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28.06.2023
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Guten Morgen Detlef Karl Klein,

wenn es um die Inflation geht, teilt sich die Welt in Naive und Bösgläubige. Und die Bösgläubigen sind diesmal die Guten.

Naive Politiker und Journalisten sind in dem Glauben vereint, die Inflation Christian Sewing nennt sie das Gift unserer Volkswirtschaft – werde bald von alleine verschwinden. Schließlich habe die US-Notenbank schnell und deutlich reagiert – mit immerhin zehn Zinserhöhungen. Die EZB zog spät, aber ebenfalls deutlich nach – mit bis dato acht Zinserhöhungen.

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Christine Lagarde, EZB-Präsidentin © dpa

Und in der Tat: Das Gegengift in Gestalt einer Verknappung von Geld wirkt. Aber es wirkt eben nicht stark genug. Die Inflation hat sich auf bösartige Weise im Organismus unserer Volkswirtschaft festgesetzt. Die behandelnde Chefärztin und EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte auf ihren Röntgengeräten Besorgniserregendes festgestellt:

  Der Charakter der Inflation ändert sich. “

Die Geldentwertung wird, wenn niemand die Dosis für das Gegengift erhöht, sich weiter in die Wohlstandsdepots von Firmen und Bürgern durchfressen. Sie wird die Ersparnisse der kleinen Leute vernichten, den Immobilienmarkt paralysieren, damit den Wohnraum weiter verknappen und die Politik unter enormen Stress setzen. Christine Lagarde erklärte gestern im portugiesischen Sintra:

  Wir haben keine Siege zu verkünden. Unser Job ist nicht erledigt. “

Hier die sieben Gründe für diese außergewöhnliche Hartnäckigkeit der Inflation und warum der Bösgläubige der größere Realist ist:

1. Nur die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte Inflationszahl, die EZB nennt sie die „Headline inflation“, die Geldentwertung der Zeitungsüberschriften, ist ernsthaft rückläufig. Sie ist dies, weil im Zuge des Ukraine-Krieges die Lebensmittelpreise und die Energiepreise in die Höhe geschossen waren und sich beide Aggregate wieder beruhigt haben. Aber die eigentliche Kerninflation – sie wird von der EZB gesondert gemessen – hat auf die bisherigen Zinserhöhungen kaum reagiert. Sie wirkt wie festgefroren. Es handelt sich, wie Fed-Chef Jerome Powell sagt, um eine „Stubborn inflation“, also um eine Inflation, die stur und starr geblieben ist.

 
Kerninflation: Das hartnäckige Problem
Kerninflationsrate und Inflationsrate in der Eurozone seit Juni 2019, in Prozent
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2. Eine weitere Erhöhungsdynamik ist unterwegs: Als Reaktion auf steigende Preise steigen nämlich die Löhne, erst recht im deutschen Arbeitsmarkt, wo Arbeitnehmerinteressen kollektiv und damit effektiv organisiert sind. In der jüngsten Projektion der EZB heißt es:

  Die Inlandsnachfrage und insbesondere das Lohnwachstum sind zum wichtigsten Faktor für die jüngste Inflationsentwicklung geworden und werden dies voraussichtlich auch über den Projektionszeitraum hinweg bleiben. “

 
Lohnsteigerungen treiben Inflation
Veränderung des Entgelts je Arbeitnehmer, BIP Deflator und Import Deflator seit Q1 2018, in Prozent
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3. Die Lohnsteigerung ist in der Regel keineswegs ein Einmaleffekt, sondern aufgrund der länger laufenden Tarifverträge mit ihren Stufensystemen ein Treiber für die Inflation von morgen. Der Facharbeitermangel, aus dem eine veritable Arbeiterlosigkeit werden kann, wirkt hier verschärfend auf die Situation, denn die Nachfragemacht der Arbeitnehmer wird gestärkt: In der EZB-Projektion heißt es:

  Schocks auf der Nachfrageseite sind tendenziell hartnäckiger, vor allem im institutionellen Umfeld des Euroraums, das auf zentralisierten Tarifverhandlungen beruht, mit einer durchschnittlichen Laufzeit der Tarifverträge von etwa zwei Jahren. “

4. Fachkräftemangel, gestörte Lieferketten und die im Zuge der Zinspolitik geschrumpfte Investitionstätigkeit der Unternehmen führen auf der Angebotsseite der Wirtschaft zu einer Verknappung. Die Anbieter dieser verknappten Produkte und Dienstleistungen steigern in diesem Umfeld ihre Preisfestsetzungsmacht, zumal das gestiegene Arbeitskräftepotenzial in Europa nicht zu einem Mehr der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden führt. Für knappe Güter und rare Arbeitskräfte können die Preise beherzt heraufgesetzt werden, was in diesen Märkten auch geschieht. Beispiel Henkel: Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr die Preise um 13 Prozent angehoben und kündigte unlängst weitere Preissteigerungen an. Beispiel Baugewerbe: Die Kosten für Ziegel sind durchschnittlich um 26 Prozent gestiegen, bei Zement und Gips sind es sogar 41 Prozent.

 
Deutschland: Der Einwohnerboom
Einwohnerzahl von Deutschland seit 2012, in Millionen
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Mehr Beschäftigte, weniger Stunden
Beschäftigung und durchschnittliche Stundenzahl in der Eurozone seit Q4 2019, indexiert in Prozent
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5. Diese Verkürzung der Angebotsseite wird durch die Banken verschärft, denn die Herren des Geldes sind bei der Kreditvergabe vorsichtig geworden. Früher gab es Kredite fast umsonst. Jetzt aber, wo die Kreditkosten steigen, müssen die Banken doppelt streng schauen, ob diese Kreditkosten im operativen Geschäft des Kreditnehmers auch zurückverdient werden können.

Faule Kredite sind das Letzte, was die Banken jetzt gebrauchen können. Also kommt es auf der Angebotsseite zur weiteren Kontraktion. Das ist einerseits von der EZB gewollt und führt andererseits bei den bestehenden Anbietern zu neuem Spielraum für Preiserhöhungen. Die Spirale dreht sich.

 
EZB und Fed: Die Zinstreppe
Leitzinsentwicklung der EZB und Fed (Hauptrefinanzierungssatz) seit Januar 2020, in Prozent
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6. Auch der Klimawandel treibt die Kerninflation, wie die Analysten der EZB herausgearbeitet haben: „Ein Temperaturanstieg von einem Grad während des El Niño führte in der Vergangenheit zu einem Anstieg der weltweiten Lebensmittelpreise um mehr als 6 Prozent nach einem Jahr“. Je stärker Extremwetter, Dürren und die Hitze in den traditionellen Anbaugebieten sich entwickeln, desto größer werden die Ernteausfälle. Auch externe Schocks, wie die Sprengung des Staudammes in der Ukraine und damit die Überschwemmung von Ackerfläche, wirken als Preistreiber auf den regionalen Lebensmittelmärkten.

 
El Niño: Extremwetter treibt Preise
Auswirkungen auf die globalen Lebensmittelpreise durch El Niño*, in Prozent
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7. Die staatliche Politik spürt die Folgen einer schleichenden Verarmung der Bevölkerung zuerst in den Meinungsumfragen und dann am Wahltag. Als Reaktion darauf ist die Politik geneigt, den restriktiven Kurs der Notenbank durch eine expansive Fiskalpolitik zu konterkarieren. Die gewählten Politiker können mit der ökonomischen Kontraktion nun mal schlecht leben, weshalb sie permanent in Versuchung sind, die Gehälter im öffentlichen Dienst zu heben, Subventionen (Industriestrom) für die Unternehmen auszuweiten oder Formen von direkten Geldgeschenken für die Bürger (Neun-Euro-Ticket, Tankrabatt etc.) zu erfinden, um Schockreaktionen im Wählermarkt zu verhindern.

