Vollbild
06.02.2024
20240206-netflix-teaser-pb-mp-joschka-fischer-atombombe
Guten Morgen Detlef Karl Klein,

die Furcht vor einem Dritten Weltkrieg grassiert und führt in der medialen Diskussion zum rhetorischen Overdrive. Und dazu, dass den alten Irrtümern neue hinzugefügt werden:

Irrtum # 1: Mit Wirtschaftssanktionen lassen sich Kriege verhindern.

20240206-image-imago-mb-Wladimir Putin und Xi Jinping
Wladimir Putin und Xi Jinping © imago

Die Wahrheit ist: Mit Wirtschaftssanktionen lassen sich Kriege weder verhindern noch beenden. Sie führen, wie im Falle Russlands, zur Neuverlegung von Export-Import-Beziehungen und ermuntern den Sanktionierten zum Schmieden neuer Allianzen. Was ihm leicht fällt, denn nach dem Motto „Der Feind meines Feindes ist mein Freund“ schlossen Iraner und Chinesen den Kriegsfürsten Putin unverzüglich in ihre Arme.

Geschwächt hat die Bundesrepublik nicht ihn, sondern sich selbst. Der Rückzug deutscher Unternehmen aus Russland und der Verzicht auf die bisherige Energiepartnerschaft führten zu hohen Preisen für die Volkswirtschaft und Abschreibungen in Milliardenhöhe. Wir lernen, was wir vorher schon hätten ahnen können: Die weltgrößte Rohstoffmacht kann man durch einen Verzicht auf ihre Rohstoffe ein paar Tage irritieren, aber nicht dauerhaft beschädigen.

 
China: Russlands wichtigster Importeur
Die vier wichtigsten Importeure fossiler Brennstoffe aus Russland seit Anfang 2023, in Milliarden Euro
20240206-infografik-media-pioneer-Importeure-russische-fossiler-Brennstoffe ohne
 
Infografik teilen
         email    email

Irrtum # 2: Investitionen in eine europäische Atombombe machen Deutschland sicher.

20240206-image-imago-mb-Joschka Fischer
Joschka Fischer © imago

Dieser Vorschlag, der jüngst vom ehemaligen Grünen-Außenminister Joschka Fischer unterbreitet wurde, nützt zwar seiner Aufmerksamkeitsökonomie, aber nicht der Sicherheit unseres Landes. Zumal der Vorschlag implizit verbunden ist mit dem Zweifel an der Wirksamkeit des amerikanischen Atomschutzes. Für diesen Zweifel gibt es keinerlei Belege. Fischer im Original:

  Die EU braucht eine eigene atomare Abschreckung. “

Dazu muss man wissen: Deutschland ist schon heute im Rahmen der „atomaren Teilhabe“ tief integriert in die atomare Sicherheitsarchitektur Europas. Nach Angaben der International Campaign to Abolish Nuclear Weapons sollen auf dem Fliegerhorst Büchel in der Pfalz bis zu 20 B61-Atomsprengköpfe stationiert sein, wobei deutsche Tornadoflugzeuge im Kriegsfall als Trägersysteme dienen. Ohne die Bundeswehr würden die amerikanischen Atomwaffen also ihren Weg nach Russland nicht finden.

Hinzu kommen die französischen Atomwaffen, über die Präsident Macron der EU und den Deutschen wiederholt Verhandlungen angeboten hat. Bei Merkel stieß er damit auf taube Ohren.

20240206-image-imago-mb-Angela Merkel und Emmanuel Macron
Angela Merkel und Emmanuel Macron © imago

Dass ausgerechnet ein Grüner, dessen Partei soeben erst die Atomenergie, die einzige grundlastfähige CO2-freie Stromerzeugung in Deutschland, abgeschaltet hat, diesen Vorschlag macht, zeigt nicht den Grad der Gefahr, sondern den Grad der Verwirrung. Ein Kontinent, der sich nicht auf die Sicherung seiner Außengrenzen verständigen kann, wird sich beim Einsatz der Atombombe niemals verständigen können. Putin kann sich darauf verlassen, dass diese Atombombe nie gezündet wird.

