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17.04.2023
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Guten Morgen Detlef Karl Klein,

wenn zwei sich streiten, wächst etwas Drittes. So könnte man in einem Satz die geopolitische Lage des Jahres 2023 beschreiben.

Denn Fakt ist: Der Westen verbeißt sich in die aufstrebende Weltmacht China – und keiner zieht mit. Vielmehr bildet sich im Schatten dieser Rivalität eine neue, eine im wörtlichen Sinne: Dritte Welt.

Oder wie die Chefredakteurin des Economist, Zanny Minton Beddoes, es am Wochenende formulierte:

  Es ist unbequem für den Westen und für China, dass mehr als die Hälfte der Menschheit, die sich auf über 100 Länder verteilt, in dieser geopolitischen Auseinandersetzung keine Stellung für eine Seite beziehen möchte. “

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Zanny Minton Beddoes © imago

Wörtlich:

  They do not want to pick sides. “

 
Welthandel: Der Einfluss des Westens schwindet
Handelsbilanz ausgewählter Länder nach Handelspartnern, in Prozent
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Olaf Scholz, dessen Bundeskanzleramt die neue geopolitische Isolation des Westens nicht wahrhaben wollte, erlebte beim Staatsbesuch in Indien und Brasilien genau das: Menschlich behandelte man ihn gut, politisch zeigte man ihm die kalte Schulter. Sein Werben für eine Kriegsbeteiligung der Brasilianer und eine Anti-China-Politik in Indien stieß auf vehemente Ablehnung.

Scholz und Lula
Olaf Scholz und Luiz Inácio Lula da Silva © dpa

Vielen Experten – auch denen, die auf den Vorstandsetagen der Wirtschaft zuhause sind – war diese Abstoßungsreaktion vorher klar. Ihm offenbar nicht. Dabei ist die Konfliktverweigerung dieser über 100 Staaten keine Hasenfüßigkeit, sondern ihre Strategie.

Warum das wichtig ist?

Weil sich der Bundeskanzler diese Blamage hätte ersparen können. Und – wichtiger noch – weil in dieser Renaissance der blockfreien Bewegung – die es auf dem Höhepunkt der Ost-West-Konfrontation schon einmal gab – für die deutsche Volkswirtschaft große Chancen liegen.

Deshalb werfen wir hier einen Blick auf die wichtigsten Mitspieler dieser neuen blockfreien Bewegung, die im Grunde nur durch ein Merkmal miteinander verbunden ist – ihre Äquidistanz zu den feindlichen Weltmächten Nr. 1 und Nr. 2:

Indien

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Olaf Scholz und Narendra Modi © dpa

Am Freitag überholte Indien China und wurde mit seinen mehr als 1,4 Milliarden Einwohnern zum bevölkerungsreichsten Land der Erde. Es ist und bleibt die größte Demokratie der Erde und erwirtschaftet ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Höhe von 3,2 Billionen US-Dollar, was allerdings kaufkraftbereinigt bereits einem BIP von über 10 Billionen Dollar entspricht. Das Land, das sich vom Himalaya im Norden bis zum Indischen Pazifik im Süden erstreckt, will sich an der Anti-China-Stimmung nicht beteiligen, aber man will davon profitieren.

 
Indien: Wichtigste Handelspartner 
Indiens wichtigste Handelspartner im Frühjahr 2021/22, in Milliarden US-Dollar
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Die Integration in die Weltwirtschaft (Indien ist am Welthandel bisher nur mit drei Prozent beteiligt) soll vertieft werden. Die Summe der Direktinvestitionen (Platz fünf und damit hinter China, Platz zwei) hofft man im Zuge des De-Risking oder gar De-Coupling – das China und der Westen gleichzeitig betreiben – signifikant zu erhöhen. Das billige russische Öl nimmt man gerne mit: So kamen vor dem Krieg weniger als ein Prozent des importierten Öls aus Russland, mittlerweile sind es rund 30 Prozent. Indien will der lachende Dritte sein.

