Vollbild
22.03.2023
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Guten Morgen Detlef Karl Klein,

die Tagesschau macht süchtig – und zwar nach Antidepressiva. Wer sein ökonomisches Weltbild von der wichtigsten deutschen Nachrichtensendung malen lässt, dem begegnen wacklige Bankhäuser, verbohrte Automobilisten und eine verantwortungslose Industrie-Elite, die schnurgerade auf die Kippunkte des Klimas zusteuert.

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Judith Rakers © NDR

Für die Welt der Chancen gibt es zwischen Eröffnungsfanfare und Wetterbericht keinen Platz. Das Lächeln von Judith Rakers bleibt der letzte Anker der Zuversicht, der nun für 15 Minuten über den Meeresboden der schlechten Nachrichten schleift.

 
Tech übertrumpft Industrie
Kursverlauf des Dow-Jones-Index und des NASDAQ 100 seit Anfang des Jahres, indexiert in Prozent
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Doch in der wahren Wirklichkeit entwickeln sich – jenseits von Inflation, Ukraine-Krieg und Bankenpleite – die Unternehmen des Technologiesektors auf das Prächtigste. Die Investoren sind unerschrocken, die Kunden weiter kaufwillig und an den Börsen feiern sie ein Festival der guten Laune. Hier jene fünf Technologiegiganten, die deshalb gute Nachrichten produzieren, weil sie an der Zukunft bauen.

1. Apple

Bei dem iPhone-Konzern – der gut durch die Corona-Zeit gekommen ist – soll kein Mitarbeiter seinen Job verlieren, auch wenn derzeit gespart werden muss. Der Rotstift wird unter anderem bei den Reisekosten angesetzt.

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Tim Cook, CEO von Apple © dpa

Apple ist deutlich profitabler als die anderen Tech-Konzerne, der Nettogewinn betrug im vergangenen Quartal 30 Milliarden Dollar – das ist mehr als Europas größter Autokonzern, die Volkswagen AG, im Jahr verdient. Darüber hinaus sitzt Apple auf einem Cashbestand von 165 Milliarden Dollar. In den vergangenen zehn Jahren stieg die Apple-Aktie um das Zehnfache, seit Jahresbeginn 2023 legte sie noch mal um 26 Prozent zu.

 
Apple im Aufwind
Aktienkurs von Apple seit Anfang des Jahres, indexiert in Prozent
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In drei Monaten will Apple sein neues „Mixed-Reality“-Headset vorstellen, welches virtuelle und erweiterte Realität miteinander verbindet. Nach sieben Jahren Entwicklungszeit – doppelt so lange wie beim ersten iPhone – hofft Tim Cook, ein neues Zeitalter einläuten zu können, um das Verhältnis zwischen Mensch und Technologie neu zu definieren. Der Steve-Jobs-Moment soll sich wiederholen.

2. Amazon

Am Montag kündigte Amazons CEO Andy Jassy an, 9.000 Mitarbeiter zu entlassen, schon im Januar mussten 18.000 Mitarbeiter gehen. 2022 verkleinerte das Unternehmen seine Mitarbeiterzahl um 67.000.

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Andy Jassy, CEO von Amazon © imago

Aber: Hier kommt es auf den Kontext an. Zwischen Ende 2019 und Ende 2021 verdoppelte Amazon die Zahl der Beschäftigten von 800.000 auf 1,6 Millionen. Die angekündigten Entlassungen in diesem Jahr betreffen weniger als zwei Prozent der Belegschaft. Amazon beschäftigt weiterhin deutlich mehr Menschen als vor der Pandemie – und damit doppelt so viele wie die Deutsche Telekom mit ihren weltweiten Tochterfirmen und Beteiligungen.

Grund für die Entlassungen sind die bevorstehenden „unsicheren Wirtschaftsaussichten“ – die de facto jedes Unternehmen betreffen. Eine frühzeitige Anpassung ist aus Sicht der Investoren wünschenswert und wird als Weitsichtigkeit honoriert. Die Aktie – die ihren Wert in den vergangenen zehn Jahren versechsfacht hat – legte seit Jahresbeginn rund 15 Prozent zu.

 
Amazon: Kursanstieg trotz Entlassungen
Aktienkurs von Amazon seit Anfang des Jahres, indexiert in Prozent
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3. Alphabet

Im Januar kündigte die Google-Mutter Alphabet an, das Unternehmen effizienter aufzustellen, und strich insgesamt 12.000 Stellen über alle Geschäftsbereiche hinweg. Das entspricht lediglich 6,5 Prozent der Belegschaft.

