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16.02.2024
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Guten Morgen Detlef Karl Klein,

die Welt wünscht sich Frieden und bekommt Krieg. Die Sehnsuchtsvokabel dieser Tage lautet „Waffenstillstand“ und die Wirklichkeit des Tages ist eine Großoffensive der israelischen Armee im südlichen Gazastreifen. Eine 300.000-Einwohner-Stadt wurde zum Flüchtlingslager für mittlerweile eine Million Menschen:

  • Nach Norden können sie nicht flüchten, denn da tobt der Krieg schon. Von dort kommen sie.

  • Im Süden stoßen sie auf die ägyptischen Grenzposten. Deren Schlagbaum ist für sie geschlossen.

  • Diese eine Million Menschen dienen der Hamas als lebendes Tarnnetz. Die Kämpfer der Terrororganisation bewegen sich lautlos mit den Flüchtenden.

 
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Flüchtlingscamp in Rafah © imago

Eine menschliche Tragödie bahnt sich an. Die Ausweglosigkeit der Situation liegt an den handelnden Personen und den in diesen Personen gespeicherten Interessen:

# 1 Benjamin Netanjahu. Oder der Wachhund, der verschlafen hat.

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Benjamin Netanjahu © imago

Bibi, wie ihn seine Freunde nennen, ist als harter Hund zu Ruhm und Ehre gekommen. Nach dem Überfall der Hamas am 7. Oktober 2023 drohte ihm diese Reputation verloren zu gehen. Die ihm unterstehenden Geheimdienste hatten nicht effektiv gewarnt, so dass der große Beschützer wie eine nicht minder große Schlafmütze vor seinen Landsleuten stand: Sleepy Bibi.

20240216-image-dpa-mb-Ein israelischer Grenzzaun wird durchbrochen (7.Oktober 2023)
Ein israelischer Grenzzaun wird durchbrochen (7.Oktober 2023) © dpa

Die 1.200 Toten und über 200 Geiseln hat er indirekt mit zu verantworten. Er ist nicht der Täter, wohl aber der Hofhund, der eingenickt war. Erst so konnten die Täter eindringen. Diese Schläfrigkeit am frühen Morgen des Überfalls erklärt seine Unversöhnlichkeit in der Zeit danach.

Das Versprechen des Staates Israel an seine Bürger lautet in einem Wort zusammengefasst: Sicherheit. Die Israelis wünschen sich ihren Staat wie einen großen Iron Dome. Ausgerechnet unter Netanjahu war dieser Schutzschirm für einige historische Stunden deaktiviert. Das wird er sich nie verzeihen.

Mit seinem Vergeltungskrieg im Gazastreifen will Netanjahu nicht den Friedensnobelpreis gewinnen, wohl aber seine Reputation zurückerobern. Seine Augen sind in diesen Tagen zu Schießscharten verengt. Er kennt nur noch zwei Sorten von Menschen: Loyalisten und Terroristen.

 
Nahost: Eine gespaltene Region
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# 2 Joe Biden. Der alte Mann und die Atombombe

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Joe Biden © imago

Der US-Präsident stand sein Leben lang fest an der Seite Israels. Nun steht er zusätzlich noch im Wahlkampf. Es ist eine Wahlauseinandersetzung, die darüber entscheidet, ob er nur noch ein alter Mann ist oder ein alter Mann mit Atombombe.

Als Repräsentant der Demokraten und damit des progressiven Amerikas hat er keine andere Wahl, als auf Distanz zum Kriegsfürsten Netanjahu zu gehen. Erst muss er sein Amt und danach Israel verteidigen: Biden first.

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Pro-palästinensische Demo in New York © imago

Die durch den Krieg im Gazastreifen entstandene Ausgangslage ist für ihn keine schöne: Die Unterstützung der muslimischen Community in den USA, die 3,5 Millionen Menschen umfasst, droht ihm im Bombenhagel von Gaza verloren zu gehen. Und auch die Jugend rebelliert: In einer Umfrage der New York Times sympathisieren 46 Prozent der 18- bis 29-Jährigen mit der palästinensischen Seite, gegenüber 27 Prozent, die sich zu Israel bekennen.