Brasilien

Die größte Volkswirtschaft Südamerikas ist mit über 214 Millionen Einwohnern der siebtgrößte Staat der Erde. Für die deutsche Wirtschaft ist Brasilien der wichtigste Handelspartner auf dem Kontinent – Volkswagen unterhält vier eigene Werke vor Ort, der Konzern verkauft in Brasilien mehr Autos als jeweils in Frankreich, Spanien oder Italien.

Trotz der wirtschaftlichen Verflechtung zeigt Brasiliens Präsident Lula da Silva gegenüber den westlichen Zielen im Ukraine-Konflikt keinerlei Euphorie.

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Lula da Silva und Wladimir Putin umarmen sich (2010). © dpa

Ein Grund: Brasilien bezieht rund ein Fünftel der für seine Landwirtschaft wichtigen Düngemittel aus Russland. Beim Staatsbesuch von Scholz lehnte er Munitionslieferungen an die Ukraine unisono ab: Es lohne sich nicht, „Russland zu provozieren“. Stattdessen brachte er sich als Vermittler ins Gespräch:

  Brasilien ist ein Land des Friedens. “

Saudi-Arabien

Saudi-Arabien gehört mit einem BIP von über 830 Milliarden US-Dollar zu den großen Volkswirtschaften der Welt. Das wichtigste Exportgut ist Erdöl mit einem Anteil von 70 Prozent an den Ausfuhren, die wichtigsten Handelspartner sind China, Europa und die USA.

Dabei profitiert Saudi-Arabien von den westlichen Sanktionen gegen Russland und der eigenen Äquidistanz auf der Weltbühne. Bei der UN-Abstimmung zur Verurteilung des russischen Angriffskrieges hat sich Saudi-Arabien enthalten.

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Mohammed bin Salman al-Saud und Wladimir Putin © imago

Die Rohölimporte aus Russland hat das Königreich im vergangenen Jahr verdoppelt, da dank der internationalen Sanktionen das billigere Öl aus Russland zur Stromgewinnung genutzt werden konnte. Rohöl aus saudi-arabischer Produktion ist derweil für den Weltmarkt bestimmt, wo seit dem russischen Angriffskrieg höhere Preise gezahlt werden. Der staatseigene Ölkonzern Saudi Aramco erwirtschaftete 2022 einen Rekord-Nettogewinn von 161 Milliarden Dollar.

Südafrika

Südafrika ist mit einem BIP von rund 419 Milliarden US-Dollar die drittgrößte Volkswirtschaft Afrikas und weit über dem Durchschnitt des Kontinents angesiedelt. Das Land ist eng verwurzelt mit Europa. Seit 1999 gibt es zwischen Südafrika und der EU ein Handelsabkommen, die EU ist weiterhin der größte Handelspartner.

 
Südafrika: Wichtigste Handelspartner
Südafrikas wichtigste Handelspartner in 2022, in Milliarden US-Dollar
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Allerdings holt China auf. Über 13 Milliarden Dollar haben chinesische Investoren in Südafrika seit 2005 angelegt. Seit Jahren gibt China große Kredite für Infrastrukturprojekte. Die kommen gut an: Die Chinesen sind schneller bei Entscheidungs- und Umsetzungsprozessen, mischen sich weniger in interne Angelegenheiten ein und haben zudem weniger Skrupel vor Korruption, fand eine Studie der Friedrich-Naumann-Stiftung heraus.

Mitte Februar hielt Südafrika gemeinsam mit Russland und China ein Militärmanöver vor der eigenen Küste ab. Den russischen Krieg verurteilt das Land nicht.

