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23.05.2023
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Guten Morgen Detlef Karl Klein,

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich lebt ein energetisch gut gedämmtes Leben – umgeben von der Eigenwärme seiner rot-grünen Filterblase.

Die Wände sind hermetisch gegen die Außentemperatur im Lande abgedichtet. Die Wutwelle auf Twitter („Herrn Mützenich und der SPD sind die Sorgen und Nöte der Bevölkerung total egal“), die Springflut der Talkshows („Die Wärmewende wird zur Chaoswende“), die Schlagzeilen-Bazooka der Bild („Der Heizungs-Hammer“) und offenbar auch der demoskopische Absturz der Grünen (minus elf Prozentpunkte seit dem Höchststand) und der SPD (sieben Prozentpunkte hinter der Union) können den Mann nicht erreichen.

Nur die FDP, die den Unmut über die Wärmewende aufgreift und in Politik verwandelt, kann er nicht ganz ignorieren. Sie ist schließlich sein Koalitionspartner in der selbst ernannten Fortschrittskoalition. Ihre Töne dringen in seinen Gehörgang und tun dort das, was sie tun sollen: Sie schmerzen.

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Rolf Mützenich, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion © dpa

Der hinhaltende Widerstand der FDP beim geplanten Heizungsgesetz (Kubicki: „Ich habe 100 Fragen an Habeck“) missfällt ihm. Mützenich im Frühstücksfernsehen:

  Das bedauere ich und das nervt mich auch. “

Dabei ist die FDP – aber das weiß Mützenich vielleicht gar nicht – nicht die Quelle des Unmuts, sondern nur deren Botschafter. Es sind sieben unbequeme Wahrheiten, die auch den genervten SPD-Funktionär zur Einsicht bewegen sollten.

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Robert Habeck © imago

1. Robert Habeck hat die Bürger mit seinem Gebäudeenergiegesetz (GEG), das sie zwingen will, ihre Häuser nicht mehr mit Gas oder Öl zu heizen, sondern mit Strom, überfordert – mental und finanziell. Kauf und Einbau einer Wärmepumpe, ausreichend stark für ein Einfamilienhaus, kosten rund 25.000 Euro. Auch bei 40 Prozent staatlicher Förderung bleiben 15.000 Euro als Kosten beim Bürger hängen. Deshalb sind Millionen genervt.

2. Die Heizungsbauer selbst zucken derweil ratlos mit den Schultern. Es gibt weder genug Monteure noch genug Elektropumpen, um innerhalb kurzer Zeit die Wärmewende leisten zu können. Nach Einschätzung des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima fehlen deutschlandweit 60.000 Heizungsinstallateure. Dazu berichten rund 92 Prozent der Betriebe über Lieferschwierigkeiten bei Wärmepumpen. Die Wartezeiten für einen Einbau betragen also gerne mal 12 Monate.

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Wärmepumpe von Vaillant © imago

3. Die Energieversorger selbst weiß die Regierung ebenfalls nicht an ihrer Seite. Niemand dort bestreitet zwar, dass mehr als die Hälfte des deutschen Energieverbrauchs für Wärme drauf geht und rund 80 Prozent davon aus fossilen Energieträgern stammen. Aber, so der Chef der Bochumer Stadtwerke Dieter Spohn:

  Die Bürger sind total verunsichert und wir haben so schnell auch keine Lösungen. “

4. Spätestens bei Schulen, Bürgerhäusern und öffentlichen Verwaltungen aller Art rollen die vom Staat verursachten Kosten als Lawine auf ihn zurück. Mindestens acht Milliarden Euro soll der Ersatz der alten Öl- und Gasheizungen durch klimafreundliche Alternativen die Kommunen kosten, hat der Deutsche Städte- und Gemeindebund errechnet. Dieses Geld ist nirgendwo zurückgestellt und in der Hochzinsphase auch nicht mehr leicht zu besorgen.

5. Selbst dem Klima kann Robert Habeck mit seiner Gewalt-Kur keinen Dienst erweisen. Denn der Strom, den die Wärmepumpe unweigerlich zum Funktionieren braucht, ist brauner denn je. Sechs Prozent des bisher CO2 neutralen Atomstroms hat Habeck selbst vom Netz genommen. Dieser wird ersetzt durch Steinkohle, Braunkohle und Flüssiggas mit dem Ergebnis, dass die CO2-Werte steigen und nicht sinken. 54 Prozent des deutschen Stroms stammen heute aus fossilen Energieträgern. Die kurzfristig einzige Änderung: Früher wurde der fossile Brennstoff im Keller verbrannt, jetzt im Kraftwerk vor den Toren der Stadt.