Doch Google beherrscht mit einem Marktanteil von rund 92 Prozent im weltweiten Suchmaschinenmarkt weiterhin diese Disziplin. Zudem erleichtert das IT-Unternehmen mit dem gestern neu vorgestellten Künstliche-Intelligenz-Assistenten „Bard“ – benannt nach William Shakespeare, auch bekannt als „Bard of Avon“ – das Arbeiten mit der beliebtesten Suchmaschine. In Zukunft können Nutzer die KI-Technologie verwenden, um effizientere und schnellere Suchergebnisse zu erzielen.

 
Alphabet: Auf und ab nach oben
Aktienkurs von Alphabet seit Anfang des Jahres, indexiert in Prozent
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Zudem kann Alphabet Inc. auch mit seinem Cloud-Computing und anderen digitalen Dienstleistungen, die mittlerweile knapp 29 Prozent des Umsatzes ausmachen und damit über 82 Milliarden Dollar beisteuern, die Kundschaft überzeugen. Kein Unternehmen der Welt dürfte auf einem größeren Datensatz sitzen.

4. Meta

Nach 11.000 Stellen im November sollen bei Meta rund 10.000 weitere Jobs gestrichen und 5.000 freie Arbeitsplätze nicht besetzt werden. Auch dieses Unternehmen aus dem Silicon Valley reagiert damit auf die unsicheren Marktbedingungen und senkt die Kosten.

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Mark Zuckerberg © imago

Auch wenn hierzulande die Social-Media-Plattform nicht mehr so stark frequentiert wird wie noch vor wenigen Jahren, so kann das Unternehmen immer noch auf eine starke Nutzerbasis zurückgreifen. Laut den aktuellen Daten verzeichnet Meta auf seinen Plattformen wie Facebook, Instagram, WhatsApp und Messenger rund 2,9 Milliarden aktive Nutzer pro Monat. Somit trifft sich bei Meta immer noch die Welt.

 
Meta: Die Kursrakete
Aktienkurs von Meta seit Anfang des Jahres, indexiert in Prozent
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Der Gründer und Vorstandschef Mark Zuckerberg ist weiter Visionär geblieben. Er setzt auf Virtual Reality und Augmented Reality. Beide Technologien könnten die Welt grundlegend verändern, weil sie Körperlichkeit mit der Virtualität des Internets verbinden.

5. Microsoft

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Satya Nadella, CEO von Microsoft © dpa

In den ersten drei Monaten des Jahres strich Microsoft 10.000 Stellen. Der Konzern will in Zeiten von Inflation und Rezession Kosten sparen. Im Geschäftsjahr 2022 belief sich die Mitarbeiterzahl weltweit auf 221.000 Beschäftigte.

 
Microsoft legt zu
Aktienkurs von Microsoft seit Anfang des Jahres, indexiert in Prozent
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Das größere Bild sieht wie folgt aus: In den vergangenen zehn Jahren legte die Microsoft-Aktie um 860 % zu – seit Jahresanfang steht ein Plus von 13 Prozent. Firmenchef Satya Nadella kündigte durch die Partnerschaft mit OpenAI eine breit angelegte Offensive im Bereich der Künstlichen Intelligenz an. Der Konzern plant, mit „Microsoft 365 Copilot“ eine Künstliche Intelligenz in seine Büroanwendungen Microsoft Office, Powerpoint und Excel zu integrieren.

 
Der Gewinnvergleich
Nettoergebnis von Apple, Microsoft, Alphabet, Meta und Amazon im Jahr 2022, in Milliarden Dollar
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Fazit: Die Welt von morgen ist in Umrissen bereits zu erkennen. Aus fiktional wird digital, nachdem aus national bereits global geworden ist. Wir können diese neue Welt ignorieren und bekämpfen – oder ihr mit ausgestreckten Armen entgegenlaufen. Kurt Tucholsky hätte den Machern der Tagesschau – die zuletzt ohne Kontext über den Jobabbau bei den Techkonzernen berichtet hatten – zu mehr Neugier und weniger Negativismus geraten:

  Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt – sieh sie dir an. “

Kapiteltrenner: Bankenerholung
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Deutsche Börse © imago

Das Unwetter über der Bankenbranche hat sich wieder gelegt: Die Titel der Commerzbank und der Deutschen Bank gewannen an der Spitze des Dax 7,55 beziehungsweise 5,73 Prozent. In den USA konnten sowohl J.P. Morgan als auch die Bank of America rund drei Prozent zulegen.