20230417-image-imago-Wladimir Putin, Cyril Ramaphosa und Xi Jinping
Wladimir Putin, Cyril Ramaphosa und Xi Jinping © imago

Fazit: Hier entsteht eine neue Staatenformation, die für ihre politische Enthaltsamkeit von den Großmächten ökonomisch belohnt werden möchte. Dadurch, dass diese 100 blockfreien Staaten ihre Handelsbeziehungen nicht politisieren und auf das alte Prinzip „Wandel durch Handel“ setzen, werden sie zur Hoffnung für die Marktwirtschaft. Zanny Minton Beddoes, die Chefredakteurin des Economist, ist regelrecht euphorisch:

  Diese Staaten sind die neuen Verteidiger der Globalisierung. “

Kapiteltrenner Inflation 
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Bundesbankpräsident Joachim Nagel © dpa

Die deutsche Wirtschaft hat stark unter den multiplen Krisen der vergangenen Jahre gelitten. Wie es künftig um sie steht und wie die Inflation zu bekämpfen ist, hat Michael Bröcker mit Joachim Nagel besprochen.

Nagel ist Volkswirt und seit Anfang 2022 Chef der Deutschen Bundesbank. Vergangene Woche war er mit Finanzminister Christian Lindner in Washington zur Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Während dort die Aussichten auf Besserung nur verhalten prognostiziert wurden, äußert sich Nagel – wie zuvor auch Christian Lindner – optimistischer:

  Die Bundesbank ist ein wenig positiver im Ausblick für das laufende Jahr als der IWF. Wir sehen im ersten Quartal eine flache Entwicklung der Wirtschaft in Deutschland und dann wird das Wirtschaftswachstum für den Rest des Jahres 2023 anziehen. “

Nagel fordert von der Politik, wie Lindner, die Schuldenbremse einzuhalten:

  Es hat sich gezeigt, dass solides Haushalten in Krisensituationen Spielraum schafft. Jetzt muss man wieder zu einer normalen Haushaltspolitik zurückkehren, um sich wieder neue Spielräume aufzubauen, wenn neue Herausforderungen anstehen. “
Podcast mit Joachim Nagel - 17.04.23 - BC
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Dass die heutige Lage besser sei als von IWF und Weltbank prophezeit, liege an der bewältigten Energiekrise:

  Die Maßnahmen der Bundesregierung haben gegriffen. Die Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen ist Geschichte. “

Auch die zuletzt gestiegene Kerninflationsrate werde wieder abnehmen:

  Ich rechne mit einer zurückgehenden Inflationsrate vor der Sommerpause. “

Aber Nagel wäre nicht Bundesbankpräsident, wenn er nicht neben die Zuversicht sogleich die Warnung setzte. So gibt er zu bedenken:

  Wir haben das Biest Inflation noch nicht erlegt. “

Kapiteltrenner: G7-Klimatreffen

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G7-Minister für Klima, Energie und Umwelt in Japan © dpa

Die Umwelt- und Energieminister der G7-Staaten haben sich am Wochenende in Japan getroffen, um den Umstieg auf erneuerbare Energien voranzutreiben. Die Beschlüsse zeigen: Ein Ziel, aber sehr unterschiedliche Wege und verschiedene Zeitvorstellungen.

  • Bis 2030 will das Bündnis zusätzliche Windkraftanlagen mit einer Leistung von mehr als 150 Gigawatt und Solaranlagen mit mehr als einem Terawatt errichten.

  • Bis 2035 sind ein „überwiegend dekarbonisierter Energiesektor“ vorgesehen und die Senkung der Treibhausgase um 60 Prozent.

  • Ein Datum für den Kohleausstieg wurde nicht festgelegt. Denn: Japan setzt auf Technologien zur Abscheidung von Kohlenstoffemissionen bei der Nutzung von Kohle und auf Wasserstoff.

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Atomkraftwerk Cattenom, Frankreich © imago

  • Deutschland blieb beim Atomstrom isoliert. Die meisten G7-Mitglieder setzen weiter auf AKW.

  • Beim G7-Treffen im vergangenen Jahr wurde festgelegt, dass es, mit wenigen Ausnahmen, ab Ende 2022 keine neuen Investitionen in den fossilen Energiesektor mehr geben soll. Dieses Jahr heißt es, „Investitionen in den Gassektor können geeignet sein, um potenzielle Marktlücken zu schließen.“

  • In Afrika will die G7 sogar bei Investitionen in die Gasförderung behilflich sein. Es gehe darum, Engpässe zu vermeiden und deshalb die Gas-Investitionen zu erhöhen. In den Asean-Staaten werde – laut Verband der Gas-Förderländer – der Gasbedarf bis 2050 um 120 Prozent steigen. Die G7 hilft, ihn zu befriedigen.