 
Stromerzeugung: Braun statt grün
Nettostromerzeugung in Deutschland seit Januar 2019 (gleitender 7-Tage-Durchschnitt), in Terawattstunden
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6. Da parallel auch eine Verkehrswende eingeleitet werden soll, zweifeln viele Experten, ob sich die Elektrifizierung des Landes in ausreichender Kapazität bewerkstelligen lässt. 2030 werden nach Schätzungen des Wirtschaftsministeriums rund 655 Milliarden Kilowattstunden benötigt. 236 Milliarden Kilowattstunden sind derzeit durch erneuerbare Energieträger verfügbar. Pioneer-Expert Lamia Messari-Becker, Professorin für Gebäudetechnik und Bauphysik an der Universität Siegen, schätzt die Lage dramatisch ein:

  Das erfordert einen massiven Ausbau der elektrischen Versorgungsstruktur und Speicherkapazitäten. Allein die Chemieindustrie deklariert für sich rund 600 Terawattstunden für 2050 (11-fach höher als heute), um klimaneutral zu werden. Das ist mehr als der deutsche Strombedarf zurzeit (ca. 484 TWh in 2022). “

 
Optimismus oder Greenwashing?
Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Deutschland und Prognose laut Klimaschutzgesetz, in Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten
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E.ON-Chef Leonard Birnbaum warnt ebenfalls vor der Unterschätzung des Aufwands allein für die Verkehrswende:

  Eine 30 Megawatt Tankstelle ist das Gleiche wie eine 30.000 Einwohner Stadt, die aus dem Himmel ins Netz hineinfällt und versorgt werden muss. Wenn wir jetzt entlang der Autobahn alle 60 Kilometer 30 Megawatt Anschlüsse bauen müssen, dann ist es so, als wenn entlang sämtlicher Autobahnen in Deutschland ungefähr 400 Kleinstädte à 30.000 Einwohner entstehen. “

Und auch dieser Zusatzstrom wäre angesichts fehlender Windräder, fehlender Solar-Anlagen und fehlender Speichermedien vor allem braun. Eine zu schnelle Elektrifizierungswelle würde eine Renaissance der fossilen Energieträger bedeuten.

 
Deutschland/Italien/Polen: Brauner Strom
Stromerzeugung in Europa am 22. Mai 2023 um 19:00 Uhr nach CO2-Intensität, in Gramm CO2-Äquivalente pro Kilowattstunde
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7. Die Funktionäre von rot-grün lesen und hören die Argumente der Wirtschaftselite nicht gern. Sie schalten ein bei ARD und Spiegel, wo sie von journalistischen Aktivisten zur Beschleunigung und damit zur weiteren Bürgerferne getrieben werden. Von „Handlungsbedarf“ sprach der Minister, als er sein Gesetz im April vorstellte. „Ein viel zu kleines Wort angesichts der Größe der Aufgabe“, raunte der Spiegel. Deutschland sei schwer in Verzug. Das stimmt, aber das stimmt eben nur mit Blick auf die von Technokraten festgelegten „Sektorenziele“. Das stimmt nicht aus Sicht des Souveräns, der nicht zuerst das Weltklima, sondern zuerst seinen heimischen Wohlstand retten möchte.

Fazit: Die „Schubumkehr“, von der Habeck sprach, als er sein Heizungsgesetz ankündigte, gilt zumindest für ihn und seine Beliebtheitswerte. Diese sind unverzüglich in den Heizungskeller gepurzelt. Will die Kanzlerpartei nicht hinterher stolpern, sollte ihr Fraktionschef seine Filterblase zügig verlassen. Draußen wird Rolf Mützenich die für ihn zentrale Lernerfahrung machen: Die Menschen denken anders, als die Medien schreiben. Und Wärmepumpen wählen keine SPD.

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Olaf Scholz © The Pioneer

Kapiteltrenner: Familienunternehmer
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Christian Lindner, Robert Habeck und Olaf Scholz © dpa

Dass sich die Wirtschaft von der Ampel entfremdet, belegt eine bisher unveröffentlichte Umfrage des Wirtschaftsrats der CDU unter rund 2.000 Mitgliedsunternehmen.

Darin gab fast jeder zweite Befragte an, das vorliegende Heizungsgesetz nicht für geeignet zu halten, um die Klimaschutzziele zu erreichen.