 
Europa: Die atomare Abhängigkeit
Anzahl der nuklearen Sprengköpfe je Atommacht weltweit 2023
20231215-infografik-media-pioneer-Atommaechten-ohne
 
Infografik teilen
         email    email

Irrtum # 3: Unter Trump werden die USA die NATO verlassen.

20240206-image-dpa-mb-Donald Trump
Donald Trump © dpa

Selbst wenn er wollte, könnte Donald Trump den Ausstieg aus dem westlichen Verteidigungsbündnis nicht anordnen. Erst im vergangenen Dezember hat der Kongress ein Gesetz verabschiedet, das jeden Präsidenten daran hindern würde, den NATO-Vertrag ohne Zustimmung des Senats oder eines entsprechenden Gesetzes des Kongresses aufzukündigen.

Hinzu kommt, dass Trump außenpolitisch womöglich von den Deutschen falsch eingeschätzt wird. Er hat seine Hau-drauf-Politik aus dem Innern bisher nicht in die äußeren Angelegenheiten übertragen. Er knüpfte sowohl mit den Chinesen als auch mit Putin und sogar mit Nordkoreas Autokraten Gesprächsfäden. Das US-Militär setzte er sparsam ein. Ex-Vizekanzler Sigmar Gabriel sagt im neuen World Briefing:

  Trump ist niemand, der wissentlich und mit aller Macht in militärische Auseinandersetzungen will. Ganz im Gegenteil. Er denkt in Deals. “

 
Nato: America first
Verteidigungsausgaben der Nato-Mitglieder 2023, in Milliarden US-Dollar
20231215-infografik-media-pioneer-Nato-ohne
 
Infografik teilen
         email    email

Irrtum # 4: Nur ein Gleichgewicht des Schreckens rettet Europa vor dem Krieg.

20240206-image-imago-mb-René Obermann
René Obermann © imago

Diese These hat der Verwaltungsratsvorsitzende von Airbus, René Obermann, im Interview mit der Zeit vertreten. Er rät zu einer militärischen Aufrüstung der Bundesrepublik und der anderen europäischen Staaten. Voraussetzung für die Verteidigung sei, „dass wir die militä­rischen Fähigkeiten in Europa schnell verstärken“.

Er rät dazu, beim Militärarsenal mit den Russen gleichzuziehen. Wörtlich sagte er:

  Das Einzige, was dauerhaft wirken kann, ist ein Kräftegleichgewicht. Das hat uns im Kalten Krieg den Frieden erhalten und eine atomare Eskalation verhindert. “

Richtig ist: Europa muss mehr für seine Verteidigung tun. Aber falsch ist die Annahme, dass der Frieden im Kalten Krieg vor allem durch Aufrüstung gesichert wurde. Das ist die Sicht der Militärs.

20240206-image-imago-mb-Gerald Ford und Leonid Breschnew in Helsinki (1975)
Gerald Ford und Leonid Breschnew in Helsinki (1975) © imago

In Wahrheit war das Gleichgewicht des Schreckens begleitet von einer intensiven Pendeldiplomatie zwischen Ost und West, einem Verhandlungsmarathon, der schließlich zur KSZE Schlussakte von Helsinki führte, in den Abrüstungsabkommen SALT Ⅰ, SALT Ⅱ und dem INF-Abkommen mündete. Der Westen war mit Chruschtschow und Breschnew – anders als heute mit Putin – trotz vieler militärischer Auseinandersetzungen in Afrika (Angola), Asien (Vietnam, Kambodscha, später Afghanistan) und in Europa (Niederschlagung der Aufstände in Ost-Berlin, 1953, Budapest, 1956, und Prag, 1968) immer im Gespräch. Dieser Dualismus von Drohen und Verhandeln – Sticks and Carrots – sicherte den Frieden.

Irrtum # 5: Die Ukraine muss den Krieg gewinnen.

20240206-image-dpa-mb-Ursula von der Leyen
Ursula von der Leyen © dpa

Das ist die Prämisse vieler politischer Beschlüsse in Europa und den USA. Ursula von der Leyen hat es im Sommer 2022 auf der Sicherheitskonferenz im slowenischen Bled genau so formuliert:

  Ukraine must win this war. “

Aber wie soll das gehen? Gegen die Atommacht Russland, die ihre Volkswirtschaft auf Kriegswirtschaft umgestellt hat und über ein Reservoir von 800.000 Soldaten verfügt, kann die kleine Ukraine nicht bestehen.