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Robert Habeck © imago

Fazit: Der deutsche Klimaminister Robert Habeck hat wahrscheinlich geahnt, dass von Japan keine Siegesfanfare ausgeht – weder in Sachen Atom, noch in Sachen Gas. Er blieb dem Treffen fern.

Kapiteltrenner: Reformpartei CDU? 
20230417-image-imago-mb-Angela Merkel während ihrer Rede anlässlich des Bundesparteitages der CDU in Leipzig, 2003
Angela Merkel während ihrer Rede anlässlich des Bundesparteitages der CDU in Leipzig, 2003 © imago

Reformfreudig wird die CDU immer dann, wenn sie nicht regiert. 20 Jahre nach dem Leipziger Reformparteitag von 2003 – als unter der Aufsicht von Oppositionsführerin Merkel die Kopfpauschale in der Krankenversicherung und der nur noch dreistufige Steuertarif (12, 24, 36) beschlossen wurden – hat sich wieder eine Fachkommission ans Werk gemacht.

Sie nennt sich „Fachkommission Wohlstand“ und hat Maßnahmen für das neue Grundsatzprogramm erarbeitet und in einem 13-seitigen Papier zusammengefasst. Dieses denkwürdige Papier liegt meinem Kollegen Michael Bröcker vor. Darin schlägt die CDU unter anderem vor:

  • Eine Flat Tax von 10 Prozent auf alle Erbschaften,

  • eine Deckelung des Steuersatzes für einbehaltene Gewinne bei Personengesellschaften und Konzernen,

  • die Abschaffung des Solidaritätszuschlags, aber auch ein höherer Spitzensteuersatz für die Spitzeneinkommen, der vorsichtshalber konkret nicht benannt wird,

  • hohe Freibeträge bei der Grunderwerbsteuer und eine neue „Kultur des Eigentums“ im Land,

  • eine Ausweitung des EU-Wirtschaftsraums auf Israel, die Schweiz, die Türkei, Norwegen und die Ukraine; also ein zusätzlicher Binnenmarkt light.

Fazit: Die neuen Reformideen lesen Sie in unserem Politikteil. Die alten Reformen von 2003 – von denen in 16 Jahren Regierungszeit nahezu nichts umgesetzt wurde – lesen sie im CDU-Archiv unter der Rubrik: Gelesen. Gelocht. Gelacht.

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Friedrich Merz bei einer Rede zum Neuen Grundsatzprogramm. © imago

Kapiteltrenner: Öffentlicher Dienst
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Streik im öffentlichen Dienst. © dpa

Im Tarifstreit für den öffentlichen Dienst hat die Schlichtungskommission einen Lösungsvorschlag parat. Im Detail sieht der Kompromiss für die 2,5 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen vor:

  • ​Die Entgelte sollen ab dem 1. März 2024 um 200 Euro plus 5,5 Prozent steigen. Insgesamt soll damit eine Erhöhung um mindestens 340 Euro und maximal 680 Euro (je nach Entgeltstufe) erreicht werden.

  • Eine steuer- und abgabenfreie Inflationsausgleichsprämie von insgesamt 3000 Euro für das Jahr 2023, welche gestaffelt ausgezahlt werden soll.

  • Der Vorschlag sieht eine Laufzeit des Tarifvertrags von 24 Monaten vor.

Damit würden die Entgelte dauerhaft im Schnitt um 11,6 Prozent angehoben. Laut einer Beispielrechnung von Verdi würde ein Müllwerker Entgeltgruppe 3 und Erfahrungsstufe 3 ein monatliches Plus von 357,34 Euro oder 13,43 Prozent erhalten.

Auf Basis dieser Vorschläge der Schlichter wird Verdi die Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern von Bund und Kommunen am 22. April wiederaufnehmen.

