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26.05.2023
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Guten Morgen Detlef Karl Klein,

in der Werbung hat es begonnen: Influencer ergänzen und ersetzen vielfach die klassischen Medien mit ihren Zeitungen, Magazinen und Fernsehproduktionen. Diese Personenmarken lassen die CEOs und ihre Konsumartikel auf Instagram, YouTube und TikTok zu den Sternen aufsteigen – oder auch abstürzen.

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Kim Kardashian © imago

Für die Sterne ist seit längerem schon Kim Kardashian zuständig. Die Unternehmerin ist eine Celebrity mit 357 Millionen Followern auf Instagram. Nachdem sie lange Zeit für Firmen wie Dolce & Gabbana oder Balenciaga geworben hat, empfiehlt sie nun ihre eigene Bekleidungsmarke „Skims“ und umwirbt ihr Kosmetikunternehmen „KKW“. Die Werberin ist zum Produkt geworden oder umgekehrt.

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Kanye West © dpa

Für den Absturz von Adidas und dessen Vorstandschef Kasper Rorsted war der Influencer und damalige Ehemann von Kim Kardashian, Kanye West, zumindest mitverantwortlich. Mit rechtsradikalen und antisemitischen Sprüchen wie „ich mag Hitler“ und „ich liebe Nazis“ zwang er Adidas, die von ihm designte Sportlinie aus dem Verkehr zu ziehen.

Auch im politischen Geschäft setzen sich die Personenmarken durch, Parteiorganisationen werden zu Eventagenturen mit angeschlossenem Recyclingcenter für all die ungelesenen Resolutionen und Parteiprogramme.

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Die Kim Kardashian des politischen Universums ist derzeit Sahra Wagenknecht. Bei einem Bekanntheitsgrad von 98 Prozent löst sie in der Gesamtbevölkerung weniger negative und mehr positive Reflexe aus als alle anderen Linkenpolitiker und auch als Friedrich Merz. Sie überzeugt nicht wegen, sondern trotz ihrer Parteizugehörigkeit.

 
Politikerranking: Die Top 10
Insa-Politikerranking im Mai 2023, in Punkten
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Die promovierte Volkswirtin aus Ostdeutschland ist attraktiv für Gruppierungen aller Couleur. Sie zieht bei linken wie rechten Wählergruppen und ist daher ein menschliches Crossover-Modell. Wenn sie zur Europawahl mit einer Sahra-Wagenknecht-Partei antreten würde, das hat der Demoskop Hermann Binkert von Insa exklusiv für The Pioneer ermittelt, würde sie aus dem Stand 14 Prozent erzielen.

 
Wagenknecht Partei: Das 14-Prozent-Potential
Wenn am kommenden Sonntag Europawahl wäre und es eine „Wagenknecht Partei“ gäbe, wie würden Sie dann wählen?
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Auch Christian Lindner hat über die Jahre das entwickelt, was US-Marketingexperten „Starpower“ nennen. Im Umfeld von Porsche-Fahrern, iPhone-Usern und den Trägern eines taubenblauen Boss-Anzuges ist seine Reichweite am höchsten. Aber auch Start-Upper und traditionelle Familienunternehmer zählen zu seinen Followern. Der heimliche Claim des Lindner Brands wurde von Nobelpreisträger Milton Friedman designt: Money matters.

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Christian Lindner © dpa

Wenn die Ampel-Koalition ihn mit ihrer Verbotsethik nicht ständig runterziehen würde, so der Insa-Chef, könnte Lindner seinen Stimmenanteil glatt verdoppeln. Das von Insa gemessene Lindner-Potenzial, eine Tiefenbohrung in noch unbekannte Wähler-Sedimente, auf die sich das vor 14 Jahren gegründete Institut spezialisiert hat, hält ein FDP-Wählerreservoir von 21 Prozent für möglich. Keine andere Partei besitzt ein derart unerschlossenes, tiefer liegendes Potenzial. Die Energieversorgung von Christian Lindner erfolgt demnach am besten durch politische Geothermie.

