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20.03.2023
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Guten Morgen Detlef Karl Klein,

der in der Gedankenwelt von Franz Kafka geborene Handelsvertreter Georg Samsa erwachte aus unruhigen Träumen und fand sich in seinem Bett zum Käfer verwandelt. Er konnte sein Unglück kaum fassen, lag er doch nahezu bewegungsunfähig auf einem panzerartig harten Rücken:

  Seine vielen, im Vergleich zu seinem sonstigen Umfang schrecklich dünnen Beine flimmern ihm hilflos vor den Augen. “
20230320-image-theopiatemagazine.com-mb-Gregor Samsa Käfer
© theopiatemagazine.com

Erst hält Samsa seine neue Erscheinung für eine vorübergehende, doch die ersehnte Rückverwandlung ins Menschliche unterbleibt. Kafka lässt ihn zappeln. Als übergroßer Käfer krabbelt der ehemalige Handelsvertreter nun durch die Wohnung.

Angesichts der Hässlichkeit seines Äußeren erkaltet die Liebe der Schwester zum Bruder – sie schrumpft ihn, der für sie unansehnlich und auch unverstehbar geworden ist, vom „Er“ zum „Es“ – bis Gregor Samsa alias der Käfer in all seiner Nutzlosigkeit noch vor dem nächsten Sonnenaufgang stirbt.

Diese düstere Parabel auf ein Dasein, das seine Form, seinen Sinn und schließlich das Leben selbst verliert, erzählt die Geschichte einer emotionalen Erkaltung. Diese Erzählung sei den Funktionären der Regierungsparteien dringend zur Lektüre empfohlen. Vergleichen heißt nicht gleichsetzen, aber sie sollten sie schon als Warnung für sich und den Parteienstaat lesen.

Dessen Verwandlung ist nicht vollendet, aber weit fortgeschritten. Die Verpanzerung gegenüber dem normalen Leben hat begonnen. Die Schönheit der Demokratie hat durch die Berliner Machtspiele spürbar gelitten.

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Deutscher Bundestag © imago

Verwandlung Nr. 1: Vom Publikumsliebling zum Apparatschik

Mit der jetzt vom Deutschen Bundestag beschlossenen Wahlrechtsreform gelangt der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete nicht mehr automatisch in den Plenarsaal. Sein Wahlerfolg verpufft, wenn seine Partei nicht gleichzeitig genug Zweitstimmen gewinnen kann.

Die neuen Regeln klingen bürokratisch, aber sind in Wahrheit bösartig: All die unruhigen Geister, die sich beim Wähler durch Charakterfestigkeit und Stehvermögen einen Namen gemacht haben, werden jetzt aussortiert.

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Gregor Gysi © Anne Hufnagl

Wenn ihre Partei die Fünf-Prozent-Hürde nicht überspringt, was der Linkspartei, der FDP und auch der CSU, deren bayerisches Wahlergebnis auf den Bundesdurchschnitt hochgerechnet wird, passieren kann, sind diese Politiker erledigt. Bislang konnten Solitäre wie Gregor Gysi auch dann in den Bundestag einziehen, wenn es ihre Partei anhand der Zweitstimmen nicht schaffte – und damit ihre ganze Partei mit in das Parlament befördern. Das bisherige Wahlrecht bedeutete: Vorfahrt für Charakterköpfe.