# 3 Olaf Scholz. Mann ohne Eigenschaften

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Olaf Scholz © imago

Die Freundschaft zu Israel gehört für Deutschland zur Staatsraison – zu Recht. Der Holocaust, der an der Wiege der israelischen Staatsgründung stand, verpflichtet. Auch Olaf Scholz.

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Annalena Baerbock © imago

Allerdings bewegt sich auch ein deutscher Kanzler nicht allein im Raum historisch begründeter Verantwortlichkeit. In seiner eigenen Partei und beim grünen Koalitionspartner brodelt es. Die humanitäre Katastrophe im Süden des Gazastreifens, die bisherige und die angekündigte, haben mit Annalena Baerbock eine Gegenspielerin auf den Plan gerufen. Sie will jetzt nicht artig, sie will deutlich sein:

  Die Sicherheit der Menschen in Israel vor dem Terror der Hamas ist ebenso wichtig wie das Überleben der Palästinenserinnen und Palästinenser. Beides gehört zusammen. “

Doch der 66-jährige Scholz findet nicht zum richtigen Ton. Ihm fehlt die Entschlossenheit seiner Außenministerin. Die humanitäre Lage im Gazastreifen nennt er mit väterlicher Milde „sehr besorgniserregend“.

Scholz kämpft nicht für Netanjahu und nicht gegen die Hamas, sondern für sein Überleben und gegen ein Deutschland, das seiner überdrüssig geworden ist. Das Leise und Moderate, das Unentschiedene und Verdruckste seiner politischen Natur beleuchtet in dieser zugespitzten Weltlage einen Mann ohne Eigenschaften. Seinen Namen wird man sich in Nahost nicht merken müssen.

# 4 Hamas-Führer Jahia Sinwar und die „Achse des Widerstandes“

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Jahia Sinwar © imago

Sinwar, 1962 im Flüchtlingslager Chan Yunis im Süden des Gazastreifens geboren, steht seit 2017 an der Spitze der Hamas. Er ist im Westen der Staatsfeind Nr. 1 und in weiten Teilen der muslimischen Welt ein Volksheld. Sein Kriegsziel ist der Krieg.

Er hasst Kompromisse, Waffenstillstände und Friedensverträge. Er will Israel nicht besänftigen, sondern liquidieren. Von den Geheimdiensten der USA wurde er bereits 2015 als „Specially Designated Global Terrorist“ eingestuft.

Das Existenzrecht des Staates Israel wird von ihm nicht nur bestritten, sondern bekämpft. Seine DNA ist der Hass auf das jüdische Leben.

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Kämpfer des militärischen Flügels der Hamas © imago

Auf der sogenannten „Achse des Widerstands“ – bestehend aus terroristischen Gruppen im Irak, dem Libanon, Syrien und Jemen, allesamt finanziert und geführt vom Iran – bewegt sich der Hamas-Führer wie ein Wiesel. Mit allem, was die Welt der Waffen zu bieten hat, gehen er und seine Krieger auf die Israelis los – mit Mörsern, Drohnen und – wenn nichts anderes zur Hand ist – mit Klappmessern.

Könnte man mit antisemitischem Hass ein Land betreiben, bräuchte die Hamas keine Kraftstofflieferanten mehr. Das Fatale: Ihr Hass ist ein nachwachsender Rohstoff. Die Reservoirs sind immer prall gefüllt.

# 5 Ägypten

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Abd al-Fattah as-Sisi © imago

Der im Dezember zum dritten Mal wiedergewählte Präsident von Ägypten, Abd al-Fattah as-Sisi, könnte die humanitäre Katastrophe in Gaza verhindern, aber er will derzeit nicht. Sein Land bleibt für sie verschlossen. Al-Sisi entsendet Hilfsgüter in den Gazastreifen, das schon. Aber einen sicheren Hafen für fliehende Palästinenser möchte er nicht bieten.

