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17.03.2023
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Guten Morgen Detlef Karl Klein,

„Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie.“ So beschrieb Erich Kästner einst den deutschen Nationalcharakter.

Aber wir sollten es in diesen Tagen mit unserer Vorliebe für apokalyptische Szenarien nicht übertreiben. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass wir nicht die letzte, sondern nur die nächste Generation sind.

Die aktuellen Turbulenzen im Bankensektor sind beunruhigend, aber zugleich beherrschbar. Noch sind die Kipppunkte, bei denen eine Bankenkrise zur Wirtschaftskrise wird und damit breitflächige Verluste von Wohlstand und Arbeitsplätzen bedeutet, nicht erreicht. Wer sich gruseln möchte, soll sich gruseln. Für alle anderen gibt es als Gegengift eine erhöhte Dosis Fakten.

 
Auswirkungen der Weltfinanzkrise
Entwicklung der weltweiten Volkswirtschaften in den Jahren 2007 bis 2008
Entwicklung der weltweiten Volkswirtschaften in den Jahren 2007 bis 2008
 
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Es sind vor allem sieben Fragen und sieben Antworten, die uns vor der Angststarre bewahren:

20230317-image-imago-pb-Hauptsitz der Credit Suisse in London
Hauptsitz der Credit Suisse in London © imago

1. Was ist der Kern vom Kern des Schweizer Niedergangsdramas um die Credit Suisse?

Antwort: Die Credit Suisse kämpft seit Jahren mit einer Vielzahl von Skandalen. Ständige Führungswechsel und Verfehlungen im Management haben die Bank an den Rand des Ruins gebracht. Als nun der Großaktionär Saudi National Bank ankündigte, keine frischen Mittel in die Credit Suisse einzuschießen, brach Panik aus. Die Bank erhält nun von der Schweizer Notenbank 50 Milliarden Euro, um sich über Wasser halten zu können. Aber: Dieser Fall ist die Ausnahme und nicht die Regel der Bankenindustrie.

 
Credit Suisse: Der Kursrutsch
Aktienkurs der Credit Suisse seit dem 9. März 2023, indexiert in Prozent
Aktienkurs der Credit Suisse seit dem 9. März 2023, indexiert in Prozent
 
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2. Warum sind die soliden deutschen Banken von diesen Turbulenzen betroffen?

 
Europas Banken in Bedrängnis
Kursentwicklung des „STOXX Europe 600 Banks“-ETF in der vergangenen Woche, indexiert in Prozent
Kursentwicklung des „STOXX Europe 600 Banks“-ETF in der vergangenen Woche, indexiert in Prozent
 
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Antwort: Der Kollaps regionaler US-Banken und die Turbulenzen in der Schweiz haben für eine allgemeine Unsicherheit in der europäischen Bankenbranche gesorgt. Der Euro Stoxx 600 Banks brach in der vergangenen Woche um mehr als 13 Prozent ein.

Die besondere Betroffenheit der Deutschen Bank und auch der Commerzbank, die in wenigen Tagen mit jeweils zweistelligen Verlusten zu kämpfen hatten, ergibt sich daraus, dass die hiesigen Banken deutlich kleiner sind als ihre Pendants aus den USA. JP Morgan, Bank of America oder Wells Fargo sind deutlich stärker kapitalisiert und sind daher resistenter gegenüber allgemeinen Marktschwankungen. Aber das bedeutet nicht, dass in Europa jetzt besondere Gefahren lauern. Die Börse übertreibt.

3. Warum hat die EZB die Zinsen trotz dieses Bankenbebens erhöht?

 
Eurozone: Das Inflationsproblem
Inflationsrate und Kerninflationsrate in der Eurozone seit 2019, in Prozent
Inflationsrate und Kerninflationsrate in der Eurozone seit 2019, in Prozent
 
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20221207-image-imago-pb-Christine Lagarde
Christine Lagarde © imago

Antwort: Die EZB hatte keine andere Wahl. In der Eurozone wurde die Inflation im Februar bei 8,5 Prozent gemessen – 6,5 Prozentpunkte oberhalb des Zielwerts der Preisstabilität. Und der Gründungsauftrag der Notenbank ist die Bekämpfung der Inflation und nicht die Rettung der Credit Suisse. EZB-Präsidentin Christine Lagarde:

  Die Inflation wird voraussichtlich zu lange zu hoch bleiben. “

Hinzu kommt: Wenn die EZB von ihrer bisherigen geldpolitischen Strategie abgewichen wäre und die Zinsen nicht oder nur geringer erhöht hätte, hätte sie sich angreifbar gemacht.