 
Großparteien gewinnen Stimmen
Wahlergebnis der Bundestagswahl 2021 mit und ohne Wahlrechtsreform, in Prozent
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Wolfgang Schäuble, dienstältester Abgeordneter im Bundestag, sagt zu der Wahlrechtsreform:

  Das neue Modell wäre de facto ein reines Listenwahlrecht, das die Parteizentralen stärkt, nicht die Parteien oder gar Einzelpersonen vor Ort. Das schwächt das Prinzip der Repräsentation, auf das unser parlamentarisches System angelegt ist. “

Denn damit wird möglich, dass ein Wahlkreisgewinner nicht nach Berlin mitfahren darf, obwohl er sich demokratisch legitimiert hat. Das sei nun vor dem Bundesverfassungsgericht zu klären, sagt Schäuble:

  Hier wird ein System geschaffen, das auf Täuschung und Enttäuschung des Wählers ausgelegt ist. Ihm wird suggeriert, er könne seine Wahlkreiskandidaten direkt wählen – dabei wird der Kandidat am Ende womöglich gar nicht ins Parlament gelangen. “

Verwandlung Nr. 2: Vom Understatement zu Großmannssucht

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Helmut Schmidt mit Kurt Kiesinger (li) und Willy Brandt (re) vor dem Bundeskanzleramt in Bonn, 1979 © imago

Das Bundeskanzleramt von Helmut Schmidt bestand aus einem dreiteiligen Regierungszentrum – dem zwischen 1973 und 1976 errichteten Neubau, dem Palais Schaumburg und einem funktionalen Kanzlerbungalow, eingebettet in eine alte Parkanlage.

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Helmut Schmidt 1976 nach dem Umzug des Kanzleramtes vom Palais Schaumburg in den Bonner Neubau © dpa

Die Nutzfläche im Neubau, der mir als damaligem Bonner Spiegel-Korrespondent und gelegentlichen Besucher im Hause Kohl, später Schröder keineswegs klein oder unangemessen erschien, betrug rund 12.000 Quadratmeter.

Unten befand sich ein Weinkeller, den Kohl mit Pfälzer Wein so reichlich bestückt hatte, dass noch Bodo Hombach und dessen Besucher davon profitierten. Der damalige Kanzleramtsminister besaß zudem ein spartanisch eingerichtetes Nebenzimmer mit Einzelbett, das man durch eine Art Tapetentür betrat und das er gelegentlich als Übernachtungsstätte nutzte. Diese Kammer hatte die Größe eines begehbaren Kleiderschranks.

Das Berliner Kanzleramt streifte diese liebenswerte Nachkriegsbescheidenheit ab und verkörpert erneut die Großartigkeit von Macht. Motto: Wir sind wieder wer. Mit 25.000 Quadratmetern Nutzfläche ist es deutlich größer als die Regierungszentrale von Adenauer, Brandt, Schmidt, Kohl und Schröder.

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Erweiterungsbau für das Kanzleramt © dpa
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Erweiterungsbau für das Kanzleramt © dpa

Doch das war nur der Eröffnungsspielzug einer politischen Elite, die offenbar Maß und Mitte verloren hat. Der unter Angela Merkel geplante und nun von Olaf Scholz zur Vollstreckung freigegebene Erweiterungsbau des Bundeskanzleramts soll die heutige Berliner Bürofläche verdoppeln. Damit wird die deutsche Regierungszentrale den Élysée Palast von Emmanuel Macron und das Weiße Haus von Joe Biden um 350 beziehungsweise 880 Prozent übertreffen.

 
Bundeskanzleramt: Der Größenwahn
Geplante Erweiterung des Bundeskanzleramtes und relevante Kennzahlen
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Hinzu kommt, dass der Bundeskanzler während der Bauzeit seiner neuen Räumlichkeiten – planmäßig bis 2028 – mit seinem Hubschrauber an der Rückseite des Kanzleramts starten und landen muss. Das hat zur Folge: Für Anflug und Abflug muss jedes Mal nicht nur die Spree gesperrt werden, sondern auch der Uferweg auf beiden Seiten. Der fliegende Kanzler wird für die Berliner damit zum Ärgernis und für die Touristen zur Attraktion.