Palästina ist für al-Sisi ein wichtiger Puffer zwischen Ägypten und Israel. Sollten zu viele der Palästinenser fliehen, ist die Autonomie des Gebiets gefährdet und somit die relative Sicherheit an der nordöstlichen Grenze Ägyptens. Außerdem hat er Angst, sich an einer offenen Grenze mit dem Terror zu infizieren. Seine Liebe zu den Palästinensern ist platonisch. Er will, dass sie leben, aber nicht in seinem Bett.

Fazit: Die palästinensische Zivilbevölkerung hat in diesem Machtpoker keine Stimme, aber sehr wohl einen Platz. Sie hockt fröstelnd in der Mitte des Spieltisches. Sie ist der Wetteinsatz der Mächtigen. Absehbar, dass es für sie ähnlich ausgeht wie der Vietnamkrieg für die Vietnamesen. Damals schlagzeilte der Stern:

  Die Großen haben nur gepokert, die Kleinen sind krepiert. “
Frau mit Kind auf dem Arm in Gaza
Frau mit Kind auf dem Arm in Gaza © dpa

Kapiteltrenner: Unsere Highlights heute: (1)
  • Die Münchner Sicherheitskonferenz beginnt. Wie blickt Konferenzleiter Christoph Heusgen auf die Weltlage?

  • Die Commerzbank erzielt ihr bestes Ergebnis seit der Finanzkrise. Die Börse blickt zuversichtlich auf die Zukunft der „Gelben“.

  • Museum für Fotografie in Berlin: Starfotografen wie Helmut Newton und Co. bekommen eine neue Ausstellung.

Kapiteltrenner der andere Blick
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Eric Gujer auf der Pioneer One © Anne Hufnagl

In Deutschland gibt es laute und massenhafte Demonstrationen gegen die AfD. Doch der Schweizer Journalist Eric Gujer – Chefredaktor der Neuen Zürcher Zeitung – betrachtet diese Proteste als ein Symbol der deutschen „Angstlust“ und einer „manisch depressiven Grundhaltung“.

In einem Leitartikel macht sich Gujer lustig über die deutschen Demonstranten:

  Offenkundig ist die Machtergreifung der AfD nur noch eine Frage der Zeit. Glaubt man den an den Demonstrationen mitgeführten Transparenten, steht neunzig Jahre nach dem Epochenbruch von 1933 der Sieg der Nationalsozialisten abermals bevor. “
Demo gegen Rechts in Berlin am 03.02.2024
Demo gegen rechts in Berlin am 03.02.2024 © imago

Für den Pioneer Podcast habe ich mit Gujer gesprochen. Er wirft den Deutschen vor, „politische Romantiker” zu sein, die von einem Extrem zum anderen schwanken:

  Sie hatten 2015 die Willkommenskultur, diese überschwängliche Begrüßung der Migranten, die in einem ungeregelten Strom kamen. Damals war schon völlig eindeutig, dass diese ungeregelte Migration den Aufstieg von Rechtspopulisten und Rechtsextremisten garantieren würde. Jetzt stehen alle belämmert da. Die AfD liegt bei rund 20 Prozent und die Deutschen wundern sich und gehen auf die Straße. “
Podcast Kachel Gujer 16.02.2024

Seine Empfehlung für den richtigen Umgang mit dem Rechtspopulismus hören Sie heute Morgen in der aktuellen Ausgabe des Pioneer-Podcasts. Trauen Sie sich: Gujer liefert den anderen Blick.

Kapiteltrenner: Hauptstadt-Podcast
Jörg Thadeusz und Karina Mößbauer (Kachel)
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Christoph Heusgen © imago

In München kommen am Wochenende Politiker, Militärs und Sicherheitsexperten im Bayerischen Hof zusammen, um bei der Sicherheitskonferenz über eine Welt in Unordnung zu sprechen.

