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15.03.2023
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Guten Morgen Detlef Karl Klein,

der Absturz der Silicon Valley Bank hat uns eines deutlich vor Augen geführt: Das Risiko der Zinswende bleibt auch dann ein Risiko, wenn die Zinswende selbst unvermeidlich ist. Denn das ist sie:

  • Die Geldflutungspolitik der Notenbanken musste beendet werden, weil sie die Substanz unseres Geldes verwässert.

  • Das Geld musste wieder einen Preis bekommen, damit die Inflation nicht die Kaufkraft der Einkommen und Vermögen auffrisst.

  • Die Nullzinspolitik musste auch deshalb gestoppt werden, weil sich am Aktien- und Immobilienmarkt bereits Spekulationsblasen gebildet hatten.

 
Steigende Leitzinsen
Entwicklung der Leitzinsen der EZB und der Fed seit 2010, in Prozent
Entwicklung der Leitzinsen der EZB und der FED seit 2010, in Prozent
 
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Aber, und jetzt kommt das große Aber: Der Weg zurück zur Normalität ist ein gefährlicher. Es kommt auf Tempo, Schrittmaß und das Rhythmusgefühl der Notenbanken an, damit es unterwegs nicht zum Absturz von Banken oder Staaten kommt. Das sind die sechs wichtigsten Risiken, die auf den Radar von Politikern und Wirtschaftsführern gehören:

1. Das Wirtschaftswachstum wird gedämpft

Höhere Zinsen dämpfen die Nachfrage nach Gütern in der Wirtschaft. Ob sich eine Investition lohnt, hängt von den Erträgen ab, die Unternehmen in der Zukunft erwarten – und vom Zinssatz auf das eingesetzte Fremdkapital. Steigende Zinsen bremsen also die Investitionstätigkeit der Unternehmen – und können, wenn die Notenbank überzieht, auch das Wirtschaftswachstum komplett abwürgen.

Bisher ist die Balance gelungen: Im vergangenen Jahr sind die Bruttoanlageinvestitionen, also Ausgaben für Maschinen, Produktionsgeräte und Forschungsaktivitäten, gegenüber dem Vorjahr 2021 leicht zurückgegangen. Die Unternehmen investieren, aber sie tun es vorsichtiger.

 
Die Investitionen verlangsamen sich
Veränderung der Bruttoanlageinvestitionen gegenüber dem Vorjahr, in Prozent
Veränderung der Bruttoanlageinvestitionen gegenüber dem Vorjahr, in Prozent
 
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2. Der Arbeitsmarkt könnte in Mitleidenschaft gezogen werden

Die Dämpfung der Volkswirtschaft hinterlässt Bremsspuren auch auf dem Arbeitsmarkt. Laut der Fed könnte die Arbeitslosigkeit in den USA im Zuge der Zinserhöhungen um einen Prozentpunkt steigen – rund zwei Millionen Amerikaner würden demnach in Kürze ihren Job verlieren.

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Jerome Powell © imago

Vergangene Woche wurde Fed-Chef Jerome Powell vor dem Senate Banking Committee von Senatorin Elizabeth Warren auf diese Zahl angesprochen. Was der Notenbanker diesen zwei Millionen bald arbeitslosen Menschen sagen würde, wollte die linke Demokratin von ihm wissen. Powell:

  Ich würde den Menschen erklären, dass die Inflation extrem hoch ist und die arbeitenden Menschen in diesem Land sehr darunter leiden – und zwar alle. Nicht nur zwei Millionen. Wir ergreifen die einzigen Maßnahmen, die wir haben, um die Inflation zu senken. “

In Deutschland ist der Arbeitsmarkt – da hier Fachkräftemangel herrscht – von derartigen Entwicklungen bisher verschont geblieben.

3. Gestiegene Finanzierungskosten treffen vor allem die Immobilienwirtschaft

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Lars Feld © imago

Für Hausbauer, Grundstückskäufer und Projektentwickler sind die Finanzierungskosten von zentraler Bedeutung. Prof. Lars Feld sagt:

  Vor allem die zinsreagible Immobilienbranche hat Schwierigkeiten. Das trifft auch die Bautätigkeit. “

Die Zeiten von günstigen Krediten von unter einem Prozent sind jedenfalls vorbei – inzwischen liegen die Bauzinsen bei 3,97 Prozent. Das führt dazu, dass für viele Menschen der Traum vom Eigenheim ein Traum bleibt. Deutschlands größte Wohnungsbaugesellschaft, die Vonovia mit Sitz in Bochum, hat für 2023 alle Neubauprojekte storniert.