 
FDP: Unausgeschöpftes Potential
Insa-Potential-Analyse Mai 2023, in Prozent
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Woher kommen die neuen Wähler?
Aufschlüsselung der potentiellen Wähler nach aktueller Wahlpräferenz, in Prozent*
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In Kreisen der Wutbürger hat sich Alice Weidel an die Spitze gegrummelt. Sie ist als ebenfalls promovierte Ökonomin und dazu ehemalige Mitarbeiterin von Goldman Sachs und Allianz Global Investors die weibliche und zugleich mildere Ausgabe eines Kanye West im politischen Sortiment. Das heißt: Sie ist rechts, aber nicht antisemitisch.

Sie setzt in der vielfach überforderten Gesellschaft gezielt ihre Trigger-Points und zündet Wutraketen. Mit Wertschöpfungen wie „Kopftuchmädchen“ und „Messermännern“ produziert sie Feinde und Fans zugleich. Ihr Geschäftsmodell heißt Provokation, weshalb sie neuerdings auch mit Rechtsaußen-Politiker Björn Höcke öffentlich flirtet.

 
AfD: Hohe Ablehnung
Welche der folgenden Parteien können Sie sich grundsätzlich gar nicht vorstellen zu wählen? Antworten in Prozent
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Das noch unausgeschöpfte AfD-Potenzial taxiert Insa auf weitere 9 und damit auf insgesamt 26 Prozent. Allerdings ist das Team Weidel unbeliebter als jede andere Formation, was ihre Anschlussfähigkeit gefährdet: 57 Prozent der Wähler sagen: geht gar nicht.

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Friedrich Merz © dpa

Kein anderer Politiker produziert derartige eindeutige Abstoßungsreaktionen wie Alice Weidel, weshalb auch keine andere Partei sich mit ihr blicken lassen kann. Sollte Friedrich Merz auch nur daran denken, mit ihr zu paktieren, würde ihm dasselbe passieren wie dem Adidas-Chef. Der falsche Influencer im Portfolio bedeutet den Todeskuss.

Apropos Merz: Echte Influencer sind in ihrer Community sogenannte „Love Brands“. Sie stehen dort auf Platz 1. Stolz und erhaben. Sie haben nicht einfach nur Freunde, sie haben Fans. Sie lösen keine Zustimmung, sondern Begeisterung aus. Das eben vereint Christian Lindner, Alice Weidel und Sahra Wagenknecht.

 
Söder vs. Merz
Umfrage zur Bekanntheit bzw. zur Haltung gegenüber Markus Söder und Friedrich Merz, Ergebnisse in Prozent
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Diese Gefühle weckt Friedrich Merz in den eigenen Reihen auch, aber nicht durchgängig. Im Insa-Beliebtheitsranking und auch bei der Potenzialanalyse taucht vor ihm der Name Markus Söder auf. Der Mann aus Bayern – das ergeben alle Erhebungen von Insa und zahlreicher anderer Institute – ist bekannter, beliebter und löst häufiger positive Emotionen aus. Die Burg des Friedrich Merz, das lernt man aus solchen demoskopischen Analysen, ist bisher noch eine Burg ohne Mauer und Wassergraben.

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Markus Söder © dpa

Fazit: Die alte Politikerwelt mit Klatschparteitag und Büchertisch in der Fußgängerzone geht vor unser aller Augen unter. Die neue Politikerwelt bringt einen modernen Typus von Leader hervor, der das Programm durch Persönlichkeit ersetzt und der nicht zuerst mit Parteifreunden konspiriert, sondern mit der Außenwelt kommuniziert.

Wir sollten auf weitere Veränderungen gefasst sein. Die Parteienlandschaft bewegt sich. Die Wucht der Verwandlung, die Karl Marx und Friedrich Engels im Kommunistischen Manifest vorhergesagt hatten, trifft mit Zeitverzögerung auch die Welt der deutschen Parteien:

  Alle festen, eingerosteten Verhältnisse mit ihrem Gefolge von altehrwürdigen Vorstellungen und Anschauungen werden aufgelöst, alle neugebildeten veralten, ehe sie verknöchern können. Alles Ständische und Stehende verdampft. “

Kapiteltrenner Christian Lindner

Wenn Sie Christian Lindner live erleben möchten, lade ich Sie herzlich am 6. Juli auf unser Medienschiff, die Pioneer One, ein. Mein Kollege Michael Bröcker wird mit dem Finanzminister und FDP-Chef über die aktuelle Haushaltslage und den Zustand der Ampel-Koalition sprechen. Und Ihre Fragen sind nicht nur erlaubt, sondern erwünscht.