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Karina Mößbauer © Luca Geselle

Pioneer-Chefkorrespondentin Karina Mößbauer ist vor Ort und sprach zuvor mit dem Vorsitzenden der Konferenz, Botschafter Christoph Heusgen, über die Sicherheitsarchitektur in Europa. Unabhängig von Trump, müssten die Deutschen ihre Hausaufgaben machen, sagt er:

  Trump ist erratisch, er ist sprunghaft. Da müssen wir uns drauf einstellen. Sollte er Präsident werden, müssen wir ihm entgegentreten und sagen können: ,Wir machen, was du erbeten hast. Jetzt lass uns weiter zusammenarbeiten in diesem Bündnis, was uns in der transatlantischen Region über die vergangenen Jahrzehnte Frieden gebracht hat. “

Das ganze Interview hören Sie im Hauptstadt-Podcast oder lesen Sie hier. Außerdem besprechen The Pioneer-Chefkorrespondentin Politik, Karina Mößbauer, und Jörg Thadeusz in der neuen Folge ihres Podcasts:

  • Mögliche Optionen und Planspiele der FDP, in der Ampel weiterzumachen oder sie zu beenden.

  • Im Zwischenruf erklärt Ex-Stern-Chefredakteur Hans-Ulrich Jörges, dass er von den Überlegungen, das Bundesverfassungsgericht gegen die Gefahr einer erstarkenden AfD zu schützen, nicht viel hält.

  • Im kürzesten Interview der Berliner Republik: Anna Schneider, Chefreporterin der WELT.

Kapiteltrenner Fachkräfte
Andreas Jäger
Andreas Jäger © imago

Die deutschen Unternehmerverbände schlagen Alarm: Der Aufstieg der AfD verschrecke dringend benötigte Fachkräfte aus dem Ausland. Umfragen des Instituts der Deutschen Wirtschaft und der Wirtschaftsvereinigung der Grünen liefern hierzu drastische Zahlen.

Der IW-Umfrage zufolge sind 68 Prozent der Hauptgeschäftsführer der zentralen deutschen Wirtschaftsverbände aufgrund der AfD um Fachkräfte besorgt. Der Geschäftsführende Gesellschafter der Jäger Group und Präsident der Unternehmerverbände Niedersachsen, Andreas Jäger, sagte unserem Kollegen Jan Schroeder:

  Angesichts des sowieso schon großen Fachkräftemangels und des in den nächsten Jahren zu erwartenden Ausstiegs der Baby-Boomer-Generation aus dem Erwerbsleben, bringt das den Standort in zusätzliche Probleme. “

Kapiteltrenner Geheimdienste
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Ehemaliger BND-Mitarbeiter Gerhard Conrad © imago

Der CIA-Chef William Burns analysierte kürzlich die signifikanten budgetären, strukturellen und personalwirtschaftlichen Veränderungen, die die USA im Zuge der neuen geopolitischen Bedrohungen eingeleitet haben.

Gerhard Conrad, Ex-BND-Agent und Vorstandsmitglied des Gesprächskreises Nachrichtendienste in Deutschland, bezweifelt, dass den deutschen Nachrichtendiensten im Vergleich zu den „Quantensprüngen“ in den USA, aber auch in Anbetracht der „Zeitenwende“, genügend Aufmerksamkeit gewidmet wird. In den USA herrsche eine „Intelligence Culture“, „in der an der entscheidenden Bedeutung der Dienste für die kompetente nationale Außen- und Sicherheitspolitik kein Zweifel gelassen wird.“ Nicht so in Deutschland. Eine glaubhafte Kriegstüchtigkeit und zivil-militärische Wehrhaftigkeit stünden zwar zu Recht im Fokus der sicherheitspolitischen Forderungen:

  Es wäre jedoch fatal, wenn nicht auch der Leistungsfähigkeit der deutschen Nachrichtendienste ein den aktuellen, in ihrer Vielfalt und Qualität präzedenzlosen Herausforderungen angemessenes regulatorisches und budgetäres Augenmerk gewidmet würde. “

Den Stand des deutschen Nachrichtendienstes und warum dieser auf der Sicherheitskonferenz, an der Conrad als Intelligence Advisor teilnimmt, nicht zu kurz kommen sollte, analysiert er im Pioneer Gastbeitrag.

Kapiteltrenner: Microsoft

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Olaf Scholz © dpa

Microsoft setzt auf Deutschland: 3,5 Milliarden Dollar will der amerikanische Softwaregigant in den kommenden zwei Jahren hierzulande investieren. Infrastruktur für Cloud und Künstliche Intelligenz solle entstehen, dazu werden die Rechenkapazitäten in Deutschland verdoppelt, teilte der Konzern mit.