Im Stoxx Europe 600 Banks ließ sich ebenfalls die Entspannung ablesen. Um 3,7 Prozent stieg der wichtigste europäische Bankenindex.

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Jerome Powell © dpa

Warum das wichtig ist: Die Anleger warten mit Spannung darauf, wie die US-Notenbank Fed heute auf die Turbulenzen der vergangenen zwei Wochen reagieren wird. Die Bankenkrise, das ist die Erwartung, wird den Handlungsspielraum von Jerome Powell neu definieren, aber nicht einschränken. Die Zinserhöhungspolitik dürfte weitergehen, wenn auch in reduziertem Tempo.

Kapiteltrenner: RWE
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RWE-Chef Markus Krebber © dpa

RWE gehört zu den Krisengewinnern des vergangenen Jahres. Nachdem Russland die Versorgung mit Pipeline-Gas eingestellt hat, kletterten die Strompreise auf Rekordhöhe. RWE profitierte als Stromerzeuger deutlich:

  • Der Umsatz stieg um 56 Prozent auf 38,4 Milliarden Euro.

  • Der operative Gewinn (bereinigtes Ebitda) kletterte um 73 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro.

  • Das Nettovermögen erhöhte sich auf 1,6 Milliarden Euro.

  • Und 2023 wolle RWE „an den Vorjahresergebnissen anknüpfen“, sagte RWE-Chef Markus Krebber auf der Bilanzpressekonferenz.

 
RWE: Energie im Kurs
Aktienkurs von RWE in den vergangenen zehn Jahren, in Euro
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Inzwischen ist RWE in den USA das viertgrößte Erneuerbare-Energien-Unternehmen und der zweitgrößte Anbieter von Solarparks. In Deutschland wolle RWE in den nächsten zehn Jahren 15 Milliarden Euro in neue Wind- und Solarparks und wasserstofffähige Gaskraftwerke investieren.

Allerdings: RWE wird noch bis 2030 in der Kohlestromproduktion investiert bleiben. Aktivistische Investoren wie Enkraft – der rund 0,15 Prozent der RWE-Anteile hält – kritisieren das fossile Engagement.

Der Aktienkurs hat sich in zehn Jahren zwar verdoppelt, aber bewegte sich ausgerechnet im Rekordjahr 2022 nur seitwärts.

Pioneer-Wirtschaftsressortleiter Christian Schlesiger hat die Lage von RWE und die Kritik des CEOs an der Bundesregierung analysiert. Sein Urteil lesen Sie hier.

Kapiteltrenner: Xi und Putin
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Xi Jinping und Wladimir Putin © imago

Drei Tage, also bis heute, ist der chinesische Staatschef Xi Jinping zu Besuch in Moskau und die Freundschaftsbeteuerungen sind das verbindende Element dieser Begegnung.

  • Putin und Xi unterschrieben ein Abkommen für den Ausbau ihrer strategischen Partnerschaft bis 2030. Die Gaslieferungen aus Russland nach China sollen auf fast 100 Milliarden Kubikmeter pro Jahr steigen.

  • Laut Xi will China mehr Elektrotechnik nach Russland verschicken. Zudem würden 100 Millionen Tonnen Flüssiggas geliefert, aber auch Kohle und atomarer Brennstoff. Laut der russischen Regierung sollte auch über die Vertiefung der militärisch-technischen Zusammenarbeit gesprochen werden.

  • Zuvor nutzte Xi die Gelegenheit, um Putin und seinen Ministerpräsidenten Michail Mischustin zu sich nach Peking einzuladen. Dass gegen Putin ein Haftbefehl des Internationalen Staatsgerichtshofes erlassen wurde, dürfte ihn nicht kümmern; weder China noch Russland erkennen den Gerichtshof an.

 
 
Die neue Blockkonfrontation
NATO-Staaten versus China und Russland
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Kapiteltrenner Justus Frantz
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Justus Frantz, Dirigent und Pianist © dpa

Unterdessen versucht der Westen durch Sanktionen und Waffenlieferungen, Putin in seiner Wirkung zu dämpfen und seine Kriegsführung zu erschweren. Doch der Westen ist zunehmend gespalten. Im „Manifest für Frieden“, das von Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer verfasst wurde, kommt das Unbehagen vieler Deutscher zum Ausdruck.