Bei der Frage nach einer wirksamen und idealen Klimaschutzpolitik wünschen sich 96 Prozent der Befragten maximale Technologieoffenheit und 81 Prozent die Schaffung eines global umgesetzten CO2-Preises.

Mit der Energiepolitik der Bundesregierung sind nur 11 Prozent der Befragten zufrieden, schlechter ist der Wert nur noch bei der Wohnungs- und Digitalisierungspolitik.

Weitere Details lesen Sie in unserem Newsletter Hauptstadt – Das Briefing. Pflichtlektüre auch für Olaf Scholz. Hier erfährt er die Gründe, warum die politische Konkurrenz derzeit an ihm vorbeizieht.

Kapiteltrenner Messari-Becker
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Lamia Messari-Becker, Professorin für Gebäudetechnik an der Universität Siegen © imago

Die Kritik an der Energiewende der Ampel-Koalition kommt nicht nur von der Opposition, sie kommt auch aus den Reihen der Experten.

Lamia Messari-Becker ist Professorin für Gebäudetechnik an der Universität Siegen und geht mit der Politik scharf ins Gericht.

Sie sagt:

  Ohne Korrekturen gefährdet die aktuelle Energie- und Klimapolitik den Sozialstaat, den Klein- und Mittelstand und insbesondere den Klimaschutz selbst. “

Vor allem ärgert sie, dass die Politik sich zu sehr auf Öko-Strom konzentriert, egal ob bei der Wärmepumpe oder bei der Windkraft.

  Die ,alles per Strom’-Strategie ist gefährliches Wunschdenken. Zu Wind- und Sonnenkraft müssen weitere erneuerbare Quellen kommen, etwa Solarthermie, Geothermie und Bioenergie. “

Wer die Alternative zur Energiepolitik von Robert Habeck kennenlernen möchte, sollte diesen Text lesen.

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Die Energiewende braucht ein Korrektiv
Die Ampel fokussiert sich in ihrer Energiepolitik auf den Strom. Das hat fatale Auswirkungen.
Artikel lesen

Kapiteltrenner Karriere
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Philipp Nimmermann © dpa

Philipp Nimmermann heißt der Nachfolger von Wirtschaftssekretär Patrick Graichen, der vergangene Woche in den einstweiligen Ruhestand versetzt wurde.

Doch wer ist der Neue?

  • Philipp Nimmermann ist kein Energie-, sondern ein Finanzexperte und seit 2019 Staatssekretär im hessischen Wirtschaftsministerium von Tarek Al-Wazir (Grüne).

  • Der promovierte Ökonom war Chefvolkswirt der Frankfurter Privatbank BHF, ehe er 2014 einen Job als Staatssekretär im schleswig-holsteinischen Finanzministerium übernahm.

  • In dieser Zeit bewährte sich der gebürtige Berliner als Krisenmanager und genießt seither Habecks Vertrauen.

Dass Nimmermann neuer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium wird, scheint überraschend, denn bisher galt er als Kandidat für den Vorstand der Deutschen Bundesbank. Wann genau er den Posten in Berlin antritt, ist noch nicht bekannt.

Kapiteltrenner Haushaltskrise
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Joe Biden © dpa

Heute Nacht haben US-Präsident Joe Biden und der Sprecher des Repräsentantenhauses, Kevin McCarthy, die Köpfe zusammengesteckt, um eine Lösung im Streit um das Schuldenlimit zu finden – einen Durchbruch gab es aber nicht.

McCarthy sagte nach dem Treffen:

  Ich hatte das Gefühl, dass wir ein produktives Treffen hatten. Wir haben noch keine Einigung erzielt. “

Der Republikaner glaube aber, dass die Konversation gerade in Bereichen, in denen er mit Biden auseinanderliege, positiv gelaufen sei. Biden und er würden nun jeden Tag sprechen, bis eine Vereinbarung auf dem Tisch liege.

Die US-Aktienmärkte zeigten sich vorbörslich leicht positiv.

 
US-Schulden: Variable Obergrenze
Staatsverschuldung sowie Schuldenobergrenze der USA seit 1981, in Billionen US-Dollar
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Zur Erinnerung: Es geht um die Vermeidung eines am 1. Juni erwarteten Zahlungsausfalls der US-Regierung – sollte nicht entweder am Bundeshaushalt oder der Schuldenobergrenze der USA geschraubt werden. Das sind die Streitpunkte:

  • Biden will die Kreditobergrenze der Regierung in Höhe von 31,4 Billionen US-Dollar anheben. Zudem bietet die US-Regierung an, die Militär- und Haushaltsausgaben zu kürzen, berichtete die Washington Post.