Zumal der Westen nicht direkt in das Kriegsgeschehen eingreifen will und schon die materielle Ausstattung der Ukraine im zweiten Kriegsjahr an politische Grenzen in den USA und auch in Europa stößt. Die beiden westlichen Kriegsziele – Verteidigung der Ukraine und das Verhindern einer militärischen Eskalation – sind unvereinbar miteinander.

20240206-image-imago-mb-Wolodymyr Selenskyj
Wolodymyr Selenskyj © imago

Der Westen wird sich bald schon entscheiden müssen. Der Preis für den Sieg der Ukraine ist die Eskalation mit Russland. Der Preis für die Nicht-Eskalation ist ein Friedensschluss mit spürbaren territorialen Verlusten der Ukraine.

Fazit: Der Westen und damit auch die Bundesrepublik tun gut daran, sich nicht in eine Kriegsgefahr hineinzusteigern. Gerade in der jetzigen Situation wünscht man sich keine Polarisierungspolitiker und keinen neuerlichen Rüstungswettlauf, sondern einen zweiten Helmut Schmidt. Der legte Wert auf den kühlen Kopf, gerade angesichts realer Bedrohungen:

  Wenn den andern heiß wird, wird mir kalt. Wenn den andern kalt wird, werde ich eiskalt. “

20240206-image-imago-mb-Helmut Schmidt (1973)
Helmut Schmidt (1973) © imago

Kapiteltrenner: Unsere Highlights heute:
  • Die Soziologin und Autorin Ines Geipel spricht im Pioneer-Podcast über die historischen Nährstränge, die zum Erfolg der AfD im Osten geführt haben.

  • Der ukrainische Präsident Selenskyj sieht an der Front derzeit eine Patt-Situation. Gleichzeitig trifft ein neuer Gesetzesentwurf des US-Senats zu den Hilfen für die Ukraine auf Widerstand.

  • Ein aktueller OECD-Report warnt die Notenbanken, ihre Leitzinsen zu senken, bevor die Inflation nicht dauerhaft eingedämmt wurde.

Kapiteltrenner: AfD-Aufstieg
20240206-image-imago-mb-Ines Geipel
Ines Geipel, Schriftstellerin und Publizistin © imago

Am Wochenende sind erneut Hunderttausende auf die Straße gegangen, um gegen die AfD zu protestieren. Im Getümmel der Parolen und der Reden gehen zwei schlichte, aber wichtige Fragen unter: Wie kommt es, dass die AfD vor allem in den ostdeutschen Bundesländern reüssiert? Wo liegen die historischen Nährstränge, die zu dieser Situation geführt haben – reichen sie nur bis zur DDR oder führen sie zu Adolf Hitler?

Im heutigen Pioneer-Podcast wandert die aus Dresden stammende Soziologin und Publizistin Ines Geipel mit uns die „Traumalandschaften“ ihrer Landsleute ab, die durch die Doppel-Diktatur von SED und NSDAP offenbar einen kaum reparablen Schaden genommen hätten.

20240206-image-dpa-mb-Hunderttausende Menschen demonstrieren gegen Rechtsextremismus
Hunderttausende Menschen demonstrieren gegen Rechtsextremismus © dpa

Für sie ist das steigende Interesse an der AfD keine Überraschung, sondern eine logische Konsequenz aus der Nachwendezeit:

  Wir wollten diese glückliche Einheitserzählung. Aber mit der Realität hatte das nicht viel zu tun. Nach 1989 war zunächst die Linke als Kümmererpartei sehr aktiv. Diese Klientel, dieses Binnenkollektiv-Ost, hat sich die AfD nun gekapert. “

Doch ein Problem zu erkennen, heißt nicht auch, damit umgehen zu können:

  Wir sehen jetzt und ich glaube, das ist auch politisch wahrzunehmen, dieses Abkoppeln vom Westen. Diese Putin-Liebe. Diese Pflege der Ressentiments. All das sagt: Wir wollen nicht mit euch. Und ich glaube, wir haben noch nicht verstanden, damit politisch umzugehen. “
20240206-podcast-pb-mp-geipel
Klick aufs Bild führt zur Podcast-Page.