Einer der Erstunterzeichner des Manifests ist der Dirigent und Pianist Justus Frantz. Er hat als Interpret von Mozart, Beethoven und Robert Schumann in den großen Konzerthäusern dieser Welt das Publikum begeistert. Justus Frantz war immer schon nicht nur musikalisch, sondern auch politisch. Der heute 78-Jährige pflegte engen Kontakt zu Helmut Schmidt und kennt Wladimir Putin seit Mitte der 90er-Jahre. Er zeichnet ein düsteres Bild des Krieges und seiner Folgen:

  In 30 Jahren ist das Einzige, was übrig bleibt, die totale Zerstörung. Die Frage ist, ob sich das lohnt, ob wir die Zukunft nicht irgendwie gemeinsam erreichen. Indem wir alles, was wir an Konfliktmanagement haben, zusammenbringen. Das sind keine Waffen, sondern Gespräche. Wir müssen den Aggressor abholen und wir müssen versuchen, ihn zu befrieden. “

Wie soll das funktionieren, wenn die andere Seite nicht dialogbereit ist?

  Die Aufgabe ist es, die Dialogbereitschaft des Anderen herauszukitzeln und zu zeigen, dass man ihn ernst nimmt und achtet. “
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Klick aufs Bild führt zur Podcast-Page.

Frantz versteht sich auch in diesen Zeiten als Putin-Versteher:

  Ich glaube, dass ich das Psychogramm von Putin ziemlich gut analysieren kann. Versteher bedeutet ja noch nicht Sympathisant. “
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Justus Frantz und Helmut Schmidt in Zürich, 1983 © imago

Er, der Henry Kissinger und Helmut Schmidt schon in seinem Haus bewirtet hat, würde – trotz des mittlerweile vom Internationalen Strafgerichtshof erlassenen Haftbefehls – auch Putin zu sich einladen:

  Ja. Ja. Ja. Wir müssen es tun. Wir haben keine andere Wahl mehr. Der Dritte Weltkrieg ist keine Phantasterei. Jetzt kommen Flugzeuge und dann kommt das Nächste. Und irgendwann endet das Ganze mit einem atomaren Erstschlag, von welcher Seite auch immer. “

Fazit: Wir müssen Justus Frantz nicht zustimmen, aber wir sollten ihm zuhören. Hier kommt eine neue Tonalität ins Spiel.

Kapiteltrenner Strack-Zimmermann
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Marie-Agnes Strack-Zimmermann © imago

Eine interessante Spekulation macht die Runde in der FDP. Die streitbare und deshalb auch populäre Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann könnte im Frühjahr 2024 die neue Spitzenkandidatin der Liberalen für die Europawahl sein. Das hat Pioneer-Chefredakteur Michael Bröcker aus Präsidiumskreisen der FDP erfahren.

Nicola Beer
Nicola Beer (FDP), Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments. © imago

Diese Personalie, so sagt es ein Präsidiumsmitglied, wäre ein „echter Coup“. Wie FDP-Chef Christian Lindner sich dazu verhält und was das für die bisherige Spitzenkandidatin Nicola Beer bedeutet, lesen Sie im Aufmacher unseres Newsletters Hauptstadt – Das Briefing. Außerdem erfahren Sie, wer die Grünen als Spitzenkandidatin in den Europawahlkampf führen soll.

Kapiteltrenner: Kanada 
20230322-image-dpa-pb-Justin Trudeau, Premierminister von Kanada
Justin Trudeau, Premierminister von Kanada © dpa

Kanada ist schon seit Jahrzehnten, was Deutschland erst noch werden möchte: Ein Einwanderungsland mit klaren politischen Vorgaben. Die von Premier Justin Trudeau geführte Minderheitsregierung in Ottawa hat sich ehrgeizige Ziele für die nächsten Jahre gesetzt.

Sie möchte erreichen, dass die Bevölkerung dieses bedeutsamen Flächenstaates jedes Jahr um ein Prozent wächst. Bis 2050 soll sich die Einwohnerzahl Kanadas von heute 38 Millionen auf dann 45 Millionen erweitert haben.

Sean Fraser, der Einwanderungsminister, zieht eine Zwischenbilanz:

  Wir sind in Kanada stolz, in dieser Hinsicht weltweit Spitzenreiter zu sein. Wir haben die am schnellsten wachsende Bevölkerung der großen Industriestaaten. “

Mein Kollege Rasmus Buchsteiner hat den Kanadier Fraser in Ottawa getroffen und dabei beobachtet, wie er das Einwanderungs-Regelwerk seines Landes zwei hochrangigen Gästen aus Deutschland nahebringt: Bundesinnenministerin Nancy Faeser und Arbeitsminister Hubertus Heil.

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Rasmus Buchsteiner und Arbeitsminister Hubertus Heil © privat

Die beiden SPD-Politiker waren in den vergangenen Tagen zwischen Ottawa und Toronto unterwegs, um Argumente für eine weitere Öffnung des deutschen Arbeitsmarkts zu sammeln – und für eine Reform des Staatsbürgerschaftsrechts.

Header Nancy Faeser und Hubertus Heil in Kanada - Janosch-Optik
Ampel-Traum Einwanderungsland: Oh, wie schön ist Kanada!
Zu Besuch in Ottawa und Toronto mit dem Arbeitsminister und der Innenministerin. Von Rasmus Buchsteiner.
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Kapiteltrenner Bildung
Aufmacher Verena Pausder "Was 2023 zu tun ist"
Verena Pausder © The Pioneer

Verena Pausder, Gründerin, Publizistin und Expertin für digitale Bildung, fordert in einem Gastbeitrag für The Pioneer einen Bildungsgipfel im Kanzleramt, der mehr ist als ein Pressetermin. In ihrem Gastbeitrag skizziert sie sechs Ideen, die dort thematisiert werden sollten.

Dazu gehören ein Bürokratie-Moratorium, mehr Autonomie für die Schulen, kreative Ideen im Kampf gegen den Lehrermangel, eine Digitalisierungsoffensive und die Umbenennung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Ihr Vorschlag: Ein Bundesministerium für Forschung und Lehre:

  Damit wird endlich klar, dass das Bildungsministerium nicht für Schulbildung zuständig ist und wir aufhören, die Länder aus ihrer Verantwortung zu entlassen, Schule von Anfang (Lehrkräfte ausbilden und einstellen) bis Ende (Schultoiletten sanieren) zu denken und umzusetzen. “
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6 Ideen für einen echten Bildungsgipfel!
Der Bildungsgipfel der Ampel ist gescheitert, Zeit für einen richtigen. Verena Pausder skizziert 6 brennende Punkte.
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Kapiteltrenner Liebe
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Christian Wulff und seine Ehefrau Bettina beim Bundespresseball, 2010 © dpa

Hoch, runter, hoch, runter, hoch: Die Beziehung von Bettina und Christian Wulff gleicht einer Achterbahnfahrt mit Doppellooping. 2008 die standesamtliche Hochzeit, fünf Jahre später die Trennung. Dann 2015 die zweite, diesmal kirchliche Hochzeit zur Bekräftigung der reanimierten Beziehung. Wieder fünf Jahre später – im Jahr 2020 – folgte die Scheidung.

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Christian Wulff und Ehefrau Bettina © dpa

Doch die beiden fanden wieder zueinander: Am 18. März, also am Samstag vergangener Woche, feierte man im kleinen Rahmen die dritte Hochzeit.

Mittlerweile dürfte sich eine gewisse Routine eingestellt haben, zumindest beim Brautpaar. Die Hochzeitsgäste wiederum sind kreativ gefordert, weil sie sich immer neue Hochzeitsgeschenke einfallen lassen müssen. Nur das einzig wahre Geschenk – eine ehebegleitende Paartherapie – traute sich keiner zu überreichen.

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Christian Wulff und Ehefrau Bettina, 2010 © dpa

Christian Wulff wiederum hat mit seiner Rückkehrer-Mentalität bewiesen, dass er ein echter Konservativer ist. Den alten APO-Spruch begreift einer wie er nicht als Spott, sondern als Ritterschlag:

  Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment. “

Und wir Zuschauer sollten nicht mit Arroganz, sondern mit Nachsicht auf die Gefühlswelt der Familie Wulff blicken. Möge Oscar Wilde uns als moralischer Kompass dienen:

  Nicht die Vollkommenen, sondern die Unvollkommenen brauchen unsere Liebe. “

Ich wünsche Ihnen einen herzhaften Start in den neuen Tag. Bleiben Sie mir gewogen.

Es grüßt Sie auf das Herzlichste,

Ihr

Signatur Gabor Steingart
Gabor Steingart
Herausgeber The Pioneer

Impressum

Redaktion

Lukas Herrmann (Leitung), Daniel Bayer, Luisa Nuhr, Alexander WiedmannWeitere

Beiträge lieferten heute Rasmus Buchsteiner („Kanada“), Michael Bröcker („Strack-Zimmermann“) und Christian Schlesiger („RWE“).

Grafiken

Nils Lang (Daten), Lynn Janzen (Titelbild)

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