 
Reallöhne sinken
Veränderung des Reallohnindex, Nominallohnindex und Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahr, in Prozent
Veränderung des Reallohnindex, Nominallohnindex und Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahr, in Prozent
 
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Kapiteltrenner: Merck und Co.
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Merck-CEO Robert Davis © Merck

Der amerikanische Pharmariese Merck & Co hat nun offiziell zugesagt, das Biotechnologieunternehmen Prometheus Biosciences für fast 11 Milliarden US-Dollar zu übernehmen. Damit will Merck sein Medikamenteangebot deutlich ausbauen. Die Transaktion soll bis zum dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres über die Bühne gebracht werden.

Beide Unternehmen gaben am Sonntag bekannt, dass Merck 200 US-Dollar pro Prometheus-Aktie zahlen werde, was einem Aufpreis von 75 Prozent gegenüber dem Schlusskurs am Freitag entspricht.

 
Prometheus: Kommende Übernahme treibt Kurs
Aktienkurs von Prometheus Biosciences seit dem Börsengang am 7. März 2021, in US-Dollar
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Aktuell bemüht sich Merck um die Diversifizierung seines Medikamentenportfolios, da seine erfolgreiche Krebsimmuntherapie Keytruda voraussichtlich 2028 bedeutende Patente verlieren wird. Merck-CEO Robert Davis sagte dazu:

  Die Zusammenarbeit mit Prometheus wird unser Wachstum im Bereich der Immunologie beschleunigen, in dem weiterhin ein hoher Bedarf besteht. “

Fazit: Diese Firma – einst die US-Tochter des Pharmakonzerns Merck in Darmstadt, dann aber 1917 als Folge des Ersten Weltkrieges konfisziert und abgespalten – hat ihren Investoren große Freude gebracht. Plus 4000 Prozent seit Januar 1985. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre hat sich der Kurs verdoppelt. Merck & Co ist heute viermal so wertvoll wie die einstige deutsche Mutter. Oder anders gesagt: Aus Kindern werden Leute.

 Kapiteltrenner: Termine der Woche

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Annalena Baerbock besichtigt demilitarisierte Zone in Korea. © imago

Montag:

  • In Japan hat gestern das bis Dienstag angesetzte Treffen der G7-Außenminister begonnen. Mit dabei: Annalena Baerbock.

  • Der Expertenrat für Klimafragen veröffentlicht den Prüfbericht zur Berechnung der deutschen Treibhausgasemissionen.

  • Bundespräsident Steinmeier verleiht Angela Merkel das „Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland in besonderer Ausführung“. Der Hintergrund: Sie machte ihn zweimal zum Außenminister und schließlich zum Präsidenten. Er half ihr, die Große Koalition 2017 zu schmieden – entgegen den Festlegungen der SPD. So gesehen handelt es sich nicht um eine Preisverleihung, sondern um die letzte Tranche eines Insichgeschäfts.

Dienstag:

  • Das chinesisch Statistikamt veröffentlicht die Zahlen zum Wirtschaftswachstum und zur Inflation in China im ersten Quartal dieses Jahres.

  • Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) veröffentlicht die Konjunkturerwartungen von rund 350 befragten Experten.

  • Das Bundesverfassungsgericht verhandelt über die Wahlrechtsreform der Großen Koalition 2020.

 
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Goldman Sachs-CEO David Solomon © dpa

  • Gleichzeitig stehen eine Reihe von Unternehmensterminen an: Die US-Großbanken Goldman Sachs und Bank of America sowie das Tech-Unternehmen Netflix präsentieren ihre Quartalszahlen. Ebenfalls öffnen Johnson & Johnson, Lockheed Martin, Boeing und United Airlines die Bücher.

Mittwoch:

  • Die US-Notenbank Fed veröffentlicht das „Beige Book“, den Konjunkturbericht der zwölf regionalen Zentralbanken der USA.

  • Die Statistikbehörde Eurostat veröffentlicht die Zahlen zur Inflation im März 2023 für den Euroraum.