Trotz der zunehmenden Radikalisierungstendenzen in Deutschland zeigt sich die Autorin zuversichtlich:

  Wir sind ein Land. We did it. Wir haben eine Revolution gemacht und insofern werden wir doch endlich auch dieses Spaltungssyndrom, was wir da immer wieder neu auflegen, miteinander klären können. “

Das ganze Interview können Sie in der aktuellen Ausgabe des Pioneer-Podcasts hören. Prädikat: verstörend und erhellend.

Kapiteltrenner: Kraftwerksstrategie
20240206-image-imago-mb-Gas- und Dampfturbinenkraftwerk in Werne, NRW
Gas- und Dampfturbinenkraftwerk in Werne, NRW © imago

Die Energiewende in Deutschland stockt. Grund ist die sogenannte Dunkelflaute. Wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht, dann müssen Gaskraftwerke die Energieversorgung sichern.

Deswegen braucht es jetzt einen staatlichen Kraftwerksplan.

Ursprünglich wollte Wirtschaftsminister Robert Habeck rund 25 Gigawatt an Kraftwerkskapazität ausschreiben, nun sieht der neue Plan der Bundesregierung den Aufbau von bis zu 10 Gigawatt vor. Das entspricht etwa 20 Kraftwerksblöcken. Die Kraftwerksbetreiber sollen aus dem Klima- und Transformationsfonds KTF gefördert werden und Geld dafür bekommen, dass sie Kraftwerke vorhalten, die bei Dunkelflauten laufen. Die Kosten der Kraftwerksstrategie schätzt die Ampel auf 15 bis 20 Milliarden Euro.

20240206-image-dpa-mb-Robert Habeck
Wirtschaftsminister Robert Habeck © dpa

Der Umstieg der Kraftwerke von Erdgas auf klimafreundlichen Wasserstoff soll nun spätestens 2040 erfolgen statt 2035. Grüner Wasserstoff ist deutlich teurer als Erdgas und derzeit kaum verfügbar.

Die Reaktion der Energiewirtschaft finden Sie in „Hauptstadt – Das Briefing“.

Kapiteltrenner: Deutsche Bahn
Newsletter Header „Hauptstadt - Das Briefing“

Es lebe das Unkraut – auf und neben den Bahngleisen: Die Deutsche Bahn war einst der größte Abnehmer des Pflanzenschutzmittels Glyphosat in Deutschland. Freie Fahrt für freie Bahnen, war die Idee.

Dann aber wollte der Bahnvorstand grüner als die Grünen sein und erließ 2023 ein Glyphosat-Verbot. Dabei soll es auch bleiben, obwohl der Verzicht auf den Unkrautvernichter jährliche Mehrkosten in zweistelliger Millionenhöhe verursacht. Denn das grüne Alternativmittel – das aus Pelargonsäure besteht – hilft weniger, aber kostet mehr.

20240206-image-imago-mb-Zugewachsene Schienen (Symbolbild)
Zugewachsene Schienen (Symbolbild) © imago

Wie unsere Kollegin Claudia Scholz aus Aufsichtsratskreisen hört, will Bahnchef Richard Lutz den Ausstieg nicht wieder zurückdrehen, dabei könnte er es rein rechtlich. Die Zulassung von Glyphosat wurde von der Europäischen Kommission im Dezember um weitere zehn Jahre verlängert. Doch die Sorge der Bahn vor einem Reputationsschaden wiegt höher als die gestiegenen Ausgaben.

20240206-image-imago-mb-Richard Lutz
Richard Lutz © imago

Wir lernen, was wir nicht mal ahnten: Die Bahn sorgt sich um ihr Image.