  • Die Republikaner drängen auf drastischere Ausgabenkürzungen bei vielen Haushaltsprogrammen als Gegenleistung für die Erhöhung der Kreditaufnahme der Regierung.

  • Mindestens elf demokratische Senatoren fordern, dass Joe Biden die Verfassung der USA reformiert und die Schuldenobergrenze ohne die Zustimmung des Kongresses anhebt. Biden sagte, er würde das in Betracht ziehen. Ein solcher Schritt sei allerdings unwahrscheinlich, heißt es aus dem Weißen Haus.

Kapiteltrenner Meta
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Mark Zuckerberg, CEO von Meta © dpa

Der Facebook-Konzern Meta muss wegen eines Verstoßes gegen die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) eine Rekordstrafe in Höhe von 1,2 Milliarden Euro zahlen. Europäische Aufsichtsbehörden haben festgestellt, dass das Unternehmen persönliche Informationen nicht vor dem Zugriff amerikanischer Sicherheitsdienste geschützt hat. Diese illegale Datenübermittlung gefährdet laut der Datenschutzkommission die Grundrechte und -freiheiten der betroffenen Personen.

Neben der Geldstrafe wurde dem US-Unternehmen eine Frist von fünf Monaten eingeräumt, um „jede künftige Übermittlung personenbezogener Daten in die USA auszusetzen“, sowie eine Frist von sechs Monaten, um „die unrechtmäßige Verarbeitung, einschließlich der Speicherung“ der übermittelten EU-Daten, in den USA zu beenden.

Fazit: Meta tut in Europa das, was die US-Regierung TikTok in China vorwirft. Ginge es in der Wirtschaftspolitik gerecht zu, müsste die US-Regierung noch heute das Verbot von Facebook beantragen.

Kapiteltrenner Ukraine-Update
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„Legion Svoboda“ © Twitter/@legion_svoboda

Eine Truppe kremlkritischer Russen, die für die Ukraine kämpfen, ist gestern erstmals auf russisches Staatsgebiet vorgedrungen. Die sogenannte Legion Freies Russland hat offenbar mehrere Dörfer in der Region Belgorod nahe der ukrainischen Grenze erobert. Der Kampfverband hatte für seinen Vorstoß wohl auch gepanzerte Fahrzeuge und schweres Gerät zur Verfügung.

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Mykhailo Podolyak © dpa

Mykhailo Podolyak, Berater von Präsident Selenskyj, sagte, dass sein Land „die Ereignisse mit Interesse verfolgt, die Situation analysiert, aber nichts mit ihnen zu tun hat“. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte, dass russische Truppen in der Region Belgorod eingedrungene „ukrainische Saboteure“ bekämpften und Putin über den Vorfall informiert sei.

Kapiteltrenner JP Morgan
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Jamie Dimon, Chairman und CEO von JPMorgan Chase & Co. © imago

Die größte Bank der Welt hielt ihren mit Spannung erwarteten Investors Day ab und kündigte dabei an, noch in diesem Jahr knapp 16 Milliarden Dollar in weitere Projekte zur Vergrößerung der Bank zu investieren. Dabei geht es vor allem um Investitionen in Marketing, Personal und neue Technologien. Damit erhöht die Bank das Budget um 15 Prozent im Gegensatz zum Vorjahr.

Weiter hat die US-Bank ihre Prognose für die erwarteten Einnahmen aus dem Kreditgeschäft deutlich angehoben. Durch die Übernahme der First Republic hat JP Morgan sein Ziel für den Nettozinsertrag für 2023 von zuvor 81 Milliarden Dollar auf über 84 Milliarden Dollar erhöht. Damit ist die Differenz zwischen Einlagezinsen und Krediterträgen der Banken gemeint.

Die erhöhten Prognosen zeigen, dass die großen Banken wie JP Morgan von der jüngsten Krise der Regionalbanken stark profitiert haben.

Kapiteltrenner Continental

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Nikolai Setzer, Vorstandsvorsitzender Continental AG © dpa

Der Autozulieferer Continental zieht einen Schlussstrich unter das Geschäft in Russland. Gestern verkündete das Unternehmen aus Hannover den Verkauf seines Reifenwerks in Kaluga mit rund 1.100 Mitarbeitern an den Investor S8 Capital. Über die Details sei im Stillschweigen verhandelt worden, aber so viel verrät Continental The Pioneer dann doch: Es gebe „keine Rückkaufoption“.