Hier geht es zu den Tickets!

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Kapiteltrenner: Haushaltsstreit
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Olaf Scholz und Christian Lindner © dpa

Neben dem Heizungsgesetz streiten die drei Parteien der Ampel auch über den Haushalt für das kommende Jahr.

Wir erinnern uns: Anfang März hatte Finanzminister Christian Lindner die Vorstellung der Eckpunkte verschoben, da noch keine Einigung in Sicht war. Wie unsere Politik-Redaktion nun erfuhr, sind sich die Koalitionäre zumindest beim Zeitplan mittlerweile einig: Spätestens Anfang Juli soll das Kabinett den Beschluss fassen.

Helfen könnten dabei auch Extra-Mittel aus dem Fonds für Wirtschaftsstabilisierung („Doppelwumms“). „Das ist auf jeden Fall eine Option“, sagte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Achim Post in der aktuellen Folge unseres Hauptstadt-Podcasts.

Doch auch das wird nicht reichen, um alle Wünsche der Minister zu erfüllen. Welche Projekte gestrichen werden sollen und wer sich stattdessen über mehr Geld freuen darf, lesen Sie in unserem Politik-Newsletter Hauptstadt Das Briefing.

Kapiteltrenner: Ron DeSantis
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Ron DeSantis © dpa

Floridas Gouverneur Ron DeSantis hatte in der Nacht zum Donnerstag auf Twitter seine Präsidentschaftskandidatur angekündigt. Dabei positionierte sich der Republikaner nah bei seinem Konkurrenten Donald Trump.

Mit seiner Kandidatur möchte DeSantis „nach vorne blicken“. Einen Seitenhieb an seinen Parteikollegen Trump, der sich bei der letzten Wahl von Joe Biden geschlagen geben musste.

  Es gibt keinen Ersatz für den Sieg. Wir müssen die Kultur des Verlierens beenden, die die Republikanische Partei in den letzten Jahren infiziert hat. “

Er positioniert sich nicht nur als neuer Hoffnungsträger der USA, sondern beim Thema Einwanderungspolitik auch als beinharter Law-and-Order-Kandidat:

  Wir wissen, das Land entwickelt sich in die falsche Richtung, wir sehen es mit unseren Augen und fühlen es in unseren Knochen: Unsere südlichen Grenzen kollabieren, Drogen strömen ins Land, unsere Städte werden durch einen Höchststand an Kriminalität ausgehöhlt. “

Wie zuvor auch Trump ließ DeSantis offen, ob er die Ukraine weiter unterstützen würde.

  Ich will eine Einigung, ich will Frieden. Ich will nicht, dass die USA irgendwann mit unseren Truppen in einen Krieg mit Russland oder der Ukraine verwickelt werden. “

Mit Blick auf die unabhängige Energieversorgung wird der 44-Jährige, mit einem Gruß an Deutschland, deutlich:

  Wir wollen Energie-Unabhängigkeit. Wir wollen nicht wie Deutschland enden. Dort haben sie keine vernünftige Stromversorgung und die Energiepreise klettern. “

Fazit: Sie nennen ihn Mini-Trump. Aber wer weiß: Vielleicht ist er derjenige, der das Original zu Bette bringt.

Kapiteltrenner Josef Braml

Josef Braml
Dr. Josef Braml © DGAP

Die veränderte Ausgangslage im amerikanischen Wahlkampf ist wichtig, auch für Deutschland. Die Regierung in Washington entscheidet mit, welche Exportpartner künftig noch erwünscht sind. Deshalb hat Chelsea Spieker den USA-Experten Josef Braml in unser Pioneer-Studio in Berlin-Charlottenburg eingeladen. Braml ist European Director der Denkfabrik Trilaterale Kommission und Autor des Buchs „Die transatlantische Illusion“.