20240206-header-hdb-mp-lutz-unkraut-gleisbett
Bahn: 50 Millionen Euro wegen Glyphosat-Verzichts
Die Deutsche Bahn hält an ihrem Glyphosat-Ausstieg fest – aus Sorge vor Imageschäden.
Briefing lesen

Kapiteltrenner Ukraine-Update

20240206-image-dpa-mb-Wolodymyr Selenskyj
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj © dpa

Patt an der Front

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht die derzeitige Lage an der Front wenig optimistisch, aber wahrscheinlich realistisch: Im Interview mit dem italienischen Sender Rai erklärt er:

  Was den Krieg vor Ort betrifft, herrscht eine Pattsituation, das ist eine Tatsache, denn es hat Verzögerungen bei der Lieferung der Ausrüstung gegeben, und Verzögerungen bedeuten Fehler. “

20240206-image-imago-mb-Wladimir Putin
Wladimir Putin © imago

Zufrieden zeigte er sich derweil mit den Schlägen gegen die russische Marine. Russland habe viele Schiffe verloren und es sei gelungen, einen Getreide-Korridor im Schwarzen Meer zu errichten, sodass der Teil der Operation mit Einfluss auf die Wirtschaft positiv verlaufen sei.

USA-Hilfen treffen erneut auf Widerstand

Der US-Senat hat einen Gesetzesentwurf auf den Weg gebracht, der ein Hilfspaket von 118 Milliarden Dollar vorsieht. Er beinhaltet neben 60,06 Milliarden Dollar zur Unterstützung der Ukraine und 14,1 Milliarden Dollar für die Sicherheit Israels nach langen Diskussionen auch 20,23 Milliarden Dollar für die Inlands-Grenzsicherung. Zudem sind humanitäre Hilfen, Mittel für das US-Zentralkommando im Roten Meer und die Unterstützung der US-Partner im indopazifischen Raum mit auf der Liste.

20240206-image-imago-mb-Mike Johnson
Mike Johnson © imago

Im Repräsentantenhaus stieß der Entwurf direkt nach der Verkündung auf Widerstand. Dem Sprecher des von Republikanern dominierten Repräsentantenhauses, Mike Johnson, zufolge, sei der Vorschlag bereits „tot“, sobald er das Repräsentantenhaus erreicht. Auf X schrieb er:

  Dieser Gesetzesentwurf ist sogar noch schlimmer als erwartet. “

Ihn stört: Die Hilfen für die US-Außengrenzen seien nicht ausreichend und würden dem „Desaster” der illegalen Migration bei weitem kein Ende setzen.

Der frühere US-Präsident Donald Trump forderte die republikanischen Abgeordneten auf, im Kongress gegen den Entwurf zu stimmen. Seid nicht dumm", appellierte Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social an seine Parteifreunde.

20240205-image-dpa-mb-Olaf Scholz
Olaf Scholz © dpa

Bundeskanzler Olaf Scholz rief hingeben vor seiner Reise in die Vereinigten Staaten alle Verbündeten dazu auf, in der militärischen Unterstützung der Ukraine nicht nachzulassen.

  Ich hoffe sehr, dass die USA und der amerikanische Kongress jetzt bald eine Entscheidung treffen, die notwendige Unterstützung finanziell möglich zu machen. “

Kapiteltrenner: OECD

20240206-image-dpa-mb-Mathias Cormann, Generalsekretär der OECD
Mathias Cormann, Generalsekretär der OECD © imago

Die OECD warnt die Notenbanken davor, ihre Leitzinssätze zu senken, bevor die Inflation nicht eingedämmt wurde. Dabei rechtfertigt ihre Inflationsprognose für die USA durchaus eine geldpolitische Lockerung. Die Teuerungsrate der Vereinigten Staaten soll im Gesamtjahr 2024 auf 2,2 Prozent und 2025 auf 2,0 Prozent fallen (2023: 3,7 Prozent).

Der Inflationsausblick der OECD ist allerdings äußerst optimistisch geraten. Es gibt drei Gründe, warum die Inflationsrate in diesem Jahr höher liegen dürfte als derzeit erwartet:

  • Kommt es zu anhaltenden Störungen durch die Angriffe der Huthi im Roten Meer auf Handelsschiffe, würde das die Frachtraten und Energiekosten verteuern. Die OECD adressiert dieses Risiko selbst: Die Inflation würde in diesem Szenario um 0,4 Prozent steigen.