Die Tochtergesellschaft war die größte Einheit von Continental in Russland. Aktuell besitzt das Unternehmen noch Anteile an einem Mini-Joint Venture für die Produktion von Tachographen in Tschistopol mit rund 10 Beschäftigten. Hinzu kommen Vertriebsbüros der Konzerntochter ContiTech in Moskau mit rund 30 Beschäftigten. Für beide Bereiche sei ein „kontrollierter Rückzug“ vorgesehen.

Auf Anfrage heißt es: Derzeit fänden „keine Exporte unserer Produkte an Kunden in Russland sowie keine Importe unserer Produkte aus Russland statt“.

Kapiteltrenner Immobilienmarkt
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Neubaugebiet © dpa

Zwei aktuelle Meldungen verdeutlichen die Turbulenzen auf dem deutschen Immobilienmarkt:

  • Im ersten Quartal 2023 belief sich das Geschäft mit der Immobilienfinanzierung der im Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) zusammengeschlossenen Institute auf 25,6 Mrd. Euro – ein Minus von 47,8 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2022.

  • Besonders betroffen von der schwachen Nachfrage nach Baufinanzierungen sind die deutschen Sparkassen: Laut dem Analysehaus Barkow Consulting ist der Bestand an Immobilienkrediten im ersten Quartal um 800 Millionen Euro auf knapp 389 Milliarden Euro gesunken – der erste Rückgang seit 2012 und der stärkste seit 2009.

Dazu passt: Weshalb Deutschlands Immobilienkonzerne, allen voran Vonovia, sich auf Talfahrt befinden, habe ich in dieser Analyse für Sie aufgeschrieben.

Kapiteltrenner Zukunftsthriller
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Hans-Ulrich Jörges, ehemaliger Stern-Journalist © dpa

Dem ehemaligen Stern-Journalisten Hans-Ulrich Jörges ist die Welt noch nicht verrückt genug. Deshalb hat er sich eine noch verrücktere Fantasiewelt erdacht. In seinem Buch „Abaddon“ skizziert Jörges eine Welt, in der sich Wladimir Putin und ein wiedergewählter Donald Trump verbünden, um nicht zu sagen gegen die bisherige Weltordnung verschwören. Eine Art Hitler-Stalin-Pakt 2.0.

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Wladimir Putin und Donald Trump (2019) © dpa

Für Jörges ist die in seinem Buch geschilderte Kooperation von Trump und Putin keineswegs reine Fiktion:

  Wenn Trump amerikanischer Präsident wird, wird es im Prinzip so etwas geben. Trump hat an Europa kein Interesse. Er hasst die Europäer, während Putin an Europa sehr interessiert ist. Und der Deal im Buch sieht so aus, dass Putin Europa bekommt und Trump sich um seinen Lieblingsfeind kümmert: China. “

Seinen Namen verdankt der dystopische Thriller dem Neuen Testament:

  Der Name stammt aus der Offenbarung des Johannes. Abaddon ist der Engel des Abgrunds. “

Podcast mit Hans-Ulrich Jörges - BC - 23.05.23
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Aber wie wird ein Journalist, der ja dem Abenteuer Wirklichkeit verpflichtet ist, zum Thriller-Autor? Auch darüber haben wir gesprochen. Die Arbeit als Journalist hatte Jörges zuletzt nicht mehr als befreiend, sondern als beengend erlebt, sagt er:

  Der Journalismus beschränkt sich im Wesentlichen auf die Wiedergabe von Formeln, die andere erfunden haben. Da wollte ich raus. “

Fazit: Hier spricht ein Freigeist, der keinen Konventionen mehr genügen muss – und will. Je nach Gemütszustand, werden die einen empört und die anderen erfrischt sein.

Ich wünsche Ihnen einen gut informierten Start in den Tag.

Es grüßt Sie auf das Herzlichste,

Ihr

Signatur Gabor Steingart
Gabor Steingart
Herausgeber The Pioneer

Redaktion

Lukas Herrmann (Leitung), Luisa Nuhr, Daniel Bayer, Till Henniges, Alexander Wiedmann

Außerdem mitgewirkt haben Michael Bröcker, Anne Schwedt und Maximilian Stascheit.

Grafiken

Nils Lang (Daten), Peter Gorzo (Titelbild)

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