Vollbild
04.07.2023
20230704-teaser-pb-mp-scholz-kuehlschrank
Guten Morgen Detlef Karl Klein,

der Aufstieg der Populisten ist die Signatur unserer Zeit. Selbst diktatorisch erfahrene Regierungschefs wie Wladimir Putin können vor den aufreizenden Reden der in Testosteron getränkten Aufpeitscher nicht sicher sein. Die Populisten des Ostens erteilen ihre Lektion nicht mit dem Wahlzettel, sondern mit der Kalaschnikow. Der Marsch auf Moskau war auch für den Mann im Kreml ein Wetterleuchten.

20230626-image-dpa-pb-Jewgeni Prigoschin, Chef der Söldnertruppe Wagner
Jewgeni Prigoschin, Chef der Söldnertruppe Wagner © dpa

Anders als die Söldner der Wagner-Gruppe schlagen sich die Populisten des Westens allerdings nicht in die Büsche. Die populistische Revolution marschiert von Großbritannien über Italien, Ungarn und Polen bis nach Finnland und Schweden. Wenn man den Umfrageergebnissen trauen darf, wonach die AfD die SPD als zweitstärkste Partei abgelöst hat, ist auch der Marsch auf Berlin nicht mehr ausgeschlossen.

 
AfD: Zweitstärkste Kraft
INSA-Meinungstrend vom 3. Juli 2023, in Prozent
20230704-infografik-media-pioneer-Sonntagsfrage-ohne
 
Infografik teilen
         email    email

Es sind fünf Zutaten, die den Aufstieg rechter Parteien zwar nicht determinieren, aber doch begünstigen:

1. Abstiegsangst

Der relative Abstieg der bundesdeutschen Industriegesellschaft – relativ gegenüber Asien und den USA – trifft sich mit einer neuen technologischen Welle, die viele Berufe wegspülen wird. Das zweite Maschinenzeitalter hat begonnen, in dem nun auch geistige Tätigkeiten auf die Maschine übertragen werden.

Diese Bedrohung des nationalstaatlichen wie des privaten Status quo erschüttert das Selbstbewusstsein von Millionen Menschen, die – und darin liegt der Irrtum der Sozialdemokratie – sich nach Aufstiegsmobilität sehnen und nicht vom Sozialstaat rausgekauft werden wollen. Sie wollten Chancen und bekamen stattdessen eine Erhöhung der Hartz-IV-Regelsätze. Das macht satt – und wütend.

 
Italien: Aufstieg der Rechtspopulisten
Anteil der Parlamentssitze nach linkem bzw. rechtem Flügel in Italien seit 1950, in Prozent
20230704-infografik-media-pioneer-Italien-rechte-Ausrichtung-ohne
 
Infografik teilen
         email    email

2. Nostalgische Verklärung

In Zeiten der Unübersichtlichkeit wächst die nostalgische Verklärung der Vergangenheit, die alte Bundesrepublik und die untergegangene DDR beginnen im Dämmerlicht der neuen Zeit golden zu glänzen. Beide deutschen Teilstaaten wiesen ein hohes Maß an Homogenität auf. Im Westen gab es damals Gastarbeiter, aber kaum Flüchtlinge. Es gab Schafe, aber keine Wölfe. Und das Weltgeschehen wurde im Westen von regionalen Zeitungsmonopolen und im Osten vom Parteiorgan kuratiert. Es gab keine konkurrierenden Narrative. Man konnte dafür oder dagegen sein, aber verwirrt sein konnte man eigentlich nicht.

3. Amtsinhaber, nicht Staatsmänner

Das Führungspersonal der Republik kann die Bevölkerung derzeit nicht von sich überzeugen. Vor allem Olaf Scholz ist ein Leuchtturm, dessen Licht für viele nicht leuchtet.

20230704-image-dpa-mb-Bundeskanzler Olaf Scholz
Bundeskanzler Olaf Scholz © dpa

Das Sture seiner Natur wird von einer Mehrheit als Führungsschwäche wahrgenommen. Die Agenda der kleinen Leute – Inflation, Flüchtlinge, Wohnungsnot – ist erkennbar nicht seine.

Anders als der stoische Pfälzer Helmut Kohl oder der unerschütterliche Hamburger Helmut Schmidt flößt er den Menschen kein Vertrauen ein. Sie hören ihn, aber sie fühlen ihn nicht. Er löst keinen Wärmestrom aus, weshalb Millionen seiner ehemaligen Wähler zu frösteln beginnen. Er verkörpert den Amtsinhaber, der es nicht zum Staatsmann geschafft hat.

20210105-image-dpa-mb-Helmut Schmidt
Helmut Schmidt © dpa

Je schwächer ihre Beziehung zu ihm ist, desto empfänglicher sind sie für die Botschaft der Aufpeitscher und Verführer. Er erzeugt jene kühle Zone der Bindungslosigkeit, in der die anderen ihre Fallen aufstellen.

Die großen Worte, die man ihm aufgeschrieben hat – Zeitenwende und Doppel-Wumms – klingen aus seinem Munde hohl, weil sie nicht zu ihm passen. Sie sind zu groß für ihn. Ausgerechnet bei dem Mann, der schon vorher nicht locker war, kommt es in der Rolle des Amtsinhabers zur weiteren Versteifung. Er lässt sein Publikum emotional erfrieren.

Die Rechtspopulisten hingegen, und daran liegt derzeit ihr komparativer Vorteil, wirken vitaler und volksnaher. Sie rücken reale Ängste „in das trübe Licht des Unheils“, wie Guy Kirsch und Klaus Mackscheidt in ihrem Essay „Staatsmann, Demagoge, Amtsinhaber“ schreiben. Die Übersteigerung der Übersteigerung ist ihr Geschäftsmodell. Oder anders gesagt: Scholz ist kalt und bei ihnen brennt dauernd die Sicherung durch.

4. Abschied von der Erinnerungskultur

Vergangenheit vergeht nicht, hieß es im Historikerstreit des Jahres 1988. Aber diese Prämisse gilt nicht mehr für alle. Ein Großteil der Bevölkerung akzeptiert den Widerstand gegen Nationalsozialismus und Holocaust nicht mehr als Staatsräson. Ermuntert von den rechtspopulistischen Bewegungen in Europa ist auch hierzulande eine neue rechte Selbstverständlichkeit entstanden, die das schlechte Gewissen abgelegt hat.

 
Rechtsruck in den Parlamenten
Links-Rechts-Ausrichtung in ausgewählten europäischen Parlamenten, in Prozent
20230704-infografik-media-pioneer-EU-Parlamente-links-rechts-ohne
 
Infografik teilen
         email    email

Die millionenfache Judenvernichtung wird nicht geleugnet, aber sie wird als Ausgangspunkt des politischen Denkens nicht mehr akzeptiert. Eine neue Stunde Null hat geschlagen, in der der Mauerfall, die Flüchtlingskrise und der Aufbau einer de facto Regierung in Brüssel sich zu einer neuen Wahrnehmung von Wirklichkeit verdichten. Die nationalsozialistische deutsche Vergangenheit ist für Millionen Deutsche vergangen.

5. Der Kulturkampf

Jenseits der großstädtischen Mehrheitskultur – woke, vegan, multikulturell – ist eine Gegenbewegung entstanden, die insbesondere auf dem Lande, im Osten und in den kleinen und mittleren Städten ihre Hochburgen besitzt. Diese kulturell-politische Opposition hält den Klimaschutz für überpriorisiert, empfindet die Sprache der Sprachsensiblen als Orwellschen Neusprech, lehnt die multikulturelle Gesellschaft als gesellschaftspolitisches Ziel ab und widersetzt sich der Politisierung ihrer Ernährungsgewohnheiten.

 
Der rechte Rand bewegt sich
Politische Selbsteinschätzung* der Stammwähler der Bundestagsparteien und deren Abwanderer zur AfD
20230419-infografik-media-pioneer-Abwanderer-AfD ohne
 
Infografik teilen
         email    email
20230127-image-imago-mb-Markus Söder
Markus Söder © imago

CSU-Chef Markus Söder – und spätestens da wird es für die Ampel relevant – positioniert sich als Fürsprecher dieser Milieus, die Scholz, Habeck und Lindner nicht mehr erreichen. Bisher bediente exklusiv der Rechtspopulismus diese Wählergruppen. Nun baut sich ein Gegenspieler auf.

20230605-image-dpa-Friedrich Merz
Friedrich Merz © dpa

Die „Brandmauer gegen rechts“ – das ist die bittere Erkenntnis des bisherigen AfD Erfolgs – wirkt in diesem Fall wie ein Gebietsmonopol zugunsten der AfD. Sie verhindert nicht deren Aufstieg, sondern begünstigt ihn. Hinter der Brandmauer gärt es, ohne dass ein Argument der Widerrede den Zerfallsprozess stört. Luftdicht abgeschlossen, kann man sich hier von der Wirklichkeit emanzipieren. Dass Friedrich Merz in dieser Sekunde ausgerechnet die Grünen als Hauptgegner ausruft, kann hinter der Brandmauer nur als Bestätigung der eigenen Überlegenheit interpretiert werden.

Fazit: In Italien, Finnland und Ungarn sind die Populisten bereits bis in die Regierungszentralen durchmarschiert. In Deutschland erweist sich die soziologische und unternehmerische Mitte – das ist die gute Nachricht – noch als stabil genug, den Anfeindungen und den Verlockungen von rechts zu widerstehen. Die schlechte Nachricht: Diese Mitte ist überall in Europa in Bewegung geraten. Auch Deutschland driftet.

20220929-ec-mediapioneer-Olaf Scholz Jalousie Header
© ThePioneer

Kapiteltrenner Krawalle in Frankreich
20230704-image-imago-mb-Gewalt in der Stadt nach dem Tod des 17-jährigen Nahel, der durch Polizeischüsse getötet wurde.
Gewalt in der Stadt nach dem Tod des 17-jährigen Nahel, der durch Polizeischüsse getötet wurde. © imago

Die landesweit immer noch anhaltenden Ausschreitungen in Frankreich flauen ab. Für die Politik heißt es nun, die Ereignisse aufzuarbeiten und zu verstehen. Die neuesten Entwicklungen:

  • Präsident Macron verkündete gestern, er wolle bei einem Krisentreffen mit einer „sorgfältigen und längerfristigen Arbeit beginnen, um die Gründe, die zu diesen Ereignissen geführt haben, gründlich zu verstehen“.

 
20230704-image-dpa-mb-Präsident Emmanuel Macron spricht mit Innenminister Gerald Darmanin und Premierministerin Elisabeth Borne
Präsident Emmanuel Macron spricht mit Innenminister Gerald Darmanin und Premierministerin Élisabeth Borne © dpa
  • Neben dem Krisentreffen mit Premier Élisabeth Borne und sieben weiteren Ministern, soll ein weiteres Treffen mit den 220 Bürgermeistern der betroffenen Gebiete im Élysée-Palast geplant sein.

  • Die Schäden durch die Proteste schätzt die Arbeitgebervereinigung auf bereits über eine Milliarde Euro – „ohne die Schäden für den Tourismus zu berücksichtigen“. Über 200 Geschäfte seien vollständig geplündert, 300 Bankfilialen zerstört und 250 Tabakläden in Mitleidenschaft gezogen worden. Dabei seien die Randalierer mit absoluter Gewalt vorgegangen und hätten sogar die Registrierkassen gestohlen, ehe sie Feuer gelegt hätten.

 
  Die Videos der Unruhen, die in der ganzen Welt kursierten, beschädigen das Image Frankreichs. “

Neben den starken Ausschreitungen der letzten Tage löste eine Spendenaktion für den in U-Haft sitzenden Polizisten scharfe Kritik aus. Demnach wurde ein Spendentopf von einem Unterstützer des rechtsextremen Politikers Éric Zemmour eingerichtet, mit dem Ziel, die Familie des Polizisten zu unterstützen, „der seine Arbeit getan hat und nun einen hohen Preis zahlt“.

Es wurden bereits 920.000 Euro gesammelt, ein Vielfaches mehr als für die Familie des getöteten 17-Jährigen.

20230704-image-imago-mb-David Guiraud
David Guiraud © imago

Neben dem französischen Justizminister kritisierte auch der linke Abgeordnete David Guiraud auf Twitter die Spendenaktion:

  Die Botschaft lautet also: Tötet Araber und Ihr werdet Millionär. “

Fazit: In diesem geistigen Klima kann Frankreich nicht zur Ruhe kommen.

Kapiteltrenner Ukraine-Update
20230704-image-dpa-mb-Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine © dpa

Nach dem gescheiterten Aufstand der Wagner-Gruppe gegen die russische Führung sieht Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj einen Kontrollverlust Putins. Ein Update:

20230704-image-dpa-mb-Ukrainische Soldaten der 3. Angriffsbrigade bevor sie auf russische Stellungen an der Frontlinie feuern.
Ukrainische Soldaten der 3. Angriffsbrigade bevor sie auf russische Stellungen an der Frontlinie feuern. © dpa

  • Die ukrainischen Streitkräfte haben nach Regierungsangaben bei ihrer Gegenoffensive an der Ost- und Südfront leichte Geländegewinne errungen und rund 37 Quadratkilometer zurückerobert. Die Reaktion Putins auf den Aufstand der Wagner-Gruppe sei laut Selenskyj „schwach“ gewesen.

  • Durch die angespannte Sicherheitslage in den von Russland besetzten Gebieten in der Ukraine erwägt Moskau, die dort für Herbst geplanten Regionalwahlen zu verschieben.

 
20230704-image-imago-mb-Li Shangfu, chinesischer Verteidigungsminister
Li Shangfu, chinesischer Verteidigungsminister © imago
  • China intensiviert seinen militärischen Kontakt mit Russland. Nach einem Treffen des chinesischen Verteidigungsministers Li Shangfu mit dem Chef der russischen Marine, Admiral Nikolai Jewmenow, teilte das chinesische Verteidigungsministerium mit, die Marinen sollten regelmäßig gemeinsame Übungen und Patrouillen organisieren.

  • Im niederländischen Den Haag ist ein Zentrum zur strafrechtlichen Verfolgung der russischen Aggression in der Ukraine eröffnet worden. Ziel sei es, Beweise zu sammeln und Anklagen gegen mutmaßliche Täter vorzubereiten.

  • Mehrere russische Webseiten, auf denen Söldner-Chef Jewgeni Prigoschin mit Blick auf die Präsidentenwahl 2024 als Beschützer Russlands präsentiert wird, sind gesperrt worden. Allem Anschein nach wollten Wagner-Söldner mit der Werbung ihren Chef würdigen. Prigoschin betonte in der Vergangenheit jedoch immer, dass er keine politischen Ambitionen habe.

  • In einem Telefonat haben Bundeskanzler Olaf Scholz und Selenskyj die politische, militärische und humanitäre Lage in der Ukraine erörtert. Der Kanzler bekräftigte dabei „die fortwährende und unverbrüchliche Solidarität“ mit der Ukraine. Deutschland werde die Unterstützung, auch im militärischen Bereich, in enger Abstimmung mit europäischen und internationalen Partnern fortführen.

Kapiteltrenner: Bundeshaushalt

20230425-image-dpa-Lisa Paus
Lisa Paus © dpa

Im Doppelpack haben Finanzminister Christian Lindner und Kanzler Olaf Scholz der grünen Familienministerin Lisa Paus ihr Lieblingsprojekt – die Kindergrundsicherung – eingedampft. Statt 12 Milliarden Euro pro Jahr gibt es ab 2025 höchstens zwei Milliarden Euro.

In einem beispielhaften Brief von Kanzler Scholz an seine Ministerin fordert er sie nun zu einer Alternativlösung bis Ende August auf. Der Brief liegt meinem Kollegen Michael Bröcker vor. Darin verweist der SPD-Regierungschef auch darauf, dass die Grünen-Ministerin ein Gesetz vorlegen könnte, das nur den Kindersofortzuschlag beinhaltet – und alles andere außen vor lässt.

Über die neue Härte des Kanzlers und die Pläne des Finanzministers lesen Sie im Newsletter Hauptstadt Das Briefing.

Der mehr als 1300 Seiten umfassende Finanzplan der Bundesregierung steht dort zum Download bereit.

Kapiteltrenner: U-Boote
20230704-image-dpa-mb-U-Boot Klasse 216 von ThyssenKrupp
U-Boot Klasse 216 von ThyssenKrupp © dpa

Sobald ein U-Boot unter der Wasseroberfläche verschwunden ist, wird es unsichtbar – allerdings nicht für den Radar. Bei ThyssenKrupp Marine Systems werden daher U-Boote für die Marine gebaut, die auch auf dem Radarbildschirm kaum oder gar nicht zu erkennen sind, obwohl sie 70 Meter Länge und bis zu sieben Meter Breite zählen. Die aktuellen Kunden für das Tarnkappenschiff sind Norwegen und Deutschland.

0166478316-image-imago-mb-Oliver Burkhard
Oliver Burkhard, CEO von Thyssenkrupp Marine Systems © imago

An Bord der Pioneer One, unserem zivilen und weithin gut sichtbaren Medienschiff, hat uns Oliver Burkhard besucht. Er ist CEO der ThyssenKrupp Marine Systems in Kiel, wo neben U-Booten auch Korvetten und Fregatten hergestellt werden. Zugleich ist er Vorstand Personal und Arbeitsdirektor der ThyssenKrupp AG.

Den Szenen aus dem deutschen Filmklassiker „Das Boot“, wo eine U-Boot-Besatzung der Wehrmacht mit Torpedos auf die Jagd geht, erteilt er eine Absage:

  Ein U-Boot ist dazu da, zu hören und zu schauen und die Lage zu erörtern. Es ist eigentlich weniger gedacht für das, was wir aus ‚Das Boot‘ kennen. ‚Rohr fluten, Feuer frei‘ machen Sie ein Mal, danach weiß jeder, wo Sie sind. “

Derzeit bauen verschiedene Länder zahlreiche verschiedene U-Boote und Marineschiffe. Burkhard glaubt daher an eine Europäisierung des Schiffbaus:

  Wir haben in Europa 26 verschiedene Fregatten-Typen. U-Boote machen wir sehr viel, aber die Franzosen natürlich auch für ihre Bedürfnisse. Ich denke, dass eine europäische Konsolidierung Sinn machen würde. “

Podcast mit Oliver Burkhard - 04.07.23
Klick aufs Bild führt zur Podcast-Page

Das Ziel sei es, ThyssenKrupp Marine Systems aus dem großen Stahlkonzern herauszulösen. Auch, um für europäische Partner attraktiver zu werden:

  Wir wollen den Weg in die Unabhängigkeit gehen, um damit auch ein Angebot machen zu können für Europa. Vielleicht auch zunächst für Deutschland. Wir wollen die Kräfte bündeln. “

Die von Kanzler Scholz eingeläutete Zeitenwende bewertet er positiv – auch wenn beim U-Bootbauer noch kein einziger Cent angekommen ist.

Kapiteltrenner Tesla und BYD
20230515-image-dpa-pb-Tesla Model Y
Tesla Model Y © dpa

Der weltgrößte E-Auto-Hersteller Tesla hat im zweiten Quartal einen Rekord bei den Auslieferungen erzielt und damit die Erwartungen übertroffen. Laut den eigenen Angaben des US-Unternehmens wurden im Berichtszeitraum 466.140 Fahrzeuge an Kunden übergeben. Im Vergleich dazu hatte Tesla im Vorjahr von April bis Juni 254.695 Fahrzeuge ausgeliefert.

 
E-Autos: Steigende Absätze
Anzahl der verkauften elektronischen Autos von BYD und Tesla seit Q1 2022, in Tausend
20230704-infografik-media-pioneer-E-Autos-ohne
 
Infografik teilen
         email    email

Des Weiteren belief sich die Produktion von Tesla auf 479.700 Fahrzeuge, was einem Anstieg von über 85 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Als Pionier im Bereich Elektroautos hatte das Unternehmen zu Beginn des Jahres die Preise seiner Fahrzeuge weltweit gesenkt, was die Konkurrenz unter Druck setzte und den Verkauf ankurbelte.

20230630-image-imago-mb-BYD Yangwang U8
BYD Yangwang U8 © imago

Doch auch die Konkurrenz schläft nicht. Der chinesische E-Autobauer BYD hat in Bezug auf den Verkauf von vollelektrischen Fahrzeugen gegenüber Tesla deutlich aufgeholt und laut eigenen Angaben 352.163 Einheiten verkauft. Das ist ein Plus von 98 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Der Aktienkurs von Tesla stieg im Laufe des Handelstages über 7,4 Prozent an, während BYD in Hongkong um 4,5 Prozent zulegte.

Kapiteltrenner Ölpreis
20220215-image-imago-mb-Öl-Förderanlage
Öl-Förderanlage © imago

Russland und Saudi-Arabien setzen auf die künstliche Verknappung ihrer geförderten Ölmenge. Saudi-Arabien gab bekannt, eine mit dem Ölkartell OPEC vereinbarte freiwillige Reduzierung der Erdölfördermenge um eine Million Barrel pro Tag bis in den August hinein fortzuführen.

Ziel der Produktionsdrosselung ist angesichts einer niedrigen Nachfrage aus China die Stabilisierung des Ölpreises. Saudi-Arabien ist laut Internationalem Währungsfonds auf einen Ölpreis oberhalb der aktuellen Marke von 76 US-Dollar angewiesen, um seinen Staatshaushalt zu finanzieren.

 
Rohöl im Abwärtstrend
Brent-Futures Rohölpreis seit Juli 2022, in Dollar pro Barrel
20230704-infografik-media-pioneer-Rohöl-ohne
 
Infografik teilen
         email    email

Nur wenige Minuten später kündigte auch das OPEC-Mitglied Russland an, seine Erdölfördermenge im August um 500.000 Barrel herunterzufahren. Allerdings: Die Reduzierungen der Fördermengen führten zuletzt nicht zu den erwünschten Preiseffekten am Markt.

Kapiteltrenner: Dax-Rückblick
20210831-image-mb-dpa-Dax
Der deutsche Leitindex DAX © dpa

Inflation, Geldpolitik der Notenbanken, Rezessionssorgen, unsichere Unternehmensausblicke, Krieg in der Ukraine sowie internationale Spannungen – Sprengstoff hätte es an den Börsen im ersten Halbjahr 2023 ausreichend gegeben. Dennoch hat der deutsche Leitindex DAX die ersten sechs Monate schwungvoll beendet.

 
DAX: Starker Start ins Jahr
Kursverlauf des DAX seit Anfang des Jahres bis zum 30. Juni 2023, in Punkten
20230704-infografik-media-pioneer-DAX-ohne
 
Infografik teilen
         email    email

Am Freitag schloss das Frankfurter Börsenbarometer mit 16.148 Punkten. Das entspricht einem Anstieg von knapp 16 Prozent seit Beginn des Jahres. Nur fünfmal seit 1989 ist der DAX besser in ein Jahr gestartet.

234602314-image-dpa-mb-Adidas Logo
Auf den zweiten Platz schaffte es Adidas © dpa

Dabei war der Baustoffhersteller Heidelberg Materials im Berichtszeitraum der Top-Performer im DAX, mit einem beeindruckenden Kursanstieg von 41 Prozent. Auf dem zweiten Platz folgt der Sportartikelhersteller Adidas, der einen Zuwachs von 39 Prozent verzeichnete. Den dritten Platz belegt BMW – die Münchner haben die Pandemie hinter sich gelassen und ein Plus von 31 Prozent erzielt.

20220722-image-imago-mb-Christian Klein
SAP-CEO Christian Klein © imago

Außerdem spielten die DAX-Schwergewichte eine tragende Rolle im ersten Jahresabschnitt. Siemens und SAP, welche acht bzw. zehn Prozent des Leitindex ausmachen, überzeugten die Anleger mit soliden Zahlen und verbuchten ebenfalls starke Zugewinne. Auch Airbus und Allianz – beide sind mit rund fünf Prozent gewichtet – haben im ersten Halbjahr eine gute Performance hingelegt und den DAX angehoben.

Kapiteltrenner: Africa Fashion
29-image-newyorktimes-mb-Africa Fashion Ausstellung im Brooklyn Museum
Africa Fashion Ausstellung im Brooklyn Museum © Elias Williams für die New York Times

Mit der Selbstbefreiung Afrikas aus den Händen der europäischen Kolonialmächte begann für den Kontinent nicht nur gesellschaftlich und politisch eine neue Epoche. Auch die Mode durfte sich frei entfalten – in welcher die noch jungen Staaten dann erstmals die Weltbühne betraten.

28-image-newyorktimes-mb-Africa Fashion Ausstellung im Brooklyn Museum
Kleider in der Africa Fashion Ausstellung im Brooklyn Museum © Elias Williams für die New York Times

Tunesien und Marokko befreiten sich 1956 von der Kontrolle Frankreichs, ein Jahr später Ghana von Großbritannien. Dann, 1960, schüttelten 17 afrikanische Länder die Kolonialherrschaft ab, sodass diese Zeit als das „Jahr Afrikas“ in die Geschichte einging.

1280x853-image-christinechecinska.com-mb-Christine Checinska
Christine Checinska, Kuratorin der Ausstellung „Africa Fashion“ © christinechecinska.com

Eine neue Ausstellung im Brooklyn Museum erzählt die Geschichte der Kleidung in den 54 Staaten Afrikas zu dieser prägenden Zeit. Christine Checinska, Kuratorin der Ausstellung „Africa Fashion“ schreibt im Ausstellungskatalog:

  Die radikale soziale und politische Neuordnung löste auf dem gesamten Kontinent eine kulturelle Renaissance aus. Mode, Musik und bildende Kunst knüpften an ehemals marginalisierte Traditionen an und schufen innovative Formen, die auf eine künftige Selbstverwaltung abzielten. “

27-image-newyorktimes-mb-Africa Fashion Ausstellung im Brooklyn Museum
Kleider in der Africa Fashion Ausstellung im Brooklyn Museum © Elias Williams für die New York Times

Die „New York Times“ ist begeistert:

  Dieser Geist der fleißigen Innovation, der alles nutzt, was gerade zur Verfügung steht, und der unermüdliche Optimismus im Hinblick auf die Zukunft sind in der gesamten Ausstellung zu spüren. Was ‚Africa Fashion‘ zutiefst versteht, ist, dass es schon immer wichtig war, nicht nur gut gekleidet zu sein, sondern sich selbst auch gut kleiden zu können. “

Ich wünsche Ihnen einen gut gelaunten Start in den neuen Tag.

Es grüßt Sie auf das Herzlichste,

Ihr

Signatur Gabor Steingart
Gabor Steingart
Herausgeber The Pioneer

Redaktion

Lukas Herrmann (Leitung), Daniel Bayer, Alexander Wiedmann

Außerdem mitgewirkt haben heute Rasmus Buchsteiner und Anne Schwedt.

Grafiken

Nils Lang (Daten), Julian Sander (Titelbild)

Pioneer Briefing teilen,
Dankeschön erhalten.
Wenn Ihnen mein Newsletter gefällt, würde ich mich über eine Weiterempfehlung an Ihre Freunde, Familie oder Kollegen sehr freuen.
Noch 5 Weiterempfehlungen bis zur nächsten Pioneer-Prämie:
Dank im ThePioneer Briefing

Plus: Ich möchte Sie zur Dinnerfahrt auf unser Medienschiff The Pioneer One einladen. Alle 3 Monate verlosen wir 5x2 Tickets.
Mit jeder Empfehlung besitzen Sie ein zusätzliches Los.
Ich freue mich auf Sie!
Hier klicken zum Weiterempfehlen
ODER DIREKT DEN PERSÖNLICHEN EMPFEHLUNGS-LINK KOPIEREN
https://thepioneer-briefing.mediapioneer.com/l/mbshare.html?id=1945620
EMPFEHLUNGS-LINK TEILEN
facebook    twitter    linkedin    whatsapp    email    email
Für die Teilnahme am Weiterempfehlungsprogramm gelten folgende Teilnahmebedingungen
💜💜💜 Ich bedanke mich ganz herzlich bei Claudia Werner, Christina Nehmert, Frank Schulze, Jens Borchers, Otto Gschwend, Vera Kölbel, Rosina Kaiser, Alfred Narwark, , Winfried Wolf, Ralf Allig, Gabriele Meixner, Oliver Sötje, Heiner Detert, Marcel Lynen für das fleißige Weiterempfehlen. 🥇🥇🥇
Ihre Meinung
Wie zufrieden sind Sie mit dem heutigen The Pioneer Briefing von Gabor Steingart?
Bewerten
Feedback
Ausgabe teilen
Hat es Ihnen gefallen? Dann teilen Sie diese Ausgabe des The Pioneer Briefings von Gabor Steingart.
facebook   twitter   linkedin   whatsapp   email
Hier können Sie das The Pioneer Briefing abonnieren.
Jetzt anmelden
Fügen Sie bitte die E-Mail-Adresse news@thepioneer-briefing.mediapioneer.com   Ihrem Adressbuch oder der Liste sicherer Absender hinzu. Dadurch stellen Sie sicher, dass unsere Mail Sie auch in Zukunft erreicht.

Dieser Newsletter wurde an kleindet.dk2@gmail.com   gesendet. Wollen Sie diesen Newsletter in Zukunft nicht mehr erhalten, klicken Sie bitte hier .

Media Pioneer Publishing AG
Bleibtreustr. 20
10623 Berlin
E-Mail:business-class-pioneer-briefing@mediapioneer.com

Eintragung im Handelsregister
Registergericht: Amtsgericht Charlottenburg
Registernummer: HRB 217945 B
Vorstand: Ingo Rieper


Verantwortlich für den Inhalt nach § 18 Abs. 2 MStV:
Gabor Steingart
Bleibtreustr. 20
10623 Berlin

Datenschutz

Wir verwenden Bilder von imago images