 
Hypothekenzins folgt Leitzins
Hypothekenzinsen mit effektiver Zinsbindung von 10 Jahren und EZB-Leitzins seit März 2018, in Prozent
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Dazu passt: Die Kurve der neu vergebenen Hypothekarkredite in Deutschland zeigt seit der Zinswende nach unten (siehe Grafik).

 
Interesse vorhanden, Finanzierung fehlt
Veränderungsrate von Bonitätsanfragen und neu ausgenommenen Hypotheken, in Prozent
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4. Banken können in eine bilanzielle Schieflage geraten

Einerseits sind steigende Zinsen gut für die Banken, da ihre Zinsmarge wieder steigt. Das Geschäft mit dem Kredit ist wieder ein Geschäft, wie die Bilanz der Deutschen Bank zeigt.

Andererseits aber werden die Vermögenswerte vieler Banken, so auch der Silicon Valley Bank, durch die Zinserhöhungen abgewertet. Da die Vermögenswerte zum jeweiligen Stichtag bewertet werden, kommt es jetzt in nahezu allen Banken zu Wertberichtigungen. Am Dienstag mussten die 359 Sparkassen in Deutschland insgesamt 7,9 Milliarden Euro auf Anleihen, Aktien und andere Wertpapiere abschreiben.

Im Falle der Silicon Valley Bank reichte diese bilanzielle Korrektur nicht aus, denn die Kunden verlangten massenhaft ihre Einlagen zurück. Dadurch zwangen sie die Bank, ihre Anleihen mit Verlust zu verkaufen, um die Kunden bedienen zu können.

 
SVB: Das Liquiditätsproblem
Bilanz der Silicon Valley Bank im 4. Quartal 2022, in Milliarden Dollar
Bilanz der Silicon Valley Bank im 4. Quartal 2022, in Milliarden Dollar
 
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5. Der Aktienmarkt leidet

Durch die Verteuerung des Geldes, insbesondere des Leihgeldes, wird dem internationalen Kapitalmarkt das Spielgeld entzogen. Das Spekulieren auf Kredit, das in der Nullzinsphase eine lukrative Angelegenheit war, hat seinen Reiz verloren.

 
Zinserhöhung belastet S&P 500
Kursverlauf des S&P 500 seit dem Beginn der US-amerikanischen Leitzinserhöhungen am 17. März 2022, in Prozent
Kursverlauf des S&P500 seit dem Beginn der US-amerikanischen Leitzinserhöhungen am 17. März 2022, in Prozent
 
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6. Eine Staatsschuldenkrise wird wahrscheinlicher

Mit der Rückkehr des Zinses steigen für alle Schuldenstaaten die Refinanzierungskosten. Sie müssen die Anleger mit hochprozentigen Versprechen ködern, damit sie ihnen weiter Geld zur Verfügung stellen. So bietet Mexiko mittlerweile einen Zins von 9,16 Prozent auf eine Staatsanleihe mit zehnjähriger Laufzeit.

Selbst ein solider Staat wie die Bundesrepublik muss deutlich mehr zahlen, weshalb die Zinsbelastung im Bundeshaushalt von knapp vier Milliarden Euro 2021, auf 16 Milliarden 2022 und auf voraussichtlich knapp 30 Milliarden Euro 2023 gestiegen ist.

 
Bundesanleihen: Die Trendwende
Rendite von Bundesanleihen mit 10 Jahren Laufzeit seit März 2019, in Prozent
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Vor allem die zehn höchst verschuldeten Staaten der Welt – darunter Japan, Venezuela und Griechenland – sind in eine gefährliche Zangenbewegung geraten. Sie brauchen mehr Geld, um die sozialen Folgen von Krieg, Inflation und Energiepreisexplosion mildern zu können. Zum anderen aber müssen sie deutlich mehr Geld bezahlen, um vom Kapitalmarkt weiter beliefert zu werden. Der IMF warnt bereits:

  Die gefährliche globale Schuldenlast erfordert eine entschlossene Zusammenarbeit. “

Fazit: Das billige Geld zirkulierte wie ein süßes Gift in den Blutbahnen der Weltwirtschaft. Mit der Politik der Zinserhöhungen, die ihren Scheitelpunkt noch nicht erreicht hat, werden die bisher stimulierenden Substanzen entzogen. Der Patient Weltwirtschaft zeigt alle Merkmale des kalten Entzugs.