Kanzler-Heli
Der Regierungshubschrauber von Kanzler Olaf Scholz bei der Landung am Kanzleramt. © imago

Verwandlung Nr. 3: Vom Bürgermeister zum Salonlöwen

Früher liefen die Oberbürgermeister – auch solche, die ich als Weggefährte und Freund aus der Nähe beobachten durfte – mit dem gezückten Notizbuch durch ihre Städte. Männer wie Hanno Drechsler in Marburg, Horst Niggemeier in Datteln oder Thomas Geisel in Düsseldorf waren Sozialdemokraten, die sich eine zu eng getaktete Fußgängerampel und auch den Müllberg im Stadtpark notierten, um in der Besprechung der Behördenleiter die gesammelten Ärgernisse der Bürger zur Sprache zu bringen.

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Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin im Jahre 2017 © dpa

Der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, hingegen wunderte sich erst nach seinem Ausscheiden über die Verwahrlosung seiner Stadt. Sein Hochsitz im Restaurant Borchardt und seine VIP-Fahrten in der Limousine hatten ihm die wahre Wirklichkeit nicht gespiegelt, sondern vorenthalten:

Er habe erst jetzt bemerkt, „dass die Stadt schmutzig ist, ist mir vorher nicht aufgefallen“, sagte er kürzlich dem SPIEGEL. Er sei „natürlich immer in den Limousinen gefahren, 80 Prozent meiner Termine waren in Mitte“ und hat sein Mittagessen demnach nicht in den Problembezirken, sondern im Scheinwerferlicht der Edelrestaurants des Regierungsviertels zu sich genommen. Der viele Schmutz im öffentlichen Raum störe ihn nun, da er Fußgänger und Radfahrer sei, doch sehr:

  Jetzt fällt mir das auf, ganz merkwürdig. “

Fazit: Die Schönheit der Demokratie wird durch größenwahnsinnige Bauprojekte, eine volksferne Wahlrechtsreform und selbstherrliche Funktionsträger entstellt. Für ein Happy End müssen die Beteiligten hart arbeiten. Lesen allein hilft nicht. Denn die Parabel von Franz Kafka hält kein glückliches Ende für die Leser bereit.

Das Ableben des Gregor Samsa, der bis zum Schluss ein Mensch blieb, auch wenn er nun wie ein Käfer aussah, sorgte bei allen Beteiligten für Erleichterung. Man kann nur hoffen, dass es den Parteien besser geht als ihm, bei dessen Ende die Putzfrau mit triumphaler Stimme rief:

  Sehen Sie nur mal. Es ist krepiert. Da liegt es, ganz und gar krepiert. “
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Franz Kafka © imago

Kapiteltrenner Sonntagstrend
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Alice Weidel, Vorsitzende der AfD © dpa

Dazu passt: Die AfD liegt in der ersten Meinungsumfrage nach der Bundestagswahl vor den Grünen. Laut der im Auftrag von BILD am Sonntag veröffentlichten INSA-Umfrage kann sich die AfD auf insgesamt 16 Prozent verbessern. Damit rangiert die rechtspopulistische Partei nunmehr hinter der CDU/CSU und der SPD auf dem dritten Platz. Als Grund für den Abwärtstrend der Grünen wird die aktuelle Heizungsdebatte aufgeführt. Allerdings dürften auch die vorherigen Habeck-Initiativen – von der schließlich gekippten Gasumlage bis zum AKW-Aus – zumindest bei bürgerlichen Wählern für Verdruss gesorgt haben.

 
AfD überholt die Grünen
INSA-Zustimmungswerte der Parteien seit der Bundestagswahl 2021, in Prozent
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Kapiteltrenner Credit Suisse Übernahme
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Logos der Schweizer Banken Credit Suisse und UBS an Gebäuden auf dem Paradeplatz. © dpa

Die Schweizer Großbank UBS hat gestern Abend dem Kauf der Credit Suisse zugestimmt. Das Angebot wurde im Laufe des gestrigen Tages von einer Milliarde auf mehr als 1,9 Milliarden Euro erhöht. Als Teil des Deals unterstützt die Schweizer Notenbank die Übernahme mit einer Liquiditätshilfe von 100 Milliarden Euro an beide Banken.