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Klick aufs Bild führt zur Podcast-Page

Die Performance des 44-jährigen DeSantis könne zwar mit der des 36 Jahre älteren Joe Biden mithalten, mehr jedoch nicht:

  Gegen Trump muss DeSantis schon noch ein bisschen zulegen. Der ist ein Zacken unterhaltsamer und auch schlagfertiger als er. “

Sich inhaltlich gegen Trump aufzustellen, sei allerdings besonders schwierig, sagt Braml:

  DeSantis braucht Trumps Unterstützer, ohne sich den Zorn Trumps zuzuziehen. Er hat in vielen Bereichen ähnliche Positionen wie Trump. Seine Kernbotschaft wird sein: ‚Mit Trump verlieren wir gegen Biden‘. “

Braml prognostiziert, dass DeSantis an genau dieser Mission scheitern werde. Denn:

  Trump hat einen messerscharfen Intellekt, den er auch einsetzt – wenn auch nicht immer fürs Schöne, Wahre und Gute. “

Kapiteltrenner Lufthansa 

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Carsten Spohr © dpa

Die Lufthansa hat ihr Ziel in Italien erreicht und steigt bei der Fluggesellschaft ITA Airways ein. Der Luftfahrt-Konzern vereinbarte mit dem italienischen Staat die Übernahme von 41 Prozent für 325 Millionen Euro – „mit der Option auf Übernahme aller verbleibenden Anteile zu einem späteren Zeitpunkt“. Lufthansa-Chef Spohr sprach von einer „Win-win-Situation“ für Italien, ITA und die Lufthansa.

Die Lufthansa hat es vor allem auf neue Verbindungen ab Rom abgesehen. Das Drehkreuz wurde privatisiert und gilt inzwischen als effizienter Flughafen. Die Lufthansa wolle von dort neue Interkontinentalverbindungen aufnehmen – vor allem nach Afrika. Aus geografischen Gründen biete Rom viele Vorteile, heißt es bei der Lufthansa.

Kapiteltrenner: Rezession 
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© dpa

Technisch gesehen ist die deutsche Wirtschaft in die Rezession gerutscht: Nach neuen Daten des Statistischen Bundesamtes schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt zwei Quartale in Folge. Demnach sank im 1. Quartal 2023 die Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozentpunkte gegenüber dem Vorquartal, nachdem bereits im vierten Quartal 2022 das BIP um 0,5 Prozentpunkte zurückging.

Aber von einer Rezession im klassischen Sinne kann keine Rede sein:

  • Der Jobmarkt ist stabil: Die Arbeitslosenquote lag im April 2023 wie im März bei 5,7 Prozent.

  • Die Aktienmärkte klettern: Der Dax kratzt in diesen Tagen an einem neuen Allzeithoch.

  • Die Reiselust ist ungebremst: Der Reiseveranstalter TUI zählte 8,3 Millionen Buchungen für den Sommer – 13 Prozent mehr als im Vorjahr und das zu höheren Preisen.

Kapiteltrenner: Grüner Kapitalismus
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Wolfgang Gründinger © imago

„Die fossile Industrie erlebt gerade ihren iPhone-Moment“, schreibt Wolfgang Gründinger. Er ist „Chief Evangelist“ beim Solar-Startup Enpal und damit so etwas wie der Botschafter seines Unternehmens. Was er damit meint: So wie das iPhone vor weniger als 20 Jahren die Tech-Branche erschütterte und Standards neu definierte, sorgen grüne Energien heute für eine ähnliche Disruption.

Im Gastbeitrag für The Pioneer schreibt er:

  Wer einmal ein Elektroauto hat und mit Solarstrom vom eigenen Dach unschlagbar günstig ‚betankt‘, der möchte nie wieder etwas anderes. Diese Revolution hält niemand mehr auf. “

Gründingers These: Der fossile Kapitalismus schafft sich ab – und steht grün wieder auf.

Kapiteltrenner Apple
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Tim Cook, CEO von Apple © dpa

Vergangenes Jahr tummelten sich fast zwei Millionen Apps im Apple App Store. Wöchentlich zieht der virtuelle Laden rund 660 Millionen Besucher an – das sind etwa 30 Mal mehr Besucher als das Disneyland Florida, der meistbesuchte Freizeitpark der Welt, meldet.