Fazit: Jetzt hilft nur noch ein Kombinationspräparat, um das Gift der Inflation der Volkswirtschaft wieder zu entziehen. Die weitere Geldverteuerung durch die Notenbank bei gleichzeitiger Lohndisziplin der Tarifpartner und das Ganze im Zusammenspiel mit einem Staat, der diese Verknappungspolitik nicht durch eine Schuldenorgie neutralisiert, wird Linderung bringen.

Und bei der nächsten Geldflutungs-Fantasie („Whatever it takes”) sollten die Beteiligten die Folgen bedenken. Der Satz des legendären Bundesbankpräsidenten Karl Otto Pöhl gehört auch auf die Nachttische von Christine Lagarde und Isabel Schnabel:

  Inflation ist wie Zahnpasta aus der Tube. Einmal draußen, kann man sie kaum wieder hineinbekommen. Am besten ist es also, nicht zu fest auf die Tube zu drücken. “

Kapiteltrenner Ukraine-Update
20230626-image-imago-mb-Jewgeni Prigoschin, Chef der Wagner-Truppe
Jewgeni Prigoschin, Chef der Wagner-Truppe © imago

Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko gab bekannt, dass der Chef der Wagner-Gruppe, Jewgeni Prigoschin, in Belarus angekommen sei. Hier die neuesten Entwicklungen:

  • Mit der Ankunft der Söldner-Gruppe erhofft sich Belarus’ Verteidigungsminister, Viktor Chrenin, ebenfalls eine Einheit wie die Wagner-Gruppe in der belarussischen Armee. Auf Anweisung von Lukaschenko soll nun mit Wagner-Chef Prigoschin darüber verhandelt werden.

  • Nach dem angeblichen Putschversuch der Wagner-Gruppe am vergangenen Wochenende sollen nun die etwa 340.000 russischen Nationalgardisten mit schweren Waffen und Panzern ausgerüstet werden.

 
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Wladimir Putin, Präsident von Russland © dpa

  • Kremlchef Wladimir Putin hat erstmals eingeräumt, dass die Wagner-Armee mit umgerechnet rund 924 Millionen Euro innerhalb eines Kriegsjahres vom russischen Staat finanziert wurde:

  Wir haben diese Gruppe komplett finanziert. “
  • Nach einer Überprüfung der militärischen Infrastruktur in der Ukraine hat die Regierung den Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko getadelt, die Chefs zweier Bezirke der Militärverwaltung und zwei weitere amtierende Chefs ihrer Posten entbunden. Der Grund ist der Tod von drei Menschen, die während eines russischen Militärangriffes aus den Bunkern ausgeschlossen worden waren.

 
Alexej Nawalny
Alexej Nawalny © dpa
  • Der inhaftierte Kremlgegner Alexej Nawalny hat dem russischen Präsidenten Wladimir Putin mit Blick auf den Söldneraufstand mangelnden Rückhalt in der Bevölkerung attestiert. Der Kremlchef sei offenbar noch unpopulärer in der Bevölkerung als Wagner-Chef Prigoschin.

 
  In dem Moment, in dem Militärkolonnen nach Moskau fuhren, um es zu besetzen, stand niemand auf, um Putin zu verteidigen. Es gab um ihn herum keinerlei nationale Einheit. “
  • Bei einem russischen Raketenangriff auf die Stadt Kramatorsk im Osten der Ukraine sind offiziellen Angaben zufolge mindestens drei Menschen getötet und mehr als 40 weitere verletzt worden. Bei dem Angriff wurde ein gut besuchtes Restaurant getroffen, mehrere Häuser seien beschädigt worden.

Kapiteltrenner: Sigmar Gabriel
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Sigmar Gabriel © Anne Hufnagl

Sigmar Gabriel, Ex-SPD-Außenminister und Vorsitzender der Atlantik-Brücke e.V., hat die Geschehnisse in Russland eng verfolgt – und für uns in den weltweiten Kontext eingeordnet.

Im Gespräch mit Chelsea Spieker beschreibt er den Gemütszustand von Putin nach dem Putschversuch so:

  Das wird Putin schwer innerlich zu schaffen machen. “

Für den Westen und die Ukraine habe die Wagner-Aktion allerdings nicht nur Vorteile:

  Putin brauchte, um gegen Prigoschin zu gewinnen, Unterstützer, die eine härtere Gangart in diesem Krieg fordern. Wenn er jetzt von denen stärker abhängig ist, dann kann das zu weiteren Eskalationsstufen führen. “

Podcast mit Sigmar Gabriel - 28.06.23 - BC
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Kapiteltrenner: Bericht aus Kiew
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Kriegsreporter Paul Ronzheimer © imago

Der Bild-Vize und erfahrene Kriegsreporter Paul Ronzheimer berichtet heute Morgen im Pioneer Podcast über die Situation in Kiew und wie die russischen Ereignisse sich auf die Psychologie von Selenskyj und seiner Armee auswirken:

  Mein Eindruck ist, dass Wolodymyr Selenskyj und sein gesamtes Umfeld damit total neu motiviert ist. Er ist in den vergangenen Tagen wieder an die Front gereist, hat die Soldaten besucht und hofft jetzt, dass das an der Front auch dazu führt, dass die Ukraine größere Gewinne macht. “

0246210305-image-imago-mb-Selenskyj besucht die ukrainischen Armee
Präsident Selenskyj im April 2023 © imago

Einen weiteren Motivationsschub für Selenskyjs Armee erwartet Ronzheimer nicht. Denn:

  Ich glaube nicht, dass es bei den Soldaten noch mal eine zusätzliche Motivation bräuchte, denn die waren in den vergangenen Monaten schon alle so, dass sie gesagt haben: Wir wollen unser Land zurückerobern. “

Podcast mit Paul Ronzheimer - 28.06.23 - BC
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Befürchtungen bei den Soldaten vor einer weiteren Eskalationsstufe durch die Demütigung Putins hat Ronzheimer nicht ausgemacht:

  Das Gefühl bei den Ukrainern ist: Wir erleben hier jeden Tag schon das Schlimmste. Und dass man sich ausmalt, dass es natürlich immer noch schlimmer werden kann, das scheint mir wenig in den Köpfen. “

Kapiteltrenner Abgeordnetendiäten

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Deutscher Bundestag © imago

Zum 1. Juli steigen die Bezüge der 736 Bundestagsabgeordneten. Diesmal beläuft sich das Plus auf 2,6 Prozent. Die monatliche Diät der Volksvertreterinnen und Volksvertreter beträgt ab dem 1. Juli 10.591,70 Euro – 268,41 Euro mehr als bislang.

Die Entwicklung der Parlamentarier-Bezüge folgen der Lohnentwicklung. So steht es im Gesetz.

Für das kommende Jahr deutet sich nun eine bemerkenswerte Entwicklung an. Wie mein Kollege Rasmus Buchsteiner erfahren hat, geht der Bund der Steuerzahler angesichts deutlich steigender Löhne zu Jahresbeginn von einer Rekord-Diätenerhöhung im Sommer 2024 aus.

Reiner Holznagel
Reiner Holznagel © dpa

Steuerzahlerpräsident Reiner Holznagel kritisiert, dass Diätenerhöhungen quasi automatisch vollzogen werden – ohne weitere Debatte im Parlament.

Er sagte uns:

  Für Volksvertreter sollte es selbstverständlich sein, die Bevölkerung über ihre Diätenerhöhung zu informieren – dazu gehört eine öffentliche Aussprache im Bundestag vor aller Augen und Ohren! “

Mehr zum Thema lesen Sie heute hier in unserem Politik-Teil.

Kapiteltrenner Heizungsgesetz
20230628-image-dpa-mb-Klara Geywitz, Bundesministerin für Bau und Wohnen, und Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz
Klara Geywitz, Bundesministerin für Bau und Wohnen und Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz © dpa

Dass die Ampel-Koalition beim Heizungsgesetz einen Durchbruch erzielt, ist schon des Öfteren vorgekommen. Jetzt aber gibt es eine Einigung auch in den Details, haben meine Kollegen Rasmus Buchsteiner und Thorsten Denkler recherchiert.

Zum Beispiel zur Förderung: 30 Prozent der Investitionen in eine klimafreundliche Heizung übernimmt der Staat. Für Frühentscheider gibt es einen Bonus in Höhe von 20 Prozent. Eine zusätzliche Förderung von 30 Prozent soll es für Eigentümer mit einem Jahreseinkommen bis 40.000 Euro geben. Davon können etwa 45 Prozent aller Eigenheimbesitzer profitieren. Die Höchstförderung ist auf 70 Prozent gedeckelt.

Mit einer neuen Sanierungsumlage von zehn statt bisher acht Prozent der Investitionen soll der Einbau klimafreundlicher Gasheizungen für Vermieter attraktiver werden. Allerdings dürfen Vermieter die Miete dann auf nicht mehr als 50 Cent pro Quadratmeter und Monat erhöhen. Voraussetzung ist, dass die neue Heizung staatlich gefördert wird.

Mehr Details, die meine Kollegen zum Teil exklusiv zusammengetragen haben, können Sie hier nachlesen.

Kapiteltrenner Deindustrialisierung
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Die Deindustrialisierung Deutschlands © imago

Eine aktuelle Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, unterstützt die These der fortschreitenden Deindustrialisierung Deutschlands: Demnach flossen im vergangenen Jahr 132 Milliarden US-Dollar mehr Direktinvestitionen ab, als in Deutschland investiert wurden. Das war unter allen 46 untersuchten Ländern der stärkste Abfluss.

 
Deutschland: Kapital fließt ab
Zuflüsse und Abflüsse an Direktinvestitionen in Deutschland, in Milliarden US-Dollar
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Die Gründe: Während hohe Steuern, gestiegene Energiepreise, bürokratische Hürden und fehlende Fachkräfte Deutschland zunehmend unattraktiv machen, locken andere Länder und insbesondere die USA mit dem Inflation Reduction Act – einem milliardenschweren Subventionsprogramm – erfolgreich viele Firmen an.

Wer mehr wissen will, dem empfehle ich die Cover Story „Die Wahrheit über Deutschlands Deindustrialisierung“ von meinen Kollegen Christian Schlesiger und Claudia Scholz.

Pioneer Cover "Die Wahrheit"
Der Klick aufs Bild führt Sie zur Titelgeschichte.

Kapiteltrenner Wealth Report
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Bernard Arnault, Chef des LVMH-Konzerns © dpa

Im vergangenen Jahr verzeichnete das weltweite Finanzvermögen einen deutlichen Rückgang um 3,5 Prozent oder neun Billionen Dollar auf insgesamt 255 Billionen Dollar. Laut einer Analyse der Boston Consulting Group (BCG) handelt es sich dabei um die stärkste Abnahme seit der Finanzkrise von 2008.

Michael Kahlich, Partner bei BCG in Zürich und Co-Autor der Studie, sagt:

  Grund für die sinkenden Finanzvermögen waren vor allem gestiegene Zinsen und ein volatiles makroökonomisches Umfeld, bedingt durch die Nachwirkungen der Corona-Pandemie und den Krieg in der Ukraine. “

Zur Einordnung: Insgesamt ist das Vermögen aber weltweit angestiegen. Denn trotz des Rückgangs des Finanzvermögens, zu dem Bargeld, Kontoguthaben, Anleihen, Aktien, Investmentfonds und Pensionen gehören, stieg das Gesamtvermögen leicht um ein Prozent auf 516 Billionen Dollar. Das sei auf die Zunahme der Sachwertvermögen wie Immobilien, Edelmetalle und andere physische Anlagen um mehr als fünf Prozent auf 261 Billionen Dollar zurückzuführen.

Fazit: Um die großen Vermögen müssen wir uns keine Sorgen machen. Das liegt auch daran, dass kluge Finanzmanager das Wort „Krise“ für sich mit dem Wort „Chance“ übersetzen. Und die Welt will eben trotz Krieg, Klimawandel und Inflation nicht untergehen, sondern wachsen.

Kapiteltrenner Pioneer Live
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Joe Biden und Xi Jinping © dpa

Die Vereinigten Staaten und China sind dabei, sich kulturell und ökonomisch voneinander zu lösen. Was bedeutet das für uns in Deutschland? Welche anderen Player im asiatischen Raum können Lösungsansätze bieten?

Das bespricht Pioneer Podcast-Host Chelsea Spieker am 7. Juli auf der Pioneer One mit Horst Geicke, Chairman und CEO des Deutschen Hauses Ho Chi Minh City, Jens Rübbert, Leiter der Niederlassung der Landesbank Baden-Württemberg in Singapur und Regional Head Asia/Pacific, und Dr. Volker Treier, Außenwirtschaftschef und Mitglied der Hauptgeschäftsführung der DIHK.

Neben aktuellen Themen stehen die Fragen unserer Pioneers im Mittelpunkt. Wir freuen uns auf spannende Gespräche mit Ihnen und unseren Gästen in entspannter Atmosphäre auf der Pioneer One bei diesem ersten Asia-Breakfast.

Kapiteltrenner: Pioneer Workshop

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© Pioneer Foundation

Täglich konsumieren wir Nachrichten in allen möglichen Formen und Darstellungen. Von herkömmlichen Nachrichtenquellen wie der Tagesschau über Facebook bis hin zu Social-Media-Plattformen wie Twitter, Instagram und TikTok. Oft tun wir das sowohl privat als auch in der Firma oder im Verband, ohne den Ursprung der News zu hinterfragen oder ihren Wahrheitsgehalt anzuzweifeln.

Jede Nachricht hat einen Absender. Den und seine Motive müssen wir kennen. Kontrolle ist besser als Vertrauen.

Oder anders gesagt: Wer selbst zum Transporter von Fake News wird, riskiert die Reputation seiner Person oder die seiner Firma. Die Reputationsschäden durch Fake News gehen mittlerweile in Milliardenhöhen.

Bei unserem Workshop bekommen Sie die Expertise, die Sie heute brauchen, aus erster Hand. Jan Ludwig, Faktenchecker und Trainer bei der dpa, wird diesen Workshop leiten. Ich werde mich mit einem Vortrag über die Geschichte der bewussten Falschinformation in den USA beteiligen.

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Jan Ludwig, Faktenchecker und Trainer bei dpa © Brita Sönnichsen

Gabor Steingart
Gabor Steingart © The Pioneer

Wann? Samstag, den 08.07.2023, von 9:00 bis 18:00 Uhr

Wo? Studio der Media Pioneer: Bleibtreustraße 20, 10623 Berlin

Kostenbeteiligung: Normalpreis: 250 Euro, Studenten: 50 Euro

‍Bewerben Sie sich jetzt um einen von der Pioneer Foundation finanziell geförderten Workshop-Platz mit einem kurzen Motivationsschreiben. Bewerbung bis zum 3. Juli bitte an workshops.pioneerfoundation@gmail.com.

Das Team unserer Stiftung freut sich auf Sie!

Kapiteltrenner Fox News
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Jesse Watters © imago

Programmänderung bei Fox News: Nachdem der Sender im April seinen bisherigen Star Tucker Carlson abgesetzt hatte, steht nun der Nachfolger fest: Jesse Watters aus Pennsylvania wird ab Mitte Juli übernehmen.

Watters ist ein verlässlicher, konservativer Trump-Unterstützer. Seine ersten Auftritte hatte er zwischen 2004 und 2017 in Bill O'Reillys Programm. Als man-on-the-street reiste er in der Rubrik „Watters’ World“ durch die USA und konfrontierte Personen mit oft unangenehmen und teilweise unangebrachten Fragen.

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Tucker Carlson, ehemaliger Moderator von „Tucker Carlson Tonight“ © dpa

2016 erntete er große Kritik für seinen Beitrag aus Chinatown in Manhattan, wo er Asiaten beleidigende Fragen stellte – unter anderem, ob sie Karate (eine japanische Kampfkunst) können oder sich bei der Begrüßung verbeugen.

Außerdem leistete er sich bereits sexistische Kommentare gegen Ivanka Trump, sympathisierte mit den antisemitischen Verschwörungstheoretikern der QAnon-Bewegung und erklärte, man solle Anthony Fauci, während der COVID-19-Pandemie der medizinische Berater von US-Präsident Trump und später Biden, „den Todesstoß versetzen“.

Seitdem Fox Tucker Carlson aus dem Programm genommen hat, sind die Einschaltquoten zur Hauptsendezeit um etwa ein Drittel gesunken. Jesse Watters soll es richten, derweil sein Vorgänger jetzt bei Twitter munter weitersendet. Carlson zählt dort 8,8 Millionen Follower.

Kapiteltrenner: Werbelüge 

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Der Negativpreis „Der Goldene Windbeutel“ wird von dem gemeinnützigen Verein Foodwatch verliehen © imago

Die Kartoffelchips „Pom-Bär Ofen Minis“ des deutschen Herstellers Intersnack sind von der Verbraucherorganisation Foodwatch mit dem Negativpreis „Goldener Windbeutel“ für die dreisteste Werbelüge des Jahres ausgezeichnet worden.

Der Grund: Die Ofenchips werden von Intersnack als ein kinderfreundliches und gesundes Produkt beworben:

  Die luftig-leichten POM-BÄR Ofen Minis überzeugen mit 50 % weniger Fett als herkömmliche Kartoffelsnacks. “

Doch was der Hersteller nicht verrät: Die neuen Ofenchips enthalten zwar weniger Fett, aber dafür rund sechsmal so viel Zucker wie die herkömmlichen Pom-Bären. Je nach Sorte sind es bis zu 13 Gramm Zucker pro 100 Gramm Pom-Bären. Ginge es nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation, dürfte ein solches Zuckerpaket gar nicht für Kinder beworben werden.

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Rauna Bindewald © Foodwatch/Sabrina Weniger

Das sei eine „zuckrige Kinder-Werbelüge“, sagt Rauna Bindewald von der Verbraucherschutzorganisation. Der Hersteller wolle mit seinen fettreduzierten Chips offenbar gesundheitsbewusste Eltern ansprechen – und täuschen.

Wir lernen, was wir schon wussten: Lügen haben – wie die Pom-Bären selbst – kurze Beine.

0059142694-image-imago-mb-Pom-Bär Verpackung
Pom-Bär-Verpackung © imago

Ich wünsche Ihnen einen humorvollen Start in den neuen Tag.

Es grüßt Sie auf das Herzlichste,

Ihr

Signatur Gabor Steingart
Gabor Steingart
Herausgeber The Pioneer

Redaktion

Lukas Herrmann (Leitung), Alexander Wiedmann, Daniel Bayer

Außerdem mitgewirkt haben heute Rasmus Buchsteiner, Anne Schwedt und Thorsten Denkler.

Grafiken

Nils Lang (Daten), Peter Gorzo (Titelbild)

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