Kapiteltrenner Silicon Valley Bank
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Joseph E. Stiglitz © imago

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Wenige Tage vor der Pleite der Silicon Valley Bank hatte Notenbankchef Jerome Powell noch versichert, der Zustand der US-Banken sei solide. Und dann verpuffte ein Institut, das mit über 200 Milliarden Euro kein kleines war.

Unser heutiger Gastkommentator, Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph E. Stiglitz, sieht in diesem Bankencrash einen Systemfehler:

  ​​Der Fall SVB repräsentiert mehr als das Scheitern einer einzelnen Bank. Er steht für tiefgreifende Versäumnisse der Regulierungs- und Geldpolitik. “

 
Das Bankversagen
Ausgewählte US-Bankzusammenbrüche seit 2000 nach Wert der Aktiva, in Milliarden Dollar
Ausgewählte US-Bankzusammenbrüche seit 2000 nach Wert der Aktiva, in Milliarden Dollar
 
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Wichtig sei nun für alle – Banker, Anleger, Politiker und Bevölkerung –, aus diesem „Schlamassel“ endgültig die richtigen Lehren zu ziehen: So brauche es neben einer strengeren Regulierung auch die Versicherung der Bankeinlagen. Alle Details des Nobelpreisträgers lesen Sie hier.

Kapiteltrenner Krieg in der Ukraine

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Sönke Neitzel © imago

Die Romanvorlage von Erich Maria Remarque für den Film „Im Westen nichts Neues“, der am Sonntag vier Oscars gewann, wurde vor fast 100 Jahren geschrieben. Die Handlung wirkt allerdings wie eine Blaupause zu den Bildern, die uns vom Frontverlauf des Ukraine-Krieges erreichen.

Der Vergleich erschreckt und verwundert – hatte man die archaische Kriegsführung nicht hinter sich gelassen? Warum dominieren im Ukrainekrieg erneut der Schützengraben und der Panzerkrieg? Wieso kommt es schon wieder zu den Flächenbombardements, die insbesondere in der Zivilbevölkerung hohe Verluste bedeuten?

Darüber spreche ich mit Deutschlands einzigem Professor für Militärgeschichte, Prof. Sönke Neitzel vom Historischen Institut der Universität Potsdam. Er sieht in der Ukraine einen hybriden Krieg:

  Wir haben einerseits Panzer aus dem Kalten Krieg und andererseits sind 4000 bis 5000 Drohnen im Einsatz. “

Politiker erklären uns, „die Ukraine muss den Krieg gewinnen“ – laut Neitzel eine illusorische Forderung:

  Ich sehe keine Möglichkeit für die Ukraine zum jetzigen Zeitpunkt, ihr gesamtes Territorium zurückzuerobern. “

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Klick aufs Bild führt zur Podcast-Page

Neitzels Schlussfolgerung: Der einzige Weg, Putin zu stoppen, ist, ihn in Bedrängnis zu bringen. Wenn nötig, auch mit Kampfjets.

  Wenn man den Punkt erreichen will, dass auch Russland verhandlungsbereit ist, kann man das meines Erachtens nur mit militärischer Stärke erreichen. “

Allerdings geht er davon aus, dass Putin es nicht so eilig hat, denn er sieht den westlichen Zwiespalt – in den USA verkörpert durch die Kriegsgegnerschaft der Republikaner und in Deutschland durch die Freunde des Friedensmanifestes von Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer. Neitzels Fazit:

  Putin spielt auf Zeit. Er sagt, der Westen ist schwach, der Westen kann keine Verluste vertragen. “

Dazu passt: Die 20 wichtigsten Fragen zum Ukraine-Krieg haben wir kürzlich für Sie beantwortet. Hier geht es zum Text.

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Kapiteltrenner: Flüchtlingsgipfel
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Ukrainische Flüchtlinge an der Grenze © imago

Bundeskanzler Olaf Scholz macht die Flüchtlingsfrage nun zur Chefsache. Wie unser Vize-Chefredakteur Gordon Repinski aus Regierungskreisen erfuhr, soll es am 10. Mai einen Bund-Länder-Gipfel im Kanzleramt geben. Insbesondere geht es um die Finanzierung der Kosten für die vielen Flüchtlinge aus der Ukraine und aus anderen Ländern.