Diese Zahlen musste Apple nun im Zuge einer juristischen Einigung mit App-Entwicklern zum ersten Mal offenlegen. Das zweiseitige, engbedruckte Papier, das auf Apples Rechts-Website versteckt ist, zeigt auf, wie viele Apps eingereicht und wie viele davon zurückgewiesen wurden.

  • Apple hat 2022 rund 400.000 Entwickler-Accounts gesperrt und 282 Millionen betrügerische Kunden-Accounts entfernt.

  • Von insgesamt 6,1 Millionen eingereichten Apps wurden 1,7 Millionen abgelehnt. Am häufigsten hat Apple die Apps aufgrund von Leistungskriterien (eine Million), gefolgt von Rechts- und Design-Problemen, abgelehnt. Verhältnismäßig selten – 92.000 Mal – wurden Apps aufgrund von Sicherheitsproblemen abgewiesen.

  • Per staatlicher Anordnung wurden insgesamt 1474 Apps aus dem App Store entfernt, 97 Prozent davon in China.

Mehr dazu lesen oder hören Sie diese Woche im Tech Briefing. Hier entlang!

Kapiteltrenner Künstliche Intelligenz
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Sam Altman © dpa

In der EU wird derzeit ein neues Gesetz zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz erarbeitet. Sam Altman, Gründer und CEO von OpenAI, hat am Mittwoch auf einer Veranstaltung in London einen Rückzug aus dem europäischen Markt angedroht, sollten die Regeln nicht entschärft werden.

Altman ist derzeit auf einer Art Welt-Tournee. Er möchte verstehen, was jedes Land, jede Regierung und jede Kultur sich von dieser neuen Art von Technologie erhofft, und gleichzeitig versuchen, KI-Pessimisten und Weltuntergangs-Apologeten zu beruhigen. Nach Auftritten in Paris, Warschau und London diese Woche war er gestern auch in München. Pioneer Tech Reporterin Clara Meyer-Horn war vor Ort.

Die Veranstaltung war bereits nach 30 Minuten ausverkauft und der Audimax Saal der Technischen Universität in München zum Veranstaltungsbeginn entsprechend rappelvoll. Als Altman – eine Stunde zu spät – winkend die Bühne betrat, erntet er tosenden Applaus von den etwa tausend Zuschauern. Seine Verspätung war gerechtfertigt, er hatte noch einen Termin mit Bundeskanzler Olaf Scholz in Berlin. Auf die Frage, was er und der Kanzler zu besprechen hatten, antwortete er vage:

  Wir haben über vieles geredet. Es ging darum, was es für neue Entwicklungen bei der Künstlichen Intelligenz gibt, und darüber, was wichtig für Deutschland ist. “

Details wurden nicht verraten. Im Kamingespräch zwischen Altman und TUM-Professor für Maschinelles Lernen Reinhard Heckel äußerte sich Altman deutlich milder als zuvor in London. Von einem Rückzug aus dem europäischen Markt war keine Rede. Er sagte:

  KI sollte reguliert werden. Eine Version des europäischen KI-Gesetzes kann gut sein, aber es gibt auch eine, die zu streng sein könnte. “

Es sei wichtig, dass Künstliche Intelligenz nicht überreguliert wird, solange sich die Technologie noch in der Entwicklungsphase befindet, sonst könne der Fortschritt behindert werden. Sein Appell:

  Wir brauchen mehr Klarheit. “

Kapiteltrenner: Nvidia

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Jensen Huang © imago

Derzeit ist nicht Microsoft, Amazon oder Google der größte Profiteur des Wettrennens rund um Künstliche Intelligenz, sondern der Chipkonzern Nvidia. Bei der Präsentation der neuesten Quartalszahlen am Mittwoch konnte Nvidia-Chef Jensen Huang kaum seine Begeisterung verbergen:

  Das Geschäft entwickelt sich hervorragend. Wir erhöhen die Produktion erheblich, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. “

In Zahlen ausgedrückt erwartet Huang für das aktuelle Quartal einen Umsatz von etwa elf Milliarden Dollar. Das übertraf die bisherigen Erwartungen der Analysten um rund 50 Prozent. Dieser Sprung ist vor allem auf den Ausbau der KI-Programme zurückzuführen, welche die hoch entwickelten Grafikchips von Nvidia benötigen.