In keinem Land außerhalb der USA gibt Microsoft so viel Geld für Infrastruktur aus. Gebaut werden sollen die Rechenzentren im Rheinland.

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Brad Smith und Olaf Scholz © dpa

Grund genug für den Bundeskanzler, erstmal im Berliner Büro von Microsoft vorbeizuschauen und sich mit Konzern-Vize Brad Smith und Deutschland-Chefin Marianne Janik ablichten zu lassen. Scholz lobte das „gute, Mut machende Investment“ als starkes Zeichen für die deutsche Wirtschaft:

  Solche Projekte zeigen, wie attraktiv der Standort und das Vertrauen von Investoren in Deutschland ist. “

Warum gerade Deutschland? Brad Smith erklärte gegenüber dem Handelsblatt:

  Wir sind sehr beeindruckt, wie stark die Nachfrage nach Services mit Künstlicher Intelligenz in wichtigen Bereichen der deutschen Wirtschaft steigt. “

Man habe außerdem, das war dem Microsoft-Manager wichtig zu erwähnen, anders als bei Chipherstellern „weder nach Subventionen gefragt noch welche erhalten“.

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Satya Nadella, CEO von Microsoft © dpa

Der Aufbau neuer Infrastruktur ist nur ein kleiner Teil des KI-Vormarsches von Microsoft. Konzernchef Satya Nadella will die Softwareschmiede entstauben und auf das Thema Künstliche Intelligenz ausrichten. Seinen Plan haben meine Kolleginnen Lena Waltle und Claudia Scholz analysiert. Hier lesen Sie ihren Text.

Kapiteltrenner Airbus
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Guillaume Faury © imago

Steigende Umsätze und dennoch sinkende Gewinne – diese unerfreuliche Botschaft präsentierte gestern der Flugzeugbauer Airbus den Märkten. Zwar stieg der Umsatz um elf Prozent auf 65,4 Milliarden Euro. Der Nettogewinn lag dennoch mit 3,8 Milliarden Euro elf Prozent unter den Vorjahreswerten; negative Währungseffekte drückten hier auf das Ergebnis.

 
Airbus: Turbulenter Aufstieg
Kursentwicklung der Airbus-Aktie seit Amtsantritt des CEO Guillaume Faury, in Prozent
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Dabei hat Airbus allerhand zu tun. 8.600 Maschinen stehen in den Auftragsbüchern. Die Fertigung müsse stärker hochgefahren werden, sonst könnten vor 2030 keine neuen Aufträge erfüllt werden, erklärte Airbus-Chef Guillaume Faury schon im vorigen Jahr.

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Airbus A320 der Lufthansa © imago

Die Märkte zeigten sich dennoch enttäuscht vom Gewinnrückgang und schickten die Aktie ein gutes Prozent abwärts. Angesichts des hohen Auftragsbestands dürfte das aber vorübergehender Natur sein.

Kapiteltrenner: Commerzbank
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Commerzbank-Chef Manfred Knof © dpa

Die Commerzbank erzielte mit einem Nettogewinn von 2,2 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2023 ihr bestes Ergebnis seit der globalen Finanzkrise 2008/2009. Das ist eine Steigerung um 55 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Am guten Ergebnis lässt die Bank ihre Aktionäre teilhaben: Die Dividende wird von 20 auf 35 Cent je Aktie erhöht. Daneben läuft ein Aktienrückkaufprogramm.

 
Die Aktien-Geschichte der Commerzbank
Kursentwicklung der Commerzbank-Aktie seit der erstmaligen Beteiligung der Bundesregierung, in Prozent
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Die Börsianer zeigten sich hocherfreut über die Bekanntmachung und schickten die Aktie im Tagesverlauf um 5 Prozent nach oben. Damit half die Commerzbank gestern dem DAX maßgeblich dabei, ein neues Allzeithoch zu erreichen.