  • Die robuste US-Wirtschaft ist ein weiteres Preisrisiko. Trotz Zinserhöhungen wuchs die größte Volkswirtschaft der Welt im Jahr 2023 um 2,5 Prozent. Ihre Prognose für 2024 hob die OECD nun auf 2,1 Prozent an. Im November lag die Schätzung noch bei 1,5 Prozent. Dass trotz eines höheren Wirtschaftswachstums die Inflation weiter signifikant sinken soll, ist zweifelhaft.

  • Der US-Arbeitsmarkt bleibt extrem eng. Die Arbeitslosenrate liegt bei niedrigen 3,7 Prozent. Gleichzeitig wurden im Januar 353.000 neue Jobs außerhalb der Landwirtschaft geschaffen. Am Markt wurde zuvor nur mit 180.000 Stellen gerechnet. Das Lohnwachstum betrug im Dezember bereits 4,5 Prozent im Jahresvergleich. Das Risiko einer Lohn-Preis-Spirale steigt.

 
Inflation: Ziel in Sicht
Inflationsprognosen der OECD für 2024 und 2025, in Prozent
20240206-infografik-media-pioneer-Inflation ohne
 
Infografik teilen
         email    email

Kapiteltrenner: McDonald’s

20240206-image-imago-mb-Chris Kempczinski, CEO von McDonald’s
Chris Kempczinski, CEO von McDonald’s © imago

Der Umsatz der McDonald’s Corp. verfehlte im vierten Quartal die Erwartungen der Investoren. Die vom Konzern veröffentlichten „comparable sales“, also der global vergleichbare Umsatz, stiegen nur um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Schuld daran sei laut McDonald’s-CEO Chris Kempczinski die Unruhe im Nahen Osten. In der Region erzielt der Fast-Food-Gigant rund ein Zehntel seiner Erlöse.

In den USA hat sich das vergleichbare Umsatzwachstum auf 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal verlangsamt, was auf die höheren Preise zurückzuführen sei. Das starke Geschäft in Großbritannien, Deutschland und Kanada wurde derweil von einem Umsatzrückgang in Frankreich aufgehoben. Dort, so der McDonald’s-CEO, hätte die große muslimische Bevölkerung die Burgerkette boykottiert als Zeichen gegen die Haltung der USA im Konflikt zwischen Israel und der Hamas.

Der Gesamtumsatz stieg um acht Prozent auf 6,41 Milliarden US-Dollar, die Analysten hatten mit mehr gerechnet. Der Nettogewinn lag mit 2,04 Milliarden US-Dollar jedoch über den Erwartungen.

Die Aktie schloss am Montag mit 3,7 Prozent im Minus.

Kapiteltrenner: Palantir
20240206-image-imago-mb-Alex Karp, CEO von Palantir Technologies
Alex Karp, CEO von Palantir Technologies © imago

Der Datenanalyse-Spezialist Palantir Technologies kann mit seinen Quartalsbilanzen überzeugen. Der Umsatz konnte um 20% auf 608 Millionen Dollar gesteigert werden – mehr als Analysten erwartet hatten. In 2023 stand unterm Strich erstmals ein Profit, von 210 Millionen Dollar.

Das Unternehmen blickt zudem sehr optimistisch in die Zukunft. Palantir prognostiziert aufgrund der kräftigen Nachfrage nach seinen Angeboten für künstliche Intelligenz einen Gewinn für das Gesamtjahr, der über den Schätzungen der Wall Street liegt.

Die Palantir-Aktie legte nachbörslich um 17,3 Prozent zu.

Kapiteltrenner: Blickfang 
20240206-image-imago-mb-Markus Söder verkleidet als Reichskanzler Otto von Bismarck
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder verkleidet als Reichskanzler Otto von Bismarck © imago

Markus Söder ist bekannt für seine Faschingskostüme: Hinter jeder seiner Verkleidungen steckt eine Botschaft. Im fränkischen Veitshöchheim trat der CSU-Chef am vergangenen Freitag als „Eiserner“ Reichskanzler Otto von Bismarck auf.

Ein Schelm, wer dabei Söder mögliche Ambitionen auf eine Kanzlerkandidatur unterstellt. Friedrich Merz dürfte gewarnt sein.

Wir erinnern uns: 2016 trat Söder als Edmund Stoiber auf und verärgerte damit den damaligen CSU-Chef Horst Seehofer. Zwei Jahre später wurde er selbst Ministerpräsident.