 
KI-Boom lässt Nvidia fliegen
Performance der Nvidia-Aktie seit Beginn der Woche, in US-Dollar
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Diese Entwicklung erfreute auch die Anleger und ließ die Aktie am Donnerstag um mehr als 24 Prozent auf knapp 380 Dollar nach oben schießen. Seit Beginn des Jahres verzeichnete Nvidia an der Börse einen Anstieg des Unternehmenswertes um mehr als 165 Prozent. Derzeit ist das Unternehmen rund 940 Milliarden Dollar wert. Sollte der Kursanstieg weiter anhalten, könnte Nvidia schon bald erstmals die Schwelle von einer Billion Dollar erreichen. Derzeit sind nur Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon und Saudi Aramco wertvoller als der Chiphersteller.

Kapiteltrenner Demokratie
The Pioneer-Chelsea Spieker und Gabor Steingart
Chelsea Spieker und Gabor Steingart © The Pioneer

Demokratie ist eine Mitmach-Veranstaltung: Wenn Sie mögen, sind Sie eingeladen, heute beim deutschen Podcast-Preis in der Kategorie Politik und Nachrichten abzustimmen. Chelsea und ich – wir zählen auf Sie. Oder um es mit Loriot zu sagen: Ein Leben ohne den Pioneer Podcast ist möglich, aber sinnlos.

Deutscher Podcast-Preis Kachel
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Kapiteltrenner Klaus Meine

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Klaus Meine © imago

Gestern trauerte die Welt um die verstorbene Queen of Rock ’n’ Roll, Tina Turner. Dadurch geriet ein freudiges Ereignis der Musikwelt ins Hintertreffen, das auch nachträglich noch eine Würdigung verdient: Scorpions-Frontmann Klaus Meine wurde 75. Er darf den Titel des deutschen Prince of Rock für sich beanspruchen.

Seinen größten Welthit schrieb Meine vor 31 Jahren in einer lauen Sommernacht in Moskau. Wind of Change wurde zur Hymne der politischen Wendezeit in Osteuropa und fing den Optimismus der Zeit wie kein anderer Song ein. Bis heute ist die Rock-Ballade das erfolgreichste Lied, das je in Deutschland produziert wurde. Es landete in elf Ländern auf Platz 1 der Charts. Auf YouTube wurde das Musikvideo über eine Milliarde Mal aufgerufen. Insgesamt verkaufte die Band 110 Millionen Tonträger.

Klaus Meine
Klaus Meine © Marco Urban

Meine ist seiner Heimatstadt Hannover immer treu geblieben – und seinem jungenhaften und spontanen Naturell auch. Als die Pioneer One im ersten Lockdown ohne Publikum durch Hannover glitt, rief ich ihn an und fragte, ob er nicht spontan Lust auf einen kleinen Ausflug hätte. Er hatte. Mit einem munteren Podcast Gespräch haben wir für uns das Bleierne dieser Zeit vertrieben.

Die Welt hat sich seither einmal um ihre eigene Achse gedreht. COVID ist aus den Schlagzeilen verschwunden. Da steht jetzt der Krieg. Der Wind of Change weht diesmal aus der anderen Richtung.

Seitdem Russland die Ukraine überfallen hat, singen die Hannoveraner ihren größten Hit nur noch in umgedichteter Version. Der unverbesserliche Optimist Klaus Meine hofft, dass der Wind sich wieder dreht:

„Now listen to my heart,

It says Ukrainia

Waiting for the wind

To change”

Wir hoffen mit ihm und wünschen Klaus Meine auch weiterhin ein erfülltes Leben, bevor dann seine musikalische Unsterblichkeit einsetzt.

Ich wünsche Ihnen einen kraftvollen Start in den neuen Tag.

Es grüßt Sie auf das Herzlichste,

Ihr

Signatur Gabor Steingart
Gabor Steingart
Herausgeber The Pioneer

Redaktion

Lukas Herrmann (Leitung), Luisa Nuhr, Daniel Bayer, Alexander Wiedmann

Außerdem mitgewirkt haben Gordon Repinski und Maximilian Stascheit

Grafiken

Nils Lang (Daten), Henning Schmitter (Titelbild)

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