Das Thema Finanzierung ist seit langem zwischen Bund und Ländern umstritten.

Bereits im Vorfeld der Ministerpräsidentenkonferenz am kommenden Donnerstag machen die Länder Druck auf das Kanzleramt. In der Beschlussvorlage, die wir exklusiv einsehen konnten, heißt es, dass die zugesagte Unterstützung des Bundes vom November bisher „nicht in vollem Umfang umgesetzt wurde“.

Und weiter:

  Die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder bitten den Bund daher dringend, die bereits für 2023 zugesagten Bundesmittel kurzfristig zur Verfügung zu stellen. “

Welches Finanzierungsmodell die Länder durchsetzen wollen und welche weiteren Forderungen sie stellen, lesen Sie in unserem Newsletter Hauptstadt Das Briefing.

Außerdem heute im Politikteil:

  • Bundeswehr: Die Soldaten sollen neue Kleidung bekommen – bis Ende 2025.

Alle Details lesen Sie in unserem Hauptstadt-Newsletter hier.

Kapiteltrenner Wehrbericht
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Eva Högl bei der Vorstellung des Wehrberichts der Deutschen Bundeswehr © dpa

Eva Högl hat ihren Bericht als Wehrbeauftragte vorgelegt. Er liest sich wie eine Neuauflage der Hochstapler-Klamotte „Der Hauptmann von Köpenick“ von Carl Zuckmayer: Die Bundeswehr tut demnach nur so, als ob sie das Land verteidigen könnte. Und die Politik tut so, als ob sie das glaubt. In Högls Schrift heißt es:

  Die Lastenbücher der Truppe sind voller geworden, die Bekleidungskammern, Munitionsdepots und Ersatzteillager hingegen nicht. “

Von der versprochenen „Zeitenwende“ und einem neuen „Deutschland-Tempo“ fehlt nach ihrem Augenschein bisher jede Spur.

„Zu viele Kasernen in Deutschland sind in einem erbärmlichen Zustand“, mit dem derzeitigen Tempo wäre die Infrastruktur der Bundeswehr erst in einem halben Jahrhundert modernisiert.

In dem Bericht verarbeitet Högl ihre Erfahrungen von zahlreichen Besuchen bei der Truppe. Dabei sammelt die Wehrbeauftragte kuriose Geschichten:

  Beim Besuch des Hubschraubergeschwaders 64 erfuhr die Wehrbeauftragte, dass die Beschaffung eines Fliegerhelms mit ballistischem Schutz – ein marktverfügbares Produkt und bei den US-Streitkräften seit den 1990er-Jahren in Gebrauch – bis ins Jahr 2013 zurückreicht. “

Nach zehn Jahren des Wartens soll es in diesem Jahr so weit sein.

Zudem beobachtete sie, dass die Bundeswehr an Attraktivität für neue Rekruten gewinnen müsse. Vor allem für Frauen fehle der Anreiz:

  Wenn es aber schon an Selbstverständlichkeiten wie Toiletten und Duschräumen für Frauen und der erforderlichen personellen Ausrüstung fehlt, stellt sich schon die Frage der Wertschätzung. “

Fazit: Die 171 Seiten der Wehrbeauftragten sind ein Dokument des Scheiterns. Wer sich gruseln – oder auch amüsieren möchtesollte mal hineinschmökern.

20230315-image-dpa-Heinz Rühmann als Hauptmann von Köpenick
Heinz Rühmann als Hauptmann von Köpenick © dpa

Kapiteltrenner Flugchaos
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Stefan Schulte © dpa

Auch in diesem Jahr dürfte es an deutschen Flughäfen eng werden. Zwar solle die Situation besser sein als noch 2022, doch Stefan Schulte, Chef des Flughafenbetreibers Fraport, erklärte gestern:

  Es wird weiter Wartezeiten geben, etwa zu Beginn der Oster- oder Sommerferien. “

In Frankfurt erwartet das Unternehmen ein Passagieraufkommen von 90 Prozent im Vergleich zum Niveau vor der Pandemie. Der Flughafenbetreiber hat das Management der Sicherheitskontrollen mittlerweile von der Bundespolizei übernommen, so sollen Passagieraufkommen und Personal besser aufeinander abgestimmt werden.