  • Zudem gewähren Tesla, Morgan Stanley, IBM und Airbus einen Blick in die Geschäftsbücher.

Donnerstag:

  • Die Zinssatzentscheidung der Chinesischen Volksbank, der People’s Bank of China, steht an.

  • Das Statistische Bundesamt veröffentlicht die Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte im März 2023, das verarbeitende Gewerbe im Februar 2023 und die Daten zum wirtschaftlichen Frühindikator für den Außenhandel.

Freitag:

  • Der FDP-Bundesparteitag beginnt. Es stehen auch die Wahlen zur Parteispitze an.

  • Die Unternehmen SAP und Procter & Gamble veröffentlichen ihre Geschäftszahlen zum ersten Quartal.

Kapiteltrenner: Kulturpolitik
20230417-image-imago-mb-Joe Biden und Lady Gaga
Joe Biden und Lady Gaga © imago

Joe Biden will sein Image verjüngen. Dafür nutzt der heute 80-Jährige nicht Botox oder Slimline-Anzüge, sondern Lady Gaga. Er hat die Pop-Ikone jetzt zur Vorsitzenden eines neuen Kunst-Gremiums ernannt.

20230417-image-imago-mb-Lady Gaga gewinnt den Golden Globe 2019
Lady Gaga gewinnt den Golden Globe 2019 © imago

Gaga soll den Einfluss der Kultur in den Vereinigten Staaten fördern, heißt es aus dem Weißen Haus. Immerhin besitzt die 37-Jährige 13 Grammys, zwei Golden Globes und war für einen Oscar als Beste Hauptdarstellerin im Film „A Star is Born“ nominiert. Dazu ist sie eine bisexuelle Tochter italienischer Einwanderer, die sich für die Rechte von jungen Menschen und der LGBTQ-Community einsetzt. Sie trifft also den Geschmack vieler im Establishment der demokratischen Partei.

Das „President’s Committee on the Arts and the Humanities“ soll dem Präsidenten Vorschläge liefern, um die Bedeutung der Kultur in seinem politischen Handeln zu stärken. Das Gremium hatte ursprünglich Ronald Reagan 1982 ins Leben gerufen, 2017 waren alle Mitglieder im Protest gegen Donald Trump gemeinsam zurückgetreten.

20230417-image-dpa-mb-Schauspieler George Clooney
Schauspieler George Clooney © dpa

Bei der jetzigen Neuauflage des Gremiums mangelt es nicht an bekannten Gesichtern. Die Schauspieler George Clooney und Jennifer Garner etwa sind auch dabei sowie Grammy-Gewinner Joe Walsh und die Fernsehproduzentin Shonda Rhimes („Grey’s Anatomy“, „Bridgerton“).

20230417-image-imago-mb-Fernsehproduzentin Shonda Rhimes
Fernsehproduzentin Shonda Rhimes © imago

Der deutsche Galerist André Schlechtriem lobt Bidens Entscheidung – indem er gegen dessen Sohn Hunter Biden ätzt:

  Beruhigend ist vor allem, dass sich Biden nicht auf den Rat seines Aquarell malenden Sohnes verlässt, dessen Bilder nicht mal ein Augenarzt ins Wartezimmer hängen würde. “

Hunter Binden Kunst
Hunter Biden, 017 (2020) © Georges Bergès Gallery

Ich wünsche Ihnen einen entspannten Start in die Woche. Und die glücklichen Pioneers, die noch eine Karte für das Live-Interview mit Verteidigungsminister Boris Pistorius ergattern konnten, begrüße ich gleich auf der Pioneer One. Pünktlich um 9:30 Uhr legen wir ab.

Es grüßt Sie auf das Herzlichste,

Ihr

Signatur Gabor Steingart
Gabor Steingart
Herausgeber The Pioneer

Redaktion

Lukas Herrmann (Leitung), Luisa Nuhr, Till Henniges, Daniel Bayer

Grafiken

Nils Lang (Daten), Julian Sander (Titelbild)

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