf weiter trinken, rasen, töten und sexistisch sein.

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Sean Connery als James Bond und Kim Basinger in „Sag niemals nie“ © imago

Das N-Wort und andere rassistische Begriffe werden aus den Büchern gelöscht, die neue Version spricht von „black person“ oder „black man“.

Aber das antiquierte Frauenbild des Geheimagenten hat überlebt:

Als Bond Girl Madeleine Swann Bond in „Spectre“ konfrontiert - „Sie sollten nicht so starren“ -, weiß James Bond zu kontern:

  Und Sie sollten nicht so aussehen. “

20230301-image-imago-mb-Daniel Craig als James Bond in „Casino Royale“ mit den Bond-Girls Eva Green und Caterina Murino
Daniel Craig als James Bond in „Casino Royale“ mit den Bond-Girls Eva Green und Caterina Murino © imago

Nachdem Vesper Lynd ihn in „Casino Royale“ nach seinen Vorlieben fragt - „du stehst auf verheiratete Frauen, oder James?“ - gibt Bond seine Taktik preis:

  Das schützt vor Komplikationen. “
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Sean Connery als James Bond in „Man lebt nur zweimal“ © imago

Wenn der japanische Geheimagent Tanaka in „Man lebt nur zweimal“ erzählt, „in Japan kommen die Männer zuerst, die Frauen als zweite“, gefällt Bond das weiterhin gut:

  Hier werde ich mich einmal zur Ruhe setzen. “

Der Verlag will die Originaltexte nicht umschreiben, sondern erklären:

  Dieses Buch wurde zu einer Zeit geschrieben, in der Begriffe und Haltungen, die von modernen Lesern als beleidigend empfunden werden könnten, gang und gäbe waren. “

Künftige Generationen werden hier wie in einem cineastischen Museum auf eine Zeitreise geschickt. 007 begegnet uns als der Neandertaler des modernen Mannes.

Auch so sieht Fortschritt aus: Der aufgeklärte Mensch des 21. Jahrhunderts bekämpft James Bond nicht mehr, sondern belächelt ihn. Heimlich hat diese Kinolegende einer untergegangenen Zeit das Genre gewechselt – von Thriller auf Comedy.

Ich wünsche Ihnen einen selbstbewussten Start in den neuen Tag. Bleiben Sie mir gewogen.

Es grüßt Sie auf das Herzlichste,

Ihr

Signatur Gabor Steingart
Gabor Steingart
Herausgeber The Pioneer

Impressum

Redaktion

Luisa Nuhr (Leitung), Daniel Bayer, Gordon Repinski, Alexander Wiedmann

Grafiken

Nils Lang (Daten), Lynn Janzen (Titelbild)

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