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Thomas J. Jordan, Präsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank © dpa

„Die Credit Suisse gilt als systemrelevante Bank mit weltweiter Bedeutung. Ein Konkurs hätte schwere Konsequenzen für die nationale und internationale Finanzstabilität”, erklärt SNB-Chef Thomas Jordan.

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Axel Lehmann, Präsident der Credit Suisse © dpa

Der Übernahmepreis beträgt somit nur einen Bruchteil des Schlusskurses der Credit Suisse vom Freitag, sodass die Aktionäre von Credit Suisse praktisch leer ausgehen. Die UBS werde nun mehr als 0,50 Schweizer Franken pro Aktie in eigenen Aktien bezahlen, was weit unter dem Schlusskurs der Credit Suisse von 1,86 Franken am vergangenen Freitag lag. Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse, Axel Lehmann, – nomen est omen – kommentiert die Übernahme wie folgt:

  Es ist ein trauriger Tag. Der Fokus liegt nun aber auf den 50,000 Mitarbeitern. Die vorliegende Übernahme durch die UBS bringt wieder Stabilität und Sicherheit. “

 
Credit Suisse: Die nächste Krisenbank
Aktienkurs der Credit Suisse AG seit dem 13. März, in Euro
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Kapiteltrenner Putin-Update
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Mikhail Razvozhayev und Wladimir Putin beim Besuch der Krim © imago

Erstmals seit Kriegsbeginn ist der russische Präsident Wladimir Putin in die besetzten Gebiete der Ukraine gereist – der Kreml spricht von einem „Arbeitsbesuch“.

  • Am Samstag besuchte er die Krim. Am selben Tag jährte sich die russische Annexion der ukrainischen Halbinsel zum neunten Mal.

 
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Wladimir Putin und Marat Khusnullin besuchen das Theater in Mariupol © dpa
  • Danach reiste er in die Stadt Mariupol. Das russische Staatsfernsehen veröffentlichte ein Propagandavideo, in dem Putin persönlich am Steuer eine Rundfahrt durch die besetzte Stadt unternahm, mit zutiefst dankbaren Anwohnern sprach und die Philharmonie besuchte. Drei Monate war Mariupol unter russischem Beschuss, 90 Prozent der Gebäude wurden zerstört, Zehntausende sind gestorben. Michailo Podoljak, Berater von Wolodymyr Selenskyj, schrieb auf Twitter:

  Der Mörder von Tausenden von Familien in Mariupol kam, um die Ruinen der Stadt und ihre Gräber zu bewundern. Zynismus und mangelnde Reue. “
20230320-image-dpa-mb-Wladimir Putin spricht mit Anwohnern in Mariupol
Wladimir Putin spricht mit Anwohnern in Mariupol © dpa

Erst am Freitag stellte der Strafgerichtshof in Den Haag einen Haftbefehl gegen Putin aus. Feldherr Putin symbolisiert mit seinem Ausflug, dass er nicht Demut und Scham, sondern Siegesgewissheit empfindet. Auch er will Frieden – aber zu seinen Bedingungen.

Kapiteltrenner Termine der Woche

Montag, 20. März

Wladimir Putin und Xi vor ihren gemeinsamen Gesprächen am 04.02.22
Wladimir Putin und Xi Jinping © dpa
  • Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping trifft sich in Moskau mit Wladimir Putin. Es ist Xis erster Besuch in Russland seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine.

  • In Brüssel kommen die EU-Außen- und Verteidigungsminister zusammen. Es soll unter anderem um den gemeinsamen Kauf von Munition für die Ukraine und neue Sanktionen gegen den Iran gehen. Für Deutschland werden Außenministerin Annalena Baerbock und Verteidigungsminister Boris Pistorius erwartet.