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Clemens Fuest © imago

Ifo-Präsident Prof. Clemens Fuest sagt:

  Die Notenbank würde das Signal geben, dass sie glaubt, wir hätten hier ein größeres Problem. “

 
EZB: Der nächste Zinsschritt
Entwicklung des EZB-Leitzins seit 2010, in Prozent
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4. Müssen die Banken wieder mit Steuergeld gerettet werden?

Antwort: Da kein privater Investor bereit ist, dieses löchrige Fass zu stopfen, muss der Steuerzahler wieder ran. Die von der Privatwirtschaft organisierten Rettungsschirme – der Rettungsfonds der öffentlichen Banken in Deutschland oder die Federal Deposit Insurance in den USA – sind zu klein, um Milliardenpleiten abfedern zu können.

In der Schweiz stellt der Staat für die Credit Suisse, die an der Börse keine neun Milliarden Euro mehr wert ist, einen 50 Milliarden Euro Kredit zur Verfügung – siehe oben. In dem symbiotischen Verhältnis von Finanzsektor und Staatlichkeit findet die Bastardökonomie ihren weithin sichtbaren Ausdruck. Banken retten Staaten und Staaten retten Banken. Und wenn beide nicht mehr weiter wissen, geht man zur Notenbank und lässt Geld nachdrucken.

5. Ist die Finanzstabilität in Gefahr?

 
Das Bankversagen
Ausgewählte US-Bankzusammenbrüche seit 2000 nach Wert der Aktiva, in Milliarden Dollar
Ausgewählte US-Bankzusammenbrüche seit 2000 nach Wert der Aktiva, in Milliarden Dollar
 
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Antwort: Nein, so weit sind wir noch nicht. „Die Silicon Valley Bank war ein absoluter Sonderfall. Ich sehe dadurch kein systemisches Risiko für den deutschen Finanzsektor“, sagt etwa Finanzexperte Peter Barkow, der 2008 als Head of Continental European Real Estate Research bei Lehman Brothers die letzte Finanzkrise hautnah miterlebte. Heute sagt er:

  Die Bedeutung von Lehman Brothers für das globale Finanzsystem war 2008 viel größer. Zudem standen andere Investmentbanken vor ähnlichen Herausforderungen. “

6. Wer profitiert von diesen Turbulenzen?

Antwort: Diese Krise betrifft nicht alle Banken gleichermaßen, sie spielt den Großen in die Hände. Gegenüber den kleinen privaten Banken herrscht eine wachsende Skepsis bezüglich ihrer Stabilität. Schon hat das Cherry Picking begonnen, wie die Investmentbanker es nennen. So erwarb HSBC das UK-Geschäft der Silicon Valley Bank zu einem sensationellen Verkaufspreis von einem Pfund.

Auch die größte Bank der Welt, JP Morgan, ist ein möglicher Profiteur. Durch den Kollaps der regionalen US-Banken könnte das Kreditinstitut es der HSBC gleichtun und ihre Konkurrenten samt Kundenstamm und Geschäft zu einem sehr günstigen Preis übernehmen.

 
Die Hitparade der Banken
Bilanzsumme ausgewählter Banken im Jahr 2022, in Milliarden Dollar
Bilanzsumme ausgewählter Banken im Jahr 2022, in Milliarden Dollar
 
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7. Zieht die Finanzbranche jetzt die ganze Wirtschaft runter?

Antwort: Ein solches Weltfinanzbeben, das auch die anderen Branchen infiziert, ist nicht auszuschließen. Aber die Wahrscheinlichkeit ist nicht hoch. Die Realwirtschaft zeigt sich nach der Corona-Pandemie und trotz der Schwierigkeiten bei Lieferketten und Facharbeitern in einem robusten Zustand. Der Maschinenbau, die Autoindustrie, aber auch die Rüstungskonzerne, die Energiegiganten und die Digitalwirtschaft des Silicon Valley laufen rund. In 2022 wurden Rekordgewinne abgeliefert.

Auch die Gewinnprognosen für das laufende Jahr sind in der Summe positiv. Der IWF schätzt das globale Wirtschaftswachstum in diesem Jahr auf 2,9 Prozent. Das würde einen enormen Wohlstandszuwachs bedeuten: Im Prinzip kommt damit bis zum Jahresende das Bruttosozialprodukt eines großen Industrielandes wie Frankreich dazu.

Fazit: Dies ist die Zeit erhöhter Wachsamkeit, aber nicht die Zeit für Panikattacken. Die Berufsgruppe derer, die jetzt in den Medien täglich Fanfaren der Furcht blasen, sollten innehalten. Oder um es mit Ernest Hemingway zu sagen:

  Man braucht wenige Jahre um sprechen und fünfzig, um schweigen zu lernen. “

Kapiteltrenner Die Abmahnung
20230317-image-imago-pb-Olaf Scholz
Olaf Scholz © imago

Die Wahrheitsliebe des Abzumahnenden ist nicht sonderlich ausgeprägt. In der Absicht, die Finanzmärkte zu beruhigen, bedient er sich heute Morgen im Handelsblatt der Notlüge. „Wir leben in einer völlig anderen Zeit“, sagt Olaf Scholz mit Blick auf die Finanzkrise von 2008. Gesetzgeber und Bankenaufsicht hätten ihre Lehren aus der Lehman-Pleite gezogen.

  Wir sehen, dass in den USA, in Großbritannien und zuletzt in der Schweiz die Verantwortlichen schnell und entschlossen gehandelt haben. “

Wahr ist: Die Eigenkapitalquoten der Banken wurden seit Lehman nicht ausreichend erhöht. Die von der Finanzindustrie selbst bezahlten Feuerwehrfonds sind weiterhin unterfinanziert. Die Finanzaufsicht schritt weder im Fall Wirecard noch im Fall der Silicon Valley Bank rechtzeitig ein. Sowohl in den USA als auch in der Schweiz wird Steuerzahlergeld eingesetzt, weil in der Finanzindustrie Risiko und Verantwortung entkoppelt sind, damals wie heute.

Prof. Hans-Werner Sinn sagt:

  Banken sind immer noch Kasinos. “

Kapiteltrenner BILD
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Marion Horn © dpa

Die komplette Chefetage der BILD wurde gestern ausgetauscht: Johannes Boie, Alexandra Würzbach und Claus Strunz müssen gehen, Marion Horn nahm noch am selben Tag ihren Platz in der Chefredaktion ein.

Vorstellen musste sich die Neue nicht: Sie hat 25 Jahre Erfahrung bei Springer, von 2013 bis 2019 war sie Chefredakteurin der Bild am Sonntag. Sie ist eine 5-Sterne-Journalistin mit Boulevard-Blut in den Adern, die keine Angst vor großen Tieren hat. Sie ging damals aufgrund der Zusammenlegungspläne des Verlages, die sie für eine Respektlosigkeit gegenüber den sehr unterschiedlichen Kulturen von Bild und Bild am Sonntag hielt. Bild am Sonntag war immer die liberale Schwester der Bild-Zeitung.

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Robert Schneider © dpa

Am 17. April wird der jetzige Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Focus, Robert Schneider, dazustoßen, und mit Horn gemeinsam die BILD-Gruppe leiten. Bis dahin sollte Marion Horn die Machtfülle genießen. Denn spätestens dann werden die Einflusssphären erneut abgesteckt. In der Erklärung des Verlages heißt es:

  Marion Horn und Robert Schneider werden BILD mit den stellvertretenden Chefredakteuren René Bosch, Timo Lokoschat, Tanja May, Paul Ronzheimer, Mandy Sachse und Yvonne Weiß führen und die einzelnen Verantwortungsbereiche nach Robert Schneiders Antritt genau zuteilen. “

Fazit: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Die Chefredakteure wechseln, die kompetitive BILD-Kultur bleibt.

Kapiteltrenner Rentenreform
20230317-image-dpa-mb-Studenten demonstrieren gegen die geplante Rentenreform der Regierung.
Studenten demonstrieren gegen die geplante Rentenreform der Regierung. © dpa

Frankreichs Präsident Macron setzte gestern die umstrittene Rentenreform ohne Parlamentsabstimmung durch. Das Renteneintrittsalter in Frankreich soll dadurch von 62 auf 64 Jahre angehoben werden.

Seit Monaten protestieren hunderttausende Franzosen gegen die geplante Reform – auch gestern. Um eine Ablehnung im Parlament zu umgehen, beantragte Macron eine Sondervollmacht.

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Marine Le Pen © imago

Warum das wichtig ist: Mit diesem Manöver riskiert Macron seinen Posten. Laut der französischen Verfassung kann er zwar – wie jetzt geschehen – ein Gesetz ohne die Zustimmung des Parlaments durchdrücken, doch die Opposition kann 24 Stunden danach einen Misstrauensantrag stellen. Die rechtspopulistische Marine Le Pen nutzte die Gunst der Stunde und kündigte einen solchen Schritt an.

Die Abgeordneten entscheiden: Müssen jetzt die Menschen länger oder womöglich Macron kürzer arbeiten?

Kapiteltrenner Demokratie
Sophie Schönberger (c) Jochen Müller
Sophie Schönberger © Jochen Müller

Demokratie braucht Gemeinschaft und die Akzeptanz der anderen Meinung. Doch genau das scheint momentan nicht selbstverständlich, die Fronten zwischen Andersdenkenden scheinen sich immer mehr zu verhärten.

Die Verfassungsrechtlerin Sophie Schönberger ist Professorin an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. In ihrem Essay über die „Zumutung Demokratie“ untersucht sie, welche Bedeutung das „Wir“ noch in Deutschland spielt. Sie sagt, dass die Krise der Demokratie eine Krise der Gemeinschaft ist, eine des Einander-Aushaltens und des Zusammenfindens:

  Die Zumutung in der Demokratie ist der oder die Andere. “

Doch dieser Gesellschaftsvertrag, in dem der eine dem anderen Freiheitsräume zugesteht und sich gleichzeitig in die Gesellschaft einbringt, scheint brüchig geworden. Sie sagt:

  Der Vertrag trägt weniger in einer Gesellschaft, die sehr stark von Individualisierung und Selbstverwirklichung getrieben ist. Das ist zwar eine große Errungenschaft, aber die Kehrseite ist eben, dass uns die Übung verloren gegangen ist. “

Am 16. Februar erschien Schönbergers „Zumutung Demokratie“. Einen Auszug des Buches lesen Sie hier.

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Dazu passt: Am Montag haben wir uns mit der steigenden Anzahl an Nichtwählern und deren Bedeutung für die Demokratie beschäftigt. Stimmen dazu gibt es von Gregor Gysi und dem ehemaligen Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung, Heribert Prantl. Prädikat streitbar.

Kapiteltrenner Verkehrswende
20230317-image-imago-mb-TotalEnergies-Tankstelle in Denkendorf
TotalEnergies-Tankstelle in Denkendorf © imago

Der französische Energiekonzern TotalEnergies zieht sich als Tankstellenbetreiber in Deutschland und den Niederlanden zurück. Man wolle sich im Kundengeschäft künftig mehr mit Elektromobilität und Wasserstoff beschäftigen, heißt es als Begründung.

Betroffen sind 1198 Tankstellen in Deutschland und 392 Tankstellen in den Niederlanden, die nun an das kanadische Unternehmen Alimentation Couche-Tard verkauft werden. Allerdings behält Total die Ladestationen außerhalb der Tankstellen sowie den Wasserstoffvertrieb und bleibt im Großhandel mit Kraftstoffen aktiv.

20230317-image-imago-mb-Ladestation Elektroautos von TotalEnergies
Ladestation Elektroautos von TotalEnergies © imago

Der Rückzug aus dem Tankstellengeschäft hänge mit der von der EU angestrebten Klimaneutralität sowie dem geplanten Ende des Verkaufs neuer Verbrenner-Autos ab 2035 zusammen, die Tankstellen würden bereits Umsatz einbüßen. Elektroautos müssen zwar auch getankt werden, jedoch findet dies Schätzungen zufolge zu rund 85 Prozent zu Hause oder am Arbeitsplatz statt.

Die Transaktion wird TotalEnergies dabei helfen, sein Ziel zu erreichen, den Verkauf von Erdölprodukten bis 2030 um 30 Prozent zu reduzieren, wie es ein Plan des Konzerns zur Senkung der Kohlenstoffemissionen vorschreibt. Allerdings beliefert Total den neuen Tankstellenbetreiber Couche-Tard mindestens die kommenden fünf Jahre weiterhin mit Kraftstoff.

Kapiteltrenner Rheinmetall
20230317-image-imago-pb-Armin Papperger, CEO von Rheinmetall
Armin Papperger, CEO von Rheinmetall © imago

Kurz vor der Aufnahme in den Dax hat Rheinmetall für 2022 ein neues Rekordergebnis vorgelegt:

  • Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei 6,4 Milliarden Euro, der höchste Wert in der Konzerngeschichte.

  • Das operative Ergebnis (Ebit ohne Sondereffekte) stieg um 27 Prozent auf 754 Millionen Euro – ebenfalls ein Rekord.

Für dieses Jahr erwartet Rheinmetall „ein anhaltendes Umsatz- und Ergebniswachstum“. Der Konzern rechnet mit einem Umsatz von 7,4 bis 7,6 Milliarden Euro und einer operativen Ergebnismarge von rund zwölf Prozent (11,8 Prozent im Jahr 2022).

Die Prognose wurde am Markt allerdings als leichte Enttäuschung wahrgenommen, da die Zahlen eher im unteren Bereich der Erwartungen lagen. Rheinmetall beendete den Handelstag mit 0,8 Prozent im Minus.

Dazu passt: Vor drei Wochen besuchte uns Rheinmetall-CEO Armin Papperger auf der PioneerOne. Das Gespräch über den Krieg in der Ukraine und den Krieg der Zukunft können Sie hier nachhören. Unsere Videochefin Noemi Mihalovici hat die wichtigsten Aussagen im untenstehenden Film festgehalten. Außerdem möchte ich Ihnen dieses Portrait über Armin Papperger, geschrieben von meiner Kollegin Luisa Nuhr, zur Lektüre empfehlen.

VIDEO: Die Zukunft des Krieges in 6 Minuten – Gabor Steingart im Gespräch mit dem Rheinmetall-CEO
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Kapiteltrenner RTL
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Thomas Rabe © dpa

Für Bertelsmann- und RTL-Chef Thomas Rabe häufen sich die Probleme: RTL, die wichtigste Tochter im Bertelsmann-Konzern, meldete gestern einen Gewinnrückgang von 15,2 Prozent. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Werte (Ebita) erzielte RTL Deutschland nur noch einen Überschuss von 459 Millionen Euro.

Die RTL-Gruppe, zu der neben RTL Deutschland auch die französische TV-Gruppe M6 und RTL Nederland gehören, verzeichnete ebenfalls einen geringeren Gewinn. Das Ebita sank um sechs Prozent auf 1,08 Milliarden Euro. Die Umsätze stiegen allerdings um 8,8 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro.

Grund für den geringeren Gewinn ist vor allem der Rückgang der TV-Werbeumsätze um 4,4 Prozent. RTL erzielt gut 43 Prozent seiner Umsätze durch TV- und Radio-Werbung.

Außerdem kämpft Rabe mit der Umsetzung des Streaming-Angebots RTL+. Zwar wuchs die Zahl der Nutzer in Deutschland um 48,1 Prozent auf 4,02 Millionen, der Dienst soll trotz deutlich gestiegener Umsätze jedoch erst 2026 profitabel sein. Beim Marktanteil hält RTL+ nur rund zwei ProzentNetflix kommt laut Schätzungen auf 30 Prozent.

Kapiteltrenner Bauherren
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Christian Lindner bei der Sendung „Maischberger“ © dpa

Nicht nur das Bundeskanzleramt soll erweitert werden: Finanzminister Christian Lindner lässt ebenfalls einen teuren Erweiterungsbau für sein Ministerium planen – was bisher kaum bekannt war.

Kostenpunkt: Bis zu 652,6 Millionen Euro. Das geht aus einem Bericht an den Haushaltsausschuss hervor, der meinem Kollegen Rasmus Buchsteiner vorliegt.

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Erweiterungsbau für das Kanzleramt © dpa
20230317-image-Bundesregierung/Schultes Frank Architekten-pb-Außenfront des Erweiterungsbaus an der angrenzenden öffentlichen Parkanlage.
Außenfront des Erweiterungsbaus an der angrenzenden öffentlichen Parkanlage. © Bundesregierung/Schultes Frank Architekten

Dabei muss man wissen: Die Nutzfläche des Bundesfinanzministeriums an der Berliner Wilhelmstraße beläuft sich bereits jetzt auf 56.000 Quadratmeter.

20230317-image-dpa-pb-Olaf Scholz und Christian Lindner
Olaf Scholz und Christian Lindner © dpa

Zum Vergleich: Das Kanzleramt soll nach dessen umstrittener Erweiterung über rund 50.000 Quadratmeter verfügen.

Das Thema erweckt auch deshalb Aufmerksamkeit, weil Lindner gerade erst die Pläne für den Erweiterungsbau der Regierungszentrale in der TV-Show von Sandra Maischberger infrage gestellt hat. Die Indiskretion über die Lindner-Pläne zum jetzigen Zeitpunkt ist daher kein Zufall. Im normalen Leben nennt man das eine Intrige. In Berlin nennt man das Politik.

Die ganze Geschichte über den Wettlauf der Bauherren Scholz und Lindner lesen Sie hier in unserem Politik-Teil.

Ich wünsche Ihnen einen heiteren Start in das Wochenende. Bleiben Sie mir gewogen.

Es grüßt Sie auf das Herzlichste,

Ihr

Signatur Gabor Steingart
Gabor Steingart
Herausgeber The Pioneer

Impressum

Redaktion

Lukas Herrmann (Leitung), Daniel Bayer, Luisa Nuhr, Alexander Wiedmann

Den Beitrag „Bauherren“ lieferte Rasmus Buchsteiner.

Grafiken

Nils Lang (Daten), Henning Schmitter (Titelbild)

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