20230216-image-dpa-mb-Sicherheitskontrolle am Flughafen
Sicherheitskontrolle am Flughafen © dpa

Der Arbeitsmarkt bleibt für Fraport der größte Engpass. Das Unternehmen sucht zahlreiche Mitarbeiter für das Bodenpersonal. Obwohl 2022 bereits über 1000 Mitarbeiter eingestellt wurden, sollen dieses Jahr weitere 1500 folgen.

Kapiteltrenner Sanktionen
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© dpa

Russisches Holz gelangt trotz Importverbot weiterhin in die EU. Wie einfach die Sanktionen gegen Russland umgangen werden, fand das Team von ZDF-frontal heraus, indem es sich als Holzimporteur ausgab. Diese Erkenntnisse offenbaren die Schwächen der EU-Maßnahmen:

  • China hat Russland als Sperrholz-Lieferant der EU seit Sanktionsbeginn beinahe komplett ersetzt.

  • Doch das „chinesische“ Holz stamme laut frontal ursprünglich aus russischen Wäldern und würde von dort nach China importiert.

  • In China wiederum würde dessen russische Herkunft für den Weiterexport in die EU verschleiert. Ein chinesischer Händler bot den frontal-Reportern an:

  Wenn Sie russisches Sperrholz kaufen wollen, können wir das importieren, neu verpacken und in Ihr Land exportieren. Viele europäische Kunden entscheiden sich dafür. “

  • Zwar sind durch die Sanktionen eigentlich auch Importe von russischen Produkten über Drittstaaten verboten, doch dieser Vorgang würde nicht kontrolliert.

  • Die großen russischen Holzkonzerne sind in Oligarchenhand. Das heißt, das Geld für das Holz fließt direkt in Putins Machtzirkel.

Fazit: Wahrscheinlich lacht man sich im Kreml einen Ast.

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Wladimir Putin beim Ustyansky-Holzindustriekomplex © imago

Kapiteltrenner: Janosch

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Oh, wie schön ist Panama © Janosch/Beltz & Gelberg Verlag

Heute vor 45 Jahren wurde das Kinderbuch „Oh, wie schön ist Panama“ veröffentlicht. Das Buch erzählt die Geschichte eines Bären und eines Tigers, die eine schwimmende Kiste im Fluss entdecken. Darauf steht in Großbuchstaben „PANAMA“ und alles riecht so köstlich nach Bananen.

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© Janosch

Die beiden Tiere machen sich voller Vorfreude auf den Weg in ihr neues Sehnsuchtsland Panama. Immer mit dabei: die Tigerente. Auf dem Weg dorthin treffen sie viele andere Tiere, die ihnen den Weg weisen.

Dieser Klassiker der Kinderbuchliteratur stammt von Horst Eckert, besser bekannt als Janosch. 1931 wurde Janosch im heutigen Polen, im oberschlesischen Zabrze, geboren. Seine Kindheit war hart, der Vater trank und schlug, die Mutter war nicht sanfter zu den Kindern. Er erzählte darüber einst der Süddeutschen Zeitung:

  Die ersten Jahre meines Lebens waren die totale Zerstörung meiner Person. “

In „Oh, wie schön ist Panama“ schuf der Autor Janosch eine bunte, fröhliche und hilfsbereite Welt. Mit Fantasie erzeugt er eine Ersatzwirklichkeit, die Millionen Kindern seither Trost und Zuversicht spendete.

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© Janosch

Anders als die Erwachsenenwelt, die Janosch als archaische Welt des Dschungels erlebte, schuf er hier eine Welt, in der die Starken sich nicht bekämpften, sondern gegenseitig halfen:

„Warum gehst du so krumm, Tiger?“ fragte der kleine Bär. „Ich bin so unglücklich, Bär.“ „Dann steig auf, ich trag dich ein Stückel.“

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© Janosch

Ich wünsche Ihnen einen kollegialen Start in den Tag. Bleiben Sie mir gewogen.

Es grüßt Sie auf das Herzlichste,

Ihr

Signatur Gabor Steingart
Gabor Steingart
Herausgeber The Pioneer

Impressum

Redaktion

Lukas Herrmann (Leitung), Daniel Bayer, Luisa Nuhr, Alexander Wiedmann

Grafiken

Nils Lang (Daten), Lynn Janzen (Titelbild)

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