 
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Nancy Faeser © dpa
  • Bundesinnenministerin Nancy Faeser und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sind in Kanada. Sie informieren sich über die Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte.

  • Rheinmetall wird in den Dax aufgenommen. Der Rüstungskonzern ersetzt in der ersten deutschen Börsenliga den Dialyse-Spezialisten Fresenius Medical Care.

Dienstag, 21. März

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Jens Stoltenberg © dpa
  • In Brüssel stellt Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg den Jahresbericht 2022 vor.

  • Das Statistische Bundesamt veröffentlicht den Frühindikator für den Außenhandel und die Erzeugerpreise für Dienstleistungen im vierten Quartal und Gesamtjahr 2022.

  • In Weimar kommt die Grüne Bundestagsfraktion zu einer dreitägigen Klausur zusammen. Mit dabei sind auch Baerbock und Habeck.

  • Jahreszahlen liefern RWE und der Sportartikelkonzern Nike.

Mittwoch, 22. März

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Jerome Powell © dpa
  • Die US-Notenbank gibt ihre Entscheidung über den weiteren Kurs der Geldpolitik bekannt. Fed-Chef Jerome Powell veröffentlicht zudem eine Prognose zu Zinserhöhungen, Wirtschaftswachstum, Inflation und Arbeitsmarkt.

  • Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland veröffentlicht seine aktualisierte Konjunkturprognose für 2023/2024.

Donnerstag, 23. März

  • In Brüssel beginnt der zweitägige EU-Gipfel. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem Debatten zur Ukraine, zur Wettbewerbsfähigkeit, zum Binnenmarkt, zur Wirtschaft und Energieversorgung.

 
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Ladesäule für Elektroautos © dpa
  • Das Statistische Bundesamt veröffentlicht Zahlen zu E-Autos und Verbrennern in den Bereichen Außenhandel, Produktion und Umsätze der Automobilindustrie im Jahr 2022.

  • Einblick in die Bilanzen geben heute Fresenius, CTS Eventim und HeidelbergCement.

Freitag, 24. März

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© dpa
  • Das Statistische Bundesamt veröffentlicht die Preise für Wohnimmobilien (Häuserpreisindex) im vierten Quartal und für das Gesamtjahr 2022 sowie Zahlen zum Bauhauptgewerbe im Januar 2023.

  • Die Deutsche Wohnen liefert ihr Zahlenwerk für das erste Quartal 2023.

Sonntag, 26. März

  • Volksentscheid über ein klimaneutrales Berlin ab 2030. Das aktuelle Ziel lautet 2045. Wenn es genug Ja-Stimmen gibt, muss das Berliner Klimaschutz- und Energiewende-Gesetz geändert werden.

  • Beginn der Sommerzeit in Deutschland und den meisten europäischen Ländern. Seit 1980 werden die Uhren am letzten Sonntag im März um 2 Uhr um eine Stunde vorgestellt, auf 3 Uhr.

Kapiteltrenner Jessica von Bredow-Werndl 
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Jessica von Bredow-Werndl © dpa

Das Verhältnis zwischen Mensch und Tieren ist vielschichtig und hoch umstritten. Ob es um den Verzehr, die Haltung oder die Nutzung geht: ein Konsens, der alle glücklich stellt, inklusive dem Tier, scheint schwer vorstellbar. Jessica von Bredow-Werndl ist eine wichtige Stimme in dieser Debatte, auch wenn sie bisher eher im Hintergrund wirkt.

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Jessica von Bredow-Werndl © dpa

Bredow-Werndl ist eine deutsche Ausnahme-Sportlerin, eine Dressurreiterin mit internationalem Renommee. Sie wurde 2021 zweifache Olympiasiegerin in Tokio. Kurz darauf nahm sie mit ihrem Pferd Dalera den Platz an der Spitze der Weltrangliste ein. Hinzu kommen unzählige Erfolge bei Europa- und Weltmeisterschaften. Sie und ihr Pferd würden „eine Art Tanz-Partnerschaft“ bilden, sagt sie.