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Bettina Orlopp © imago

Der Commerzbank-Vorstand ist zuversichtlich, dass es gut weiterläuft und im laufenden Geschäftsjahr ein noch höherer Gewinn erzielt werden könnte. Die Leitzinssenkungen der Zentralbanken seien in diese Prognose bereits eingerechnet, so die Commerzbank-Finanzvorständin Bettina Orlopp.

Auch in der Researchabteilung der Deutschen Bank glaubt man den Worten der Commerzbank offenbar. Deren Kursziel für die CoBa-Aktie liegt nun bei 16 Euro (aktuell 11 Euro). Das wäre ein Zuwachs von 45 Prozent – viel Zuversicht für eine Bank, die ihren Umsatz zu drei Vierteln im konjunkturschwachen Deutschland erzielt.

Kapiteltrenner Stellantis
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Luca de Meo © imago

Der Autobauer Stellantis blickt auf ein gutes Jahr 2023 zurück. Trotz aller Herausforderungen in der Automobilindustrie kletterte der Nettogewinn um ein Prozent auf 24,34 Milliarden Euro. Hinter dem Stellantis-Konzern stehen Marken wie Fiat, Opel oder Peugeot.

Im hart umkämpften E-Automarkt konnte sich Stellantis gut gegen die Konkurrenz aus den USA und China behaupten. Der Konzern konnte seine Verkaufszahlen in diesem Bereich um 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern. Im Jahr zuvor lag das Plus noch bei 41 Prozent. Hier schwächt sich die Dynamik also ab.

Um bei den E-Autos nicht ins Hintertreffen zu geraten, kündigte Stellantis-Chef Luca de Meo neue Partnerschaften und sinkende Kosten an. Zudem sollen neue, profitablere Modelle auf den Markt kommen.

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E-Auto von Peugeot © imago

Die Börsianer freuten sich über diese Ankündigungen und schickten die Aktie um 5 Prozent nach oben.

Kapiteltrenner Starfotografen
Museum für Fotografie Berlin
Museum für Fotografie Berlin © imago

„Einmal auf das Cover der Vogue“ – das ist der Traum vieler Models. Die Liste der Namen, die sich für die Vogue ablichten ließen, ist lang und reicht von Kate Moss über Schauspielerin Uma Thurman bis zur ehemaligen First-Lady Michelle Obama.

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Michelle Obama auf dem Cover der Vogue © AP/dpa

Dabei zeigen die Bilder mehr als nur akribisch vorbereitete Momentaufnahmen von berühmten, vermeintlich unnahbaren und aufgehübschten Männern und Frauen. Starfotografen wie Helmut Newton, Edward Steichen oder Chris von Wangenheim verwandelten die Cover in Kunstwerke.

Helmut Newton
Helmut Newton © imago

300 dieser Kunstwerke sind seit gestern in der Ausstellung Chronorama im Museum für Fotografie in Berlin zu sehen. Die Bilder von 1910 bis zu den späten 1970er Jahren stammen allesamt aus dem Archiv des New Yorker Verlages Condé Nast und führen durch eine Zeitreise der Mode, der Architektur und des Fotojournalismus.

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Helmut Newton © imago

Zu sehen sind auch bislang nicht veröffentlichte Fotografien des in Berlin geborenen Starfotografen Helmut Newton, der in den 1950er Jahren für die unterschiedlichen Condé-Nast-Zeitschriften arbeitete. Er war der erste, der die Schönheit von Frauen nicht als billigen Pin-Up-Konsumartikel, sondern als Kunst interpretierte und inszenierte. Das Betörende seiner Kunst ist die Ambivalenz. Oder wie Coco Chanel zu sagen pflegte:

  Die Schönheit brauchen wir Frauen, damit die Männer uns lieben, die Dummheit, damit wir die Männer lieben. “

Ich wünsche Ihnen einen erholsamen Start in das Wochenende. Bleiben Sie mir gewogen. Herzlichst grüßt Sie,

Ihr

Signatur Gabor Steingart
Gabor Steingart
Herausgeber The Pioneer

Redaktion

Lukas Herrmann (Leitung), Nico Giese und Eleanor Cwik

Außerdem mitgewirkt haben heute Claudia Scholz, Philipp Heinrich und Jan Schroeder.

Grafiken

Julian Sander (Titelbild)

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