20240206-image-dpa-mb-Markus Söder als Edmund Stoiber
Markus Söder als Edmund Stoiber zur Fastnacht verkleidet (2016) © dpa

In der aktuellen Folge unseres Videoformats „Blickfang“ wirft Anne Hufnagl einen genaueren Blick auf das aktuelle und die vergangenen Kostüme des bayerischen Ministerpräsidenten. Sie findet:

  Man kann aus dieser Kostümschau Rückschlüsse auf die Psyche des bayerischen Ministerpräsidenten ziehen – vor allem aber sollte man seinen Maskenbildnern zu ihren hervorragenden Arbeiten gratulieren. “

Zum unterhaltsamen Video – bei dem Anne auch die Frage beantwortet, „wie man die richtige Kamera findet“ – geht es hier.

Blickfang Folge 03

Ich wünsche Ihnen einen gut gelaunten Start in den neuen Tag. Bleiben Sie mir gewogen. Herzlichst grüßt Sie,

Ihr

Signatur Gabor Steingart
Gabor Steingart
Herausgeber The Pioneer

Redaktion

Lukas Herrmann (Leitung), Nico Giese, Louisa Thönig und Eleanor Cwik.

Außerdem mitgewirkt haben heute Julia Rottmann, Tatiana Laudien, Claudia Scholz und Anne Schwedt.

Grafiken

Henning Schmitter (Titelbild)

Pioneer Briefing teilen,
Dankeschön erhalten.
Wenn Ihnen mein Newsletter gefällt, würde ich mich über eine Weiterempfehlung an Ihre Freunde, Familie oder Kollegen sehr freuen.
Noch 5 Weiterempfehlungen bis zur nächsten Pioneer-Prämie:
Dank im ThePioneer Briefing

Plus: Ich möchte Sie zur Dinnerfahrt auf unser Medienschiff The Pioneer One einladen. Alle 3 Monate verlosen wir 5x2 Tickets.
Mit jeder Empfehlung besitzen Sie ein zusätzliches Los.
Ich freue mich auf Sie!
Hier klicken zum Weiterempfehlen
ODER DIREKT DEN PERSÖNLICHEN EMPFEHLUNGS-LINK KOPIEREN
https://thepioneer-briefing.mediapioneer.com/l/mbshare.html?id=1945620
EMPFEHLUNGS-LINK TEILEN
facebook    twitter    linkedin    whatsapp    email    email
Für die Teilnahme am Weiterempfehlungsprogramm gelten folgende Teilnahmebedingungen
💜💜💜 Ich bedanke mich ganz herzlich bei Vera Kölbel, Rosina Kaiser, Alfred Narwark, Heiner Detert, Marcel Lynen für das fleißige Weiterempfehlen. 🥇🥇🥇
Ihre Meinung
Wie zufrieden sind Sie mit dem heutigen The Pioneer Briefing von Gabor Steingart?
Bewerten
Feedback
Ausgabe teilen
Hat es Ihnen gefallen? Dann teilen Sie diese Ausgabe des The Pioneer Briefings von Gabor Steingart.
facebook   twitter   linkedin   whatsapp   email
Hier können Sie das The Pioneer Briefing abonnieren.
Jetzt anmelden
Fügen Sie bitte die E-Mail-Adresse news@thepioneer-briefing.mediapioneer.com   Ihrem Adressbuch oder der Liste sicherer Absender hinzu. Dadurch stellen Sie sicher, dass unsere Mail Sie auch in Zukunft erreicht.

Dieser Newsletter wurde an kleindet.dk2@gmail.com   gesendet. Wollen Sie diesen Newsletter in Zukunft nicht mehr erhalten, klicken Sie bitte hier .

Media Pioneer Publishing AG
Bleibtreustr. 20
10623 Berlin
E-Mail:business-class-pioneer-briefing@mediapioneer.com

Eintragung im Handelsregister
Registergericht: Amtsgericht Charlottenburg
Registernummer: HRB 217945 B
Vorstand: Ingo Rieper


Verantwortlich für den Inhalt nach § 18 Abs. 2 MStV:
Gabor Steingart
Bleibtreustr. 20
10623 Berlin

Datenschutz

Wir verwenden Bilder von imago images