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Jessica von Bredow-Werndl © dpa

Grundlage für ein erfolgreiches Zusammenspiel zwischen Mensch und Tier ist laut Bredow-Werndl harte Arbeit und vor allem Vertrauen:

  Wenn ich mir und meinem Pferd nicht vertraue, dann kann keine Energie fließen und keine Performance auf höchstem Niveau funktionieren. Mir ist es unheimlich wichtig, die Pferde auch vom Boden aus kennenzulernen und nicht nur im Sattel. “

In der aktuellen Debatte um das Tierwohl bezieht sie glasklar Stellung:

  Solange es Schlachthöfe gibt, wird es Schlachtfelder geben. “

Fazit: Hier schauen wir einer Sportlerin in die Seele, die selbstbewusst auch zu gesellschaftspolitischen Fragen Stellung bezieht. Prädikat: inspirierend.

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Kapiteltrenner Oscars
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Oscar-Statue © dpa

Über 3.200 Oscars wurden von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences seit 1929 vergeben. Einen Oscar zu bekommen, ist eine große Ehre, aber keine materielle Bereicherung – zumindest offiziell. Seit 1951 müssen alle Oscar-Preisträger eine Vereinbarung unterzeichnen:

  Die Preisträger dürfen die Oscar-Statuette nicht verkaufen oder anderweitig veräußern und auch nicht zulassen, dass sie von Rechts wegen verkauft oder veräußert wird, ohne sie zuvor der Academy für die Summe von $1,00 zum Kauf anzubieten. “

Unter der Hand allerdings wechseln die Statuen ohne das Wissen der Academy immer mal wieder den Besitzer. Ein kleiner, aber deutlich lukrativer Schwarzmarkt hat sich aufgebaut, auf dem anonyme Sammler laut der Auktionatorin Caroline Ashleigh bereit sind, bis zu 1,5 Millionen Dollar für einen Oscar zu zahlen.

Grund genug für einige in Geldnot geratene Künstler und Erben, die goldenen Jungs einzutauschen. Erst letzten Monat wollte eine Frau David Wards Drehbuch-Oscar aus dem Jahr 1974 für „The Sting“ verkaufen, um sich damit die Schulden, die der Besitzer bei ihr hatte, zurückzuzahlen. Der amerikanische Rechtsstaat hielt sie auf und urteilte: Sie dürfe lediglich an die Akademie verkaufen.

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Schauspielerin Angelina Jolie bei der 84. Oscar-Verleihung © dpa

Anders sieht es bei Marlon Brandos Oscars für „On the Waterfront“ und „Der Pate“, Matt Damons für „Good Will Hunting“, Angelina Jolies für „Girl, Interrupted“ oder Frank Capras Oscar für „Prelude to War“ aus. Sie alle sind bis heute spurlos verschwunden.

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Al Pacino als Don Michael Corleone im Film „Der Pate“, 1974 © imago

Die Sammler der Schwarzmarkt-Oscars bleiben im Verborgenen. Ihre Taktik haben sie sich beim jungen Don Corleone (gespielt von Al Pacino, neun Oscars) abgeschaut. Er wusste zu schweigen, sogar seiner Frau Kay erklärte er:

  Frag mich niemals nach meinen Geschäften. “

Ich wünsche Ihnen einen selbstbewussten und optimistischen Start in diese neue Woche. Bleiben Sie mir gewogen.

Es grüßt Sie auf das Herzlichste,

Ihr

Signatur Gabor Steingart
Gabor Steingart
Herausgeber The Pioneer

Impressum

Redaktion

Lukas Herrmann (Leitung), Daniel Bayer, Luisa Nuhr, Till Henniges

Grafiken

Nils Lang (Daten), Lynn Janzen